Erst Rezessionsangst, dann Ölpreis-Crash und Brexit, schließlich die mögliche Wahl Trumps zum US-Präsidenten – das schien 2016 zu viel für Aktienbörsen: Wichtige Aktienindizes wie DAX und EuroStoxx 50 notierten lange Zeit im Minus. Doch nach der überraschenden Wahl Donald Trumps zogen sie ebenso unerwartet an: So verbuchte der US-Aktienmarkt 2016 ein Plus von rund zehn Prozent (in Dollar).
 

Die Stimmung ist verhalten

 
Erfahrene Psychologen wissen: Menschen neigen dazu, ihre jüngsten Erfahrungen in die Zukunft fortzuschreiben. Nachdem 2016 für Anleger ein Wechselbad der Gefühle bereithielt, sind viele Investoren, wenn überhaupt, nur verhalten optimistisch für 2017. Siegfried Rohsmanith von der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen GmbH in Ingolstadt bezweifelt, dass sie sich damit einen Gefallen tun. Denn seiner Ansicht nach ist die Lage besser als die Stimmung: „Die Daten sehen gut aus. In den USA wächst die Wirtschaft mit knapp drei Prozent jährlich, auch in Europa stehen die Zeichen auf Expansion – zudem sieht die Börse Trump derzeit eher als Wirtschaftshelden denn als Risikofaktor“, so der Finanzprofi.
 
Viele Unternehmen überraschen positiv
 
Wichtige Frühindikatoren für die Konjunktur deuten zudem darauf hin, dass sich die positive Entwicklung in den Industrieländern fortsetzen wird. So sind nach den Einkaufsmanager-Indizes für Bau und Dienstleistungen auch jene für die Industrie klar auf Wachstumskurs eingeschwenkt. Spitzenreiter in der Euro-Zone sind derzeit Deutschland und Spanien, auch Frankreich und Italien geben Grund zur Hoffnung. Die Vereinigten Staaten dürften gemäß der zuverlässigen Frühindikatoren robust wachsen. Kommt es so, sollten dieses Jahr die Unternehmensgewinne endlich wieder steigen. Indizien gibt es: „In der letzten Berichtssaison haben in den USA außergewöhnlich viele Unternehmen positiv mit ihren Ergebnissen überrascht“, sagt Ingo Fischer von der Bayerische Vermögen AG in Ingolstadt. Ähnlich sei die Entwicklung in Europa. Da sich die Umsätze ebenfalls gut entwickeln, könnte sich der Trend zu höheren Gewinnen in den nächsten Quartalen durchaus beschleunigen.
 

Ein guter Zeitpunkt für Aktienkäufe

 
Diesen guten Aussichten stand wegen der Präsidentenwahl in den USA zuletzt eine neutrale bis trübe Stimmung vieler Anleger gegenüber – und genau darin sieht Rohsmanith eine Chance: „Wer in einem zyklischen Aufschwung Aktien kauft, wenn die breite Masse noch skeptisch ist, steigt zu relativ günstigen Kursen ein und sichert sich die Chance auf zügige Kursgewinne.“ „Dreht dann auch die Stimmung und steigt auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis, sind deutliche Zuwächse bei den Aktienkursen möglich“, erklärt Fischer. Gut möglich, dass wir gerade erleben, wie diese Aktienhausse in eine neue Runde geht.
 

So machen Sie beim Vermögens-Check mit

 
Wo liegen 2017 die Chancen bei der Geldanlage? Für Antworten auf diese und andere Fragen melden Sie sich bis zum 28.02.2017 telefonisch (0800/44 44 694, Stichwort „Donaukurier“ täglich von 6 bis 22 Uhr, kostenlos aus dem Festnetz) oder online zum Vermögens-Check an. Dabei zeigen bankenunabhängige Experten aus der Region in einem bis zu zweistündigen Gespräch, wie man das eigene Portfolio sinnvoll umstrukturieren kann. Mitmachen kann jeder Leser, der über ein Vermögen von mindestens 25.000 Euro verfügt. Die Teilnahme ist kostenlos, die Vertraulichkeit der Daten ist gewährleistet. Organisiert wird die Aktion von der V-BANK, die Bank der Vermögensverwalter. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen finden Sie im Internet.
 

Aussichten für wichtige Anlageklassen im Jahr 2017

 
  • Aktien: Die US-Aktienmärkte dürften sich stark entwickeln – vor allem wenn die Steuern tatsächlich gesenkt und die Ausgaben für die Infrastruktur erhöht werden. Der Nachfrageschub sollte sich auch für Europa positiv auswirken, wo die Aktienmärkte niedriger bewertet sind.
  • Anleihen: Die Renditen von US-Staatsanleihen sind nach der Wahl Trumps gestiegen, was zu Kursverlusten bei den Schuldpapieren führte. Damit ist das Risiko für Anleihebesitzer gestiegen. In der Eurozone kauft die EZB weiter Anleihen, was hier den Zinsanstieg dämpfen dürfte.
  • Gold: Das Edelmetall kam nach der Wahl Trumps deutlich unter Druck. Der Markt rechnet demzufolge damit, dass die US-Notenbank die Leitzinsen beherzt anhebt und die Inflation im Griff hat. Sollte sich das als Illusion erweisen, könnte der Goldpreis sehr rasch ansteigen.
  • Dollar: Zieht die US-Wirtschaft an und erhöht die Notenbank die Zinsen, wird dies den Dollar stützen. US-Investments lohnen sich für Euro-Anleger dann besonders, da Währungsgewinne winken. Ein starker Dollar setzt Rohstoffe unter Druck, was die Schwellenländer belasten könnte.