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12.05.2011 12:25 Uhr | x gelesen
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Der Zahn der Zeit nagt


Bild: Der Zahn der Zeit nagt.  Ein Hausdach muss einiges aushalten: Gute vier Monate pro Jahr hält es Schnee und Eis stand, genauso lange brennt im Sommer die heiße Sonne darauf. Es wundert nicht, dass der Zahn der Zeit am Dach nagt – regelmäßiges Warten und Sanieren ist Pflicht.

Ein Hausdach muss einiges aushalten: Gute vier Monate pro Jahr hält es Schnee und Eis stand, genauso lange brennt im Sommer die heiße Sonne darauf. Es wundert nicht, dass der Zahn der Zeit am Dach nagt – regelmäßiges Warten und Sanieren ist Pflicht.


Dach
Das Dach neu decken lassen, ist oft günstiger als eine Reinigung und Neubeschichtung. Die Gefahren, die von schlecht gewarteten oder zu alten Dächern ausgehen, sind groß.
Im Winter sind es die Schneebretter,im Frühling lockere Dachziegel: Fällt etwas vom Dach, haftet der Besitzer. Die Gefahren, die von schlecht gewarteten oder einfach zu alten Dächern ausgehen, sind hoch – und weitreichender als nur Regeneinfall oder ein Entweichen von Wärme wegen eines Lecks. Dächer müssen daher regelmäßig überprüft, gewartet, geputzt, repariert und letzten Endes saniert werden. Schönheitsmängel fallen zuerst auf: Patina durch Umwelteinflüsse sowie Algen, Flechten und Moose beunruhigen Hausbesitzer. Doch von einer Reinigung der Dachdeckung mit Hochdruckreiniger und einer nachträglichen Beschichtung des Daches, die oft als kostengünstige Alternative zur Sanierung gepriesen wird, raten Experten ab. Denn eine Hochdruckreinigung könne bei falscher Handhabung Schäden hinterlassen, sagt die Architektin EvaReinhold-Postina vom Verband der Privaten Bauherren in Berlin. Auch die Dämmschicht kann dabei durchnässt werden.
 
Die Arbeiten hätten in erster Linie einen optischen Effekt und seien auf keinen Fall eine Sanierung, ergänzt Werner Neumann von der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. Außerdem sei die Reinigung oftmals gar nicht notwendig: „Moos, Algen und Flechten auf Dachdeckungen schaden nicht.“ Sie seien vielmehr ein Zeichen für gute Umweltbedingungen. Bei saurem Regen wachse auf dem Dach nichts. Die wirklich schwerwiegenden Mängel auf dem Dach fallen dagegen oftmals auf den ersten Blick nicht auf: Durch undichte Anschlüsse von Schornsteinen, Gauben und Dachflächen-Fenstern oder durch verschobene Ziegel kann Feuchtigkeit ins Innere eindringen. An den Firstziegeln löst sich mit der Zeit der Mörtel, und bei Sturm fliegen die Ziegel dann hinunter. Beim unsachgemäßen Begehen können einzelne Ziegel brechen. Schneefanggitter, Dachrinnen und Solaranlagen können sich lockern. Einzelne defekte Ziegel oder Dachsteine ließen sich leicht auswechseln, sagt Reinhold-Postina. Auch bei größeren Schäden müsse nicht unbedingt neu gedeckt werden. Oft helfe geschicktes Umdecken.

Eine Neubeschichtung aber lohne sich genauso wie eine Reinigung oftmals nicht, sagt Neumann: „Finanziell betrachtet ist es sinnvoller, über eine komplette Sanierung als über die Reinigung und Beschichtung nachzudenken.“ Denn dafür wird häufig annähernd so viel verlangt wie für eine Neueindeckung, so seine Erfahrung. Für eine Sanierung spricht, dass gleichzeitig die Wärmedämmung unter dem Dach verbessert werden kann. Denn hat das Dach Schäden, kann die Dämmung durch Lecks feucht geworden sein und Schimmel sich dort breitgemacht haben. Außerdem sei in vielen alten Häusern kaum oder gar kein Dämmstoff eingebaut.

Ein saniertes Dach steigert den Wert der Immobilie. Eine neue Dämmung hat weitere Vorteile im Sommer: An heißen Tagen steigen die Temperaturen in schlecht gedämmten Dachwohnungen oft auf unerträgliche Werte. „Gegen die Hitze schützt die Dachdämmung genauso zuverlässig wie gegen die Kälte“, sagt Werner Eike-Hennig vom Institut Wohnen und Umwelt inDarmstadt. „Ein guter Wärmeschutz im Steildach hat heute eine Dämmschichtstärke von 20 bis 30 Zentimetern.“ Abhängig vom Material können Dächer eine lange Lebensdauer haben. „Es gibt Ziegeldächer, die weit über hundert Jahre alt sind“, sagt Reinhold-Postina.

Bei Dächern mit Dachsteinen aus Betonstein gebe es durchaus noch intakte Dächer aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als dieses Material seinen Durchbruch auf dem Markt hatte. Auch Schiefer sei kaum kaputt zu kriegen. Schwachpunkt sei aber der Nagel, mit dem die Schieferplatte befestigt wird. Er halte in der Regel hundert Jahre. tmn
 


von Stephanie Hoenig

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