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Der polnische Pädagoge Janusz Kartocz bestimmt ein dreitägiges Symposium an der Uni in Eichstätt

Ein konsequenter Demokrat der Erziehung

Eichstätt
erstellt am 28.11.2012 um 20:16 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 10:41 Uhr | x gelesen
Eichstätt (yé) Für Ulrich Bartosch ist er die außergewöhnlichste Figur in der Geschichte der Erziehung und Pädagogik. Er bezeichnet ihn als konsequentesten Demokrat der Erziehung. „Jeder, der mit Kindern zu tun hat, und das Standardwerk von Janusz Korczak ’Wie man ein Kind lieben soll’ gelesen hat, wird nicht mehr von ihm loskommen.“
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Vom 3. bis 5. Dezember gedenkt die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt mit einem Symposium dem polnischen Pädagogen. Das Thema der dreitägigen Veranstaltung: Konstitutionelle Pädagogik als Grundlage demokratischer Entwicklung. Die Fakultät Soziale Arbeit lädt zu dieser deutsch-polnischen Tagung ein, die am Montag um 18 Uhr in der Aula der Universität in Eichstätt eröffnet wird.
 
Referenten aus Deutschland und Polen befassen sich an diesen drei Tagen mit dem Leben und der Pädagogik von Janusz Korczak. Unter konstitutioneller Pädagogik verstand Korczak die Bindung von Erziehung an eine Verfassung, die von der Gleichheit aller Menschen ausgeht. Der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen drückt sich seiner Meinung nach lediglich im unterschiedlichen Stand der körperlichen Entwicklung aus. „Die Gleichheit von Menschen in ihrer vielfältigen Differenz konstituiert Erziehung in jeder Demokratie, die sich als normative Ordnung behaupten will“, erklärt Organisator Ulrich Bartosch. „Er setzte sich konsequent dafür ein, dass die Rechte von Kindern identisch sind mit denen von Erwachsenen.“ Am 6. August 1942 wurde Korczak mit 200 Kindern seines Waisenhauses und seinen Mitarbeitern aus dem Warschauer Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka transportiert. Dort werden alle ermordet.

In Polen wird 2012 als Korczak-Jahr begangen. Für die deutsche Pädagogik sei es deshalb undenkbar, dass man zu diesem Thema schweige, so Bartosch. Kooperationspartner der Veranstaltung sind die Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit an der KU, die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, die Freie Hochschule Stuttgart, die Leuphana Universität Lüneburg, die Uni Passau, die Fachhochschule Kiel sowie die Deutsche Korczakgesellschaft.

Für die 200 Erstsemester der Fakultät Soziale Arbeit an der KU ist die Tagung ein Teil der Einführungswoche. Weitere Studenten haben sich in einem Seminar mit dem Schwerpunkt Janusz Korczak auf einzelne Themen der Tagung vorbereitet und sich Referenten herausgepickt, die sie zu ihren Themen befragen oder mit denen sie gemeinsam diskutieren wollen. Alle, die sich für den außergewöhnlichen Pädagogen interessieren, sind an diesen drei Tagen in Eichstätt ebenfalls willkommen.

 

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