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In der Studierwerkstatt der Universität Würzburg zeigen Kommilitonen Kniffe zum richtigen Lernen

Studenten helfen Studenten

Würzburg
erstellt am 02.07.2014 um 19:17 Uhr
aktualisiert am 02.07.2014 um 19:23 Uhr | x gelesen
Würzburg (clm) Im Seminar ein Referat halten, bei dem alle zuhören; die erste Hausarbeit schreiben und nicht dreimal von vorne anfangen, weil die Struktur nicht passt; beim Lernen auf die Klausuren nicht alles während der letzten drei Tage erledigen müssen, weil das Zeitmanagement nicht funktioniert hat: Studenten müssen an den Hochschulen eine ganz neue Art des Arbeitens lernen – sonst bleiben sie am Ende auf der Strecke. Die Hochschulen versuchen, den Übergang möglichst reibungslos zu gestalten, bieten beispielsweise Kurse zu wissenschaftlichem Arbeiten an.
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Würzburg: Studenten helfen Studenten
 
Würzburg

Einen ganz neuen Ansatz setzt allerdings die Universität Würzburg um: Seit anderthalb Jahren gibt es dort die Studierwerkstatt – hier lernen Studenten von Studenten, wie sich der Hochschulalltag am besten bewältigen lässt. Isabel Fraas (kleines Bild) gehört zur Leitung der Studierwerkstatt. Sie ist eine von vier Koordinatoren und von Anfang an dabei. „Wir haben einfach festgestellt, dass gerade Studienanfänger unsicher sind, welche Studientechniken sinnvoll sind“, erzählt Fraas. „Die meisten haben Angst vor den Hausarbeiten und die Referate sind einfach nicht ansprechend gestaltet.“ In den Seminaren allerdings gebe es nicht die Zeit, um neben den wissenschaftlichen Inhalten auch diese Fähigkeiten zu vermitteln.

Und genau diese Lücke schließt inzwischen die Studierwerkstatt: In den drei Bereichen Schreiben, Präsentieren/Moderieren und Lernen gibt es Workshops. Die Dozenten sind dann allerdings nicht irgendwelche Professoren oder Referenten von anderen Institutionen, sondern Studenten höherer Semester. „Sie werden entsprechend geschult“, sagt Fraas. Inzwischen gibt es acht solcher Studenten, die für ihre Arbeit als wissenschaftliche Hilfsarbeiter bezahlt werden. „Aber wir wollen unbedingt mehr aufbauen“, sagt Fraas. „Wir haben immer mehr Zulauf. Besonders seit diesem Semester sind wir sehr bekannt.“ Nach einem guten Jahr habe sich einfach herumgesprochen, dass die Studierwerkstatt funktioniert.

Die Kurse und Workshops finden meist zu Semesterbeginn statt, allerdings geht das Angebot noch weiter: Auch wenn ein Workshop nach sechs Übungsstunden zu Ende ist, lassen die Dozenten die Studenten nicht hängen – sie werden zu Mentoren. „Sie stehen auch während des Semesters zur Verfügung“, erklärt Fraas. Bei Fragen kurz vor der Klausurenphase, zur Hausarbeit oder zu einem Referat können sich die Studenten weiterhin an ihre Dozenten wenden.

Die Studierwerkstatt ist Teil des Tutoren- und Mentorenprogramms Kompass und wird daher im Qualitätspakt Lehre aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert. Bei weiteren Fragen sind die Verantwortlichen unter Mail kompass.phil1@uni-wuerzburg.de zu erreichen.

Von Claudia Lodermeyer
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