Mit 3,6 Millionen Nutzern hatte das Netzwerk im Jahr 2010 seinen Höhepunkt. Davon dürften allerdings nicht mehr viele übrig sein. Die paar Verbliebenen haben nun eine E-Mail bekommen: "Unsere traurige Aufgabe ist es, Euch mitzuteilen, dass wir den Betrieb der Online-Plattform lokalisten.de zum 30.09.2016 einstellen werden."

Das Team von Lokalisten hat jedoch ein "kleines Trostpflaster" parat: In der Nachricht wird man mit den "tollsten" Videos auf ProSieben Maxx vertröstet. Wer nun eins und eins zusammen zählt, erkennt, wer mittlerweile hinter dem Netzwerk steht: ProSiebenSat.1 Media. Seit 2008 hält der Medienkonzern 90 Prozent des sozialen Netzwerks. Schlechtes Timing. Denn im gleichen Jahr wurde Facebook auch auf deutsch veröffentlicht. Und den Lokalisten liefen die Nutzer davon.

Hinzu kommt: Die Lokalisten stammten größtenteils aus Süddeutschland, konzentrierten sich auf Kontakte aus der eigenen Region. Über Facebook hingegen kann man mit Menschen der ganzen Welt in Kontakt treten. Wirft man dann noch einen Blick auf die Startseite von Lokalisten, hat man den Eindruck, dass sich seit dem Launch 2005 nicht viel geändert hat.

Es macht den Anschein, als wäre das Netzwerk über die Jahre vergessen worden. Nicht nur von ehemaligen Nutzern, sondern auch von den Machern. Traurig ist das Aus nicht, überraschend auch nicht, es war nur eine Frage der Zeit.

Immerhin hat sich Lokalisten mehr als zehn Jahre gehalten. Kein schlechter Schnitt für ein soziales Netzwerk. Selbst Facebook verliert in der jungen Zielgruppe Nutzer. Die sozialen Medien verändern sich. Schneller, bunter und aufregender muss es sein. Das zeigen Snapchat, Instagram und Whatsapp. Videos werden verschickt, in denen die Nutzer zu Hunden, Hasen und Blumenmädchen werden. Mit Filtern werden Fotos aufgehübscht. Sprachnachrichten ersetzen das Telefonieren. Netzwerke, die auf persönliche Profile und langwierige Chats setzen, können da nicht mehr mithalten. Trotz toller Videos auf ProSieben Maxx.