Hinterkaifeck Marterl
Inschrift des Marterls unweit des Tatortes.
Sabine Olfen
Basierend auf Informationen aus den Büchern von Peter Leuschner und den Internetseiten www.hinterkaifeck.net und www.hinterkaifeck.tv fassen wir den Fall und die Ermittlungen zusammen, beleuchten die Verdächtigen und stellen relevante Informationen zusammen.

 
 
Geplant sind die Folgen:  

Der Fall

 
Ende März 1922 verleben die Bewohner des Einödhofes Hinterkaifeck, nahe Gröbern im Schrobenhausener Land, unruhige Tage. Vor allem die verwitwete Tochter des Bauernehepaares Andreas und Cäzilia Gruber, Viktoria Gabriel, ist sehr angespannt. Sie fühlt sich beobachtet, hört Stimmen und Schritte auf dem Dachboden. Sie und ihr Vater sehen auch am Waldesrand einen Mann stehen, der zu ihnen herüberschaut. Später finden die beiden an dieser Stelle eine Münchner Tageszeitung. 
 
Nach einer Unwetternacht macht sich Andreas Gruber am Morgen des 30. März auf zu einem Kontrollgang um seinen Hof. Dabei sieht er, dass das Schloss zur Motorhütte aufgebrochen ist. In dem frisch gefallenen Schnee entdeckt er außerdem Fußspuren. Diese führen zur Motorhütte, aber nicht wieder weg. Andreas Gruber sieht zwar nach, sagt seiner Familie aber, dass alles in Ordnung sei. Bei den späteren Ermittlungen findet die Polizei zwei Kuhlen im Stroh auf dem Dachboden sowie eine verschobene Dachpfanne. Von der Stelle aus konnte man den ganzen Hof überblicken. 
 
Andreas Gruber befrägt Nachbarn und den Postboten nach außergewöhnlichen Beobachtungen, aber niemand hat etwas gesehen. Am 31. März gehen Vater und Tochter nach Schrobenhausen zum Einkaufen und erzählen dort von den beunruhigenden Vorkommnissen. Dort wird ihnen geraten, zur Polizei zu gehen, aber der alte Gruber wiegelt ab. Er könne sich selbst wehren. Am Nachmittag dieses Tages trifft die langersehnte neue Magd Maria Baumgartner zur Unterstützung auf dem Hof ein. Am Abend sitzen Mutter und Tochter noch zusammen. Andreas Gruber und Viktorias Kinder Cäzilia und Josef sind bereits im Bett. Die neue Magd packt ihre Sachen aus. 
 
Irgendetwas lockt Viktoria im Dunkeln in den Stall. Mit einer Petroleumlampe geht sie hinaus. Sie sieht, dass die Tür zur Futterkammer einen Spalt offen steht. Als sie hineingeht, wird sie am Hals gepackt. Sekunden später zertrümmern neun Schläge ihren Schädel. Mutter Cäzilia sitzt derweil noch in der Küche. Sie wundert sich, wo ihre Tochter bleibt und folgt ihr in den Stall. Auch ihr Weg führt zur Futterkammer, auch ihr Leben endet dort. Der alte Gruber ist verärgert, weil seine Frau und seine Tochter nicht zurückkommen. Er geht in den Stall, wo auch er sein Leben lässt. Inzwischen ist die kleine Cäzilia aufgestanden. Sie sucht im Stallt nach ihren Verwandten. Sie stirbt ebenfalls.
 
Der oder die Täter wissen offensichtlich, dass noch mehr Menschen auf dem Hof sind. Durch die offene Verbindungstür gelangen sie ins Haus und erschlagen dort den kleinen Josef, der in seinem Stubenwagen schläft. Zum Opfer fällt auch die neue Magd. Sie wird später vor ihrem Bett liegend und mit der Decke bedeckt gefunden. Die Leichen im Stall werden mit einem Türblatt und Heu bedeckt.
 
In der Schule wird Cäzilia zwei Tage lang vermisst. In der Kirche in Waidhofen fällt auf, dass die Hinterkaifecker nicht zum Gottesdienst kommen. Als dann ein Monteur, der auf dem Hof einen Motor repariert hat, in Gröbern sagt, in Hinterkaifeck wäre niemand, kommt es den Bewohnern doch komisch vor. Es ist inzwischen der 4. April. Ortsvorsteher Lorenz Schlittenbauer macht sich mit einigen Männern auf die Suche. Sie finden das Ergebnis einer grausigen Tat.