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12.07.2018 22:13 Uhr | x gelesen
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Arbeiten bis zur Rente?


Bild: Arbeiten bis zur Rente?.  Arbeiten bis 66 oder 67 können viele Beschäftigte schon aus gesundheitlichen Gründen nicht. Die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd stellt deshalb am kommenden Dienstag Prävention und Rehabilitation in den Mittelpunkt eines Diskussionsabends in Ingolstadt.

Arbeiten bis 66 oder 67 können viele Beschäftigte schon aus gesundheitlichen Gründen nicht. Die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd stellt deshalb am kommenden Dienstag Prävention und Rehabilitation in den Mittelpunkt eines Diskussionsabends in Ingolstadt.


Um bis zur Rente arbeiten zu können, müsste sich für viele Beschäftigte etwas ändern ? zum Beispiel durch gesundheitliche Prävention.
Um bis zur Rente arbeiten zu können, müsste sich für viele Beschäftigte etwas ändern - zum Beispiel durch gesundheitliche Prävention.
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Arbeitnehmer ab dem Geburtsjahrgang 1964 werden erst mit 67 Jahren regulär in Rente gehen können. Doch spätestens seitdem die Rentenkommission der Bundesregierung Anfang Juni ihre Arbeit aufgenommen hat, ist immer öfter die Forderung zu hören, das Renteneintrittsalter auf bis zu 69 Jahre zu erhöhen. Wie viele Versicherte werden aber tatsächlich so lange arbeiten können und wollen?

Denn schon jetzt klafft eine Lücke zwischen Theorie und Praxis. Während das gesetzliche Renteneintrittsalter zurzeit bei 65 Jahren und 7 Monaten liegt, sind die Neu-Ruheständler im Schnitt nur 64 Jahre alt. Darauf weist Verena Di Pasquale hin. Die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern ist gleichzeitig die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd, die am kommenden Dienstag in Ingolstadt alle Interessierten zu einer Diskussionsveranstaltung einlädt. "Arbeiten bis zur Rente - geht das?" ist der Abend überschrieben, an dem alle Besucher sich mit Verena Di Pasquale und weiteren Fachfrauen und -männern über eine "gesundheitsbewusste Arbeitswelt" austauschen können.

Denn immer mehr Arbeitnehmer leiden unter chronischen Erkrankungen und können schon jetzt nicht mehr bis zum Rentenalter berufstätig sein. "Jeder siebte Beschäftigte ist erwerbsgemindert", sagt Di Pasquale im Gespräch mit unserer Zeitung. Psychische Störungen hätten dabei mittlerweile körperliche Ursachen als Hauptdiagnose abgelöst.

Was bedeutet das für die Arbeitswelt in Deutschland? Was können die Betriebe und ihre Beschäftigten dafür tun, dass das Arbeiten bis zur Rente tatsächlich möglich wird? Diese Fragen will die Deutsche Rentenversicherung am Dienstagabend in den Mittelpunkt stellen. Und dabei insbesondere auf ihre Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation eingehen. Der Grundsatz laute: Prävention vor Rehabilitation, Rehabilitation vor Rente. Durch Präventionsleistungen solle - noch bevor Erkrankungen entstehen - ein gesundheitsförderliches Leben und Arbeiten von Beschäftigten erreicht werden.

Verena Di Pasquale, im Vorstandsduo der Rentenversicherung die Versichertenvertreterin, ist vor diesem Hintergrund "ganz klar gegen" eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters. Jetzt schon müssten in vielen Betrieben die Arbeitsbedingungen geändert werden, "damit die Menschen Schritt halten können". Wer freiwillig weiterarbeiten möchte, solle das tun können. Aber niemand dürfe dazu gezwungen werden.

"Eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters führt zu einer faktischen Kürzung der Rente", betont Di Pasquale. Dies sei aber nicht die einzige Stellschraube, um wieder mehr Geld in die Rentenkassen fließen zu lassen. Zum Beispiel würden viele Frauen, Ältere oder Mini-Jobber in Deutschland gerne wieder beziehungsweise wieder mehr arbeiten, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen würden.

Laut der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden geht die Diskussionsveranstaltung in Ingolstadt auf eine Initiative der Selbstverwaltung der Versicherten zurück. Einmal im Jahr sollen dabei drängende Themen rund um Rente und Arbeitswelt angesprochen werden.

Auch der Arbeitgebervertreter an der Vorstandsspitze der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd, Ivor Parvanov, beantwortet die Fragen der Besucher, Er ist gleichzeitig Geschäftsführer des Verbandes der bayerischen Wirtschaft. Zu den weiteren Experten gehören Helga Seel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, die auch ein Impulsreferat hält, sowie aus der Region Ingolstadt Siegfried Jedamzik (Allgemeinarzt, Vorsitzender GOIN), Helga Friehe (Gesundheitsnetzwerk Leben, Audi BKK), Regina Guba-Albert (Leiterin Betriebsmedizin, MVZ Klinikum Ingolstadt) und Alexander Meierl (Geschäftsleiter, City-Reha Ingolstadt).

Die Veranstaltung, die vom Journalisten Tom Meiler (BR Abendschau) moderiert wird, beginnt um 19 Uhr und findet im Gasthof "Zum Peterwirt" in Ingolstadt-Unsernherrn statt. Der Eintritt ist frei.

Bereits ab 18 Uhr können persönliche Fragen mit Renten- oder Rehabilitationsfachberatern der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd geklärt werden. Wer daran interessiert ist, soll seine Versicherungsnummer und den Personalausweis mitbringen.


Birgit Sprogies

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