Basierend auf Informationen aus den Büchern von Peter Leuschner und den Internetseiten www.hinterkaifeck.net und www.hinterkaifeck.tv fassen wir den Fall und die Ermittlungen zusammen, beleuchten die Verdächtigen und stellen relevante Informationen zusammen.

 
 
Geplant sind die Folgen:
   

Die Ermittlungen

 
Die Hohenwarter Polizei ruft die Kollegen aus Schrobenhausen zur Hilfe. Schlussendlich wird die Kriminalpolizei aus München angefordert. Der dortige Kommissar Georg Reingruber hat einen guten Ruf. 
Noch auf dem Hof werden die Leichen obduziert. Dabei kommt heraus, dass Cäzilia Gabriel noch rund zwei bis drei Stunden gelebt hat. Im Todeskampf riss sie sich büschelweise die Haare aus. Nach dem damaligen Stand der Kenntnisse wird die Tatzeit auf 21 Uhr am 31. März 1922 eingeschätzt. 
 

Alle sechs Köpfe abgetrennt

 
Landarzt Dr. Johann Aumüller hat gerade eine Fortbildung hinter sich, bei der er gelernt hat, dass man erschlagenen Opfern die Köpfe abtrennen soll, um sie besser untersuchen zu können. Außerdem, so sagt der Aberglaube, könnten Ermordete nicht als Untote ihr Unwesen treiben, wenn ihnen der Kopf fehlt. Der Arzt baut sich zwei Böcke an einer windgeschützten Stelle im Hof auf. Er legt das Türblatt drauf, mit dem die Leichen zugedeckt waren, und beginnt mit der Arbeit. Im Zuge der Obduktion trennt er allen sechs Opfern die Köpfe ab.
 
Es kann nicht ermittelt werden, wie die Hinterkaifecker in den Stall gelockt wurden. Bei mehrmaligen Tests wird festgestellt, dass man im Haus keine Geräusche aus dem Stall hören kann. Weder Schreien noch eine zuschlagende Tür.
Einiges deutet daraufhin, dass die oder der Täter sich noch auf dem Hof aufgehalten haben, Die Tiere sind versorgt, ein Schinken ist frisch angeschnitten und alles Brot aufgegessen. Der Postbote sowie ein Monteur sagen aus, dass sie in den vergangenen Tagen mehrmals auf dem Hof waren. Sie sahen zwar niemanden, hörten aber auch nicht die Tiere schreien. Außerdem soll aus dem Backofen Rauch aufgestiegen sein. Der Hund war nach den Zeugenberichten einmal im Hof angebunden, ein anderes Mal nicht. 
 
Zunächst glaubt die Polizei an einen Raubmord, da die Hinterkaifecker vermögend waren. Sie übersieht aber, dass nur ein kleiner Teil an Bargeld fehlt und der Rest an Wertpapieren und Aktien noch vorhanden ist. Vielleicht wussten die Täter davon nichts oder wollten gezielt den Verdacht auf einen Raubmord lenken. Während den weiteren Ermittlungen kommt man von diesem Verdacht ab und richtet das Augenmerk auf eine emotional geleitete Tat.
 
Die Tatwaffe wird bei den ersten Durchsuchungen nicht gefunden. Sie taucht erst ein Jahr später beim Abriss des Hofes auf. Zahlreiche Verdächtige werden vernommen, aber kein Verdacht erhärtet sich. Namentlich werden Ortsführer (so wurden zur damaligen Zeit die Bürgermeister genannt) Lorenz Schlittenbauer, der gefallene Ehemann von Viktoria Karl Gabriel, der eventuell nicht gefallen ist, sondern untern falschem Namen weiterlebt, sowie entlaufene Psychiatriepatienten und Landstreicher verdächtigt.
 

Schädel der Toten in Bombennacht zerstört

 
Zwei Hellseherinnen melden sich bei der Polizei, dass sich helfen könnten. Dazu benötigen sie aber die Schädel der Opfer. Sie können zwar die eingepackten Schädel dem jeweiligen Opfer zuordnen, aber über den Tathergang sehen sie nichts in ihren Sitzungen. Die Aufarbeitung des Falls nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltet sich schwierig, weil in einer Bombennacht 1945 ein Großteil der Akten sowie die Schädel der Toten verbrennen.
 
Die Ermittlungen ruhen immer wieder und werden erneut aufgenommen. Das Interesse an dem Fall reißt nie ab. Bis heute gibt es neue Spuren. Zeugen melden sich, die zu wissen glauben, wer der Mörder ist. Oder zumindest hätten sie gehört, wer der Täter sein könnte. Der Fall eignet sich vorzüglich, um unliebsame Mitmenschen an den Pranger zu stellen.
 
1955 werden erstmals die Akten geschlossen. 1971 ergib sich wieder eine Spur. So erreicht die Augsburger Staatsanwaltschaft ein Brief, in dem steht, dass ein Brüderpaar aus Sattelberg die Täter seien. Obwohl der Fall schon verjährt ist, wird die Absenderin vernommen. Die Beamten schätzen die 70-Jährige jedoch als verwirrt ein und legen die Aussage zu den Akten.