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Die Wenigsten wissen, dass das Fahren mit den Mini-Segways verboten ist

Fahrverbot für Hoverboards

Riedenburg
erstellt am 01.09.2017 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 01.09.2017 um 22:43 Uhr | x gelesen
Riedenburg (DK) Während des Riedenburger Volksfests hat die Polizei einen 21-Jährigen gestoppt, der mit einem sogenannten Hoverboard unterwegs war. Die Beamten machten den jungen Mann darauf aufmerksam, dass das Fahren mit dem Mini-Segway auf deutschen Straßen verboten ist und stellten das Fahrzeug sicher. Da die Wenigsten vom Fahrverbot für die Flitzer wissen, erklären wir die Hintergründe.
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© 2016 AFP
Riedenburg
Obwohl man auf deutschen Straßen zurzeit viele Kinder und Jugendliche mit den bis zu 15 Stundenkilometer schnellen Hoverboards herumfahren sieht, ist das nicht erlaubt. Laut ADAC gelten für die Fahrzeuge die Bestimmungen der Straßenverkehrszulassungsordnung, da sie schneller als sechs Stundenkilometer fahren. Ein Fahrzeug muss laut diesen Regeln über einen Sitz, Lenkung, Bremsen, Beleuchtung und Spiegel verfügen, was die Hoverboards alles nicht haben. Deshalb dürfen die Fahrzeuge nur auf abgegrenzten privaten Flächen benutzt werden. Dem Fahrer drohen sonst eine Geldbuße sowie ein Punkt in der Verkehrssünderkartei.

Führerscheinklasse unklar

Zudem gilt für Hoverboards ein Versicherungszwang. Da solche Versicherungen jedoch nicht angeboten werden, macht man sich nach § 6 PflVersG strafbar, wenn man in der Öffentlichkeit mit dem Mini-Segway herumfährt. Außerdem bräuchte man auch noch einen Führerschein, um das Hoverboard nutzen zu dürfen. Laut ADAC ist die Klasse jedoch unklar. Denkbar seien sowohl die Kraftradklassen AM, A1, A2 und A aber auch die Pkw-Klasse B. Wer das Hoverboard ohne Führerschein nutze, mache sich zusätzlich zu den anderen Delikten auch noch wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar. 

Hoverboard-Besitzer sollten auch wissen, dass ihre private Haftpflichtversicherung keine Schäden im Zusammenhang mit der Nutzung abdeckt. Somit muss der Fahrer selbst für entstandene Schäden aufkommen.

Zusätzlich zu den rechtlichen Konsequenzen kann die Nutzung von Hoverboards auch gefährlich sein. So sind in der Region schon Fälle bekannt geworden, wo die Akkus der Fahrzeuge in Flammen aufgegangen sind.

Hoverboard

Hoverboards sind selbststabilisierende zweirädrige Fahrzeuge, die aus einer Trittfläche und zwei seitlich neben den Füßen angebrachten Rädern bestehen. Gesteuert werden sie, wie ein Segway, durch Gewichtsverlagerung. Ein Akku versorgt das Fahrzeug mit Energie. Der Begriff Hoverboard stammt ursprünglich aus dem Film "Zurück in die Zukunft". Der Schauspieler Michael J. Fox nutzt in dem Streifen ein fliegendes Skateboard mit diesem Namen.

Georg Sonnenberger
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