Wer genau hinhört, findet aber schnell heraus, um wen es geht: In der zweiten Strophe heißt es nämlich: „I setz’ mi zu der Lanzlin hi’, da gibt’s an riesen Spaß.“ Die Lanzlin, das ist Anna Lanzl, die 45 Jahre lang das Lanzl-Festzelt geführt hat - natürlich auch auf dem Barthelmarkt. „Sie war damals die einzige Frau als Festwirtin, das war schon etwas Besonderes“, sagt Michaela Kemper, Tochter der Lanzlin und heutige Leiterin des Ingobräu-Zelts.
 

Widmung an Anna Lanzl


Anna Lanzl
45 Jahre lang war Anna Lanzl Festwirtin - auch am Barthelmarkt.
privat
Als Festwirtin nahm Anna Lanzl sich stets Zeit für ihre Gäste an den Biertischen - oder auf der Bühne. So wie den Musiker Helmut Högl. „Högl ist 20 Jahre lang immer sonntags zum Frühschoppen am Barthelmarkt aufgetreten“, erzählt Kemper. „Da ist irgendwann eine gute Freundschaft entstanden.“ 1979 setzte Högl dieser Freundschaft ein Denkmal und komponierte und textete das Barthelmarkt-Lied.

Das Stück ist aber auch eine Hommage an den Barthelmarkt selbst. Begleitet wurde Helmut Högl nach Oberstimm häufig von seinem Sohn Michael. „Früher gab’s das noch nicht so, Disco im Bierzelt. Mein Vater war einer der Ersten, der eine Show gemacht hat“, erinnert sich Michael Högl zurück an seine Jugendzeit. „Der Barthelmarkt war schon eines seiner allerliebsten Feste und mit das Highlight im Jahr, was seine Popularität angeht.“ Kein Wunder also, dass Helmut Högl im Refrain festhielt, „wia i mi’ heit scho g’frei“.


Barthelmarkt-Lied als Evergreen

 

Helmut Högl
Der Barthelmarkt war eines der Lieblingsfeste von Helmut Högl.
Screenshot/YouTube

Obwohl das Barthelmarkt-Lied in diesem Jahr bereits seinen 36. Geburtstag feiert, wird es wahrscheinlich mit derselben Begeisterung wie 1979 gesungen. „Ich freue mich jedes Mal, wenn meine Mutter in dem Lied genannt wird“, sagt Kemper.

Erwartungsvoll sieht sie deshalb dem Barthelmarkt-Freitag entgegen, an dem Michael Högl mit der Högl Fun Band in ihrem Zelt aufspielen wird. „Wir sind schon fünf-, sechsmal am Barthelmarkt aufgetreten“, sagt Michael Högl, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten und eigentlich in Kufflers Weinzelt auf dem Oktoberfest zu Hause ist. „Jetzt ist es endlich mal wieder so weit, wir freuen uns riesig.“

Dass das Barthelmarkt-Lied dann nicht fehlen darf, steht natürlich außer Frage. So heißt es in wenigen Tagen wieder:

Refrain: Barthelmarkt in Oberstimm,
ja da muass i hi’.
Barthelmarkt in Oberstimm,
des is was für mi’.
Alle meine oid’n Freind san’ alle Jahr dabei.
Du glaubst as net, du glaubst as net,
wia i mi’ heit scho g’frei.
Du glaubst as net, du glaubst as net,
wia i mi’ heit scho g’frei.

A Rösserl hab’ i heit’ verkaft,
so rund und gsund und schee.
Wenn’s a nimmer richtig laft,
es konnt halt grad no geh’.
Da Bauer schaut dem Ross ins Maul
und kratzt se hinter’m Ohr.
Schlag ei, schlag ei, schlag ei, schlag ei,
sonst kommt dir oana z’vor!
Schlag ei, schlag ei, schlag ei, schlag ei,
sonst kommt dir oana z’vor!

(Refrain)

Nacha geht’s ins Bierzelt nei
auf a frische Mass.
I setz’ mi zu der Lanzlin hi’,
da gibt’s an riesen Spaß.
D’Kellnerin is a scho da
und fragt nach meim’ Begehr.
Schenk ei, schenk ei, schenk ei, schenk ei,
der Durst wird oiwai mehr.
Schenk ei, schenk ei, schenk ei, schenk ei,
der Durst wird oiwai mehr.

(Refrain)

Auf d’letzt geht’s na an Festplatz naus,
und alle schaug’n mi o.
I hab’ die allerliabste Maus,
da is fei scho was dro’.
Und wer’n de Bursch’n gar zu gach,
was moanst, wia i na schrei’:
Hoit ei, hoit ei, hoit ei, hoit ei,
des Dirnd’l is des mei!
Hoit ei, hoit ei, hoit ei, hoit ei,
des Dirnd’l is des mei!

(Refrain)