Was ist Kimchi?

Kimchi
Kimchi wird traditionell mit einer Chili-Gewürzpaste abgeschmeckt und als Beilage serviert.
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Das koreanische Nationalgericht kann mit dem heimischen Sauerkraut verglichen werden. Es ist Chinakohl, der milchsauer vergoren und mit einer Chili-Gemüsepaste verfeinert wird. Kimchi ist eine traditionelle Essensbeilage zu Fleisch, Tofu und Fisch, schmeckt aber zum Beispiel auch in Wraps fantastisch. Natürlich ist die koreanische Küche ganz anders als die bayerische, aber das Abenteuer der explodierenden Geschmacksknospen lohnt sich. Denn Kimchi ist nicht nur ein exotisches Experiment für die heimische Küche, sondern auch extrem gesund. Die Koreaner schwören auf ihr geliebtes Kraut und haben sogar der Astronautin Yi So Yeon auf dem Weg zur ISS ein wenig mitgeschickt.


Ursprung des Kimchi

Die Intention hinter dem Kimchi war ursprünglich, sich auch im Winter mit Vitaminen versorgen zu können. Da der Chinakohl in Korea zuhauf vorhanden war, fing man an, ihn für die kalte Jahreszeit zu konservieren. Schlau gemacht, denn das Gericht gewinnt durch die Fermentierung sogar noch an gesunden Eigenschaften. Heutzutage ist das Gemüse immer noch allgegenwärtig in Korea. 2012 wurde es von Unesco auf die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Kimchi Fässer
In diesen Fässern wird traditionell der Kimchi zum vergehren aufbewahrt. In alten Stadtteilen, sogenannten Hanok, kann man sie heute noch sehen.
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Was macht Kimchi so gesund?


Kein Fett, aber viele Vitamine. Das koreanische Gericht enthält nicht nur Vitamin A und Vitamin B-Komplexe, sondern auch besonders viel Vitamin C. Außerdem stecken noch Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen im Gesundmacher, die Nerven, Haut und Haare stärken. Besonders gesund sind die enthaltene Folsäure und die Senföle, da sie antibakteriell wirken und freie Radikale bekämpfen. Eine Studie des "Journal of Medicinal Food" gibt an, dass Kimchi nicht nur Übergewicht, sondern auch Krebs vorbeugt. Außerdem wirkt es antioxidativ und verlangsamt somit den Alterungsprozess. Die Milchsäurebakterien, die durch die Fermentierung entstehen, unterstützen die Verdauung und damit auch das Immunsystem.

Rezept:

Es gibt hundert verschiedene Varianten, Kimchi herzustellen, die sich von Region zu Region unterscheiden. Man sagt, durch Kimchi kann man die Herkunft einer Person herausschmecken. Hier finden Sie das Ur-Rezept, dass nicht nur haltbar, glutenfrei und vegan ist, sondern auch für den westlichen Gaumen vielleicht noch am wenigsten befremdlich schmeckt. So geht's:

Zutaten:

1 ganzer Chinakohl (um die 600 Gramm)
1/2 Rettich
3-4 Frühlingszwiebeln
1 EL Chiliflocken
20 Gramm Salz
schwarzer Pfeffer
optional: 30 Gramm Knoblauch

Zubereitung:

Den Chinakohl erst halbieren, dann in Streifen schneiden und diese dann in mundgerechte Stücke verarbeiten. Den Kohl waschen und dann nach und nach mit dem Salz in eine Schüssel geben. Den Kimchi mindestens zwei Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis Wasser austritt und die Blätter biegsam geworden sind. Eventuell kann man den Kohl dabei auch beschweren, damit mehr Flüssigkeit austritt.

Den Rettich und die Frühlingszwiebeln in mundgerechte Stifte schneiden. Je nach Geschmack kann geriebener Knoblauch hinzugefügt werden. Die Mischung mit einer guten Prise Pfeffer und den Chiliflocken unter den Kohl mengen. Wegen des Chilis empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen.

Das Gemüse inklusive des ausgetretenem Kohlsaftes in einen Behälter geben und nach Möglichkeit luftdicht verschließen. So verhindert man, dass andere Bakterien in das Kimchi gelangen und den Gärungsprozess behindern. Im Behältnis sollte möglichst wenig Luft zwischen den Blättern sein, und zwischen Kimchi und Deckel müssen mindestens noch drei Zentimeter frei bleiben. Wegen Gasbildung muss der Deckel des Behältnisses ein bis zwei Mal pro Tag geöffnet werden.

Das Kimchi bei Zimmertemperatur ein bis zwei Tage gären lassen und danach im Kühlschrank aufbewahren.
Je nach persönlichen Vorlieben kann das Rezept natürlich angepasst werden. Kimchi kann auch frisch, also nicht fermentiert, gegessen werden, ist dann allerdings nicht ganz so gesund aufgrund der fehlenden Milchsäurebakterien.


Wer die moderne, typische Variante an Kimchi herstellen möchte, findet hier ein Video mit Rezept.