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11.09.2010 00:10 Uhr | x gelesen
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Judo-WM: Schlechter Tag fürs deutsche Team


Heute gibt es leider nicht so viel zu berichten über Sehenswürdigkeiten in Tokio wie in den vergangenen Tagen, denn ich war im Yoyogi National Gymnasium, um mir den zweiten Tag der Judo-Weltmeisterschaften anzuschauen. Doch spannend war auch das.

Yoyogi
Das Yoyogi National Gymnasium
sebastian.kranz
 Das Yoyogi National Gymnasium wurde für die Olympischen Spiele 1964 nach einem Entwurf des Architekten Kenzo Tange gebaut. Das Bauwerk zählt durch eine gelungene Umsetzung japanischer Bautradition in eine moderne Architekturkonzeption zu den schönsten, die Japan zu bieten hat. 

Um 9 Uhr begannen die Vorkämpfe der Gewichtsklassen Männer bis 90 Kilo, Männer bis 81 Kilo und Frauen bis 70 Kilo. Das deutsche Team hatte mit Ole Bischof, Olympiasieger 2008 in Peking, eigentlich einen ganz guten Starter. Bischof überzeugte auch in seinem ersten Kampf und konnte mit einer blitzschnellen Schulterwurftechnik vorzeitig den Sieg holen. In seinem nächsten Kampf verlor er jedoch gegen Elmont Guillaume aus den Niederlanden und schied somit frühzeitig aus. Die beiden Frauen der deutschen Auswahl, Iljana Marzok und Kerstin Thiele, konnten schon nach ihren ersten Kämpfen duschen gehen. Beide verloren mit einem Armhebel.
Kampffläche
Die Kampffläche
sebastian.kranz

Ein bisschen traurig vom Ausscheiden aller deutschen Kämpfer, ließ ich mir trotzdem nicht die Freude am spannenden, schnellen und technisch genialen Judo nehmen und verfolgte begeistert die Wettkämpfe. Denn dieses Ereignis ist schließlich der Grund, warum ich überhaupt nach Tokio gereist bin.

Die Vorrundenkämpfe zogen sich bis 15 Uhr hin. In der Gewichtsklasse bis 81 Kilo waren allein 80 der weltbesten Athleten vertreten. Danach hatte ich zwei Stunden Zeit, um mir etwas zu essen zu holen und mir ein wenig die nähere Umgebung anzuschauen. Nach wenigen Metern hatte ich das Gefühl, irgendwo in Europa gelandet zu sein: Vor mir tat sich eine große Allee mit allerfeinsten Boutiquen aus Paris und Mailand auf. Lediglich der Linksverkehr und die japanischen Nummernschilder erinnerten mich daran, dass ich am anderen Ende der Welt war. 

Ole Bischof
Ole Bischof nahm sich Zeit für ein Foto, obwohl er kurz vorher überraschend früh ausgeschieden war.
sebastian.kranz
Nach der Erkundungstour und einem kleinen Snack bin ich zurück zur Halle, denn die Pause war fast vorbei. Als ich gerade zu meinem Platz gehen wollte, traf ich Ole Bischof, der sich mit einem anderen Judoka unterhalten hatte. Wir fachsimpelten ein wenig über unseren Lieblingssport. Bischof war sauer, dass er durch eine Unachtsamkeit verloren hatte und eigentlich mehr drin gewesen wäre. Anschließend habe ich mir bis 20 Uhr die letzten Kämpfe des heutigen Tages angeschaut und bin danach zurück zum Hotel gefahren.

Und jetzt geht es ab ins Bett.  -  ach nein! Heute erkunde ich das Nachtleben von Tokio. Es soll ja einiges los sein hier.

Grüße aus Japan,

Sebastian
 

 




sebastian.kranz
 
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