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Schach-Weltverband suspendiert umstrittenen Präsidenten Iljumschinow

erstellt am 13.07.2018 um 13:34 Uhr
aktualisiert am 13.07.2018 um 15:38 Uhr | x gelesen
Der Schach-Weltverband hat seinen umstrittenen Präsidenten Kirsan Iljumschinow wegen Verstößen gegen die Ethik-Regeln bis Januar 2019 suspendiert.
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Kirsan Iljumschinow wurde bis Januar 2019 suspendiert Kirsan Iljumschinow wurde bis Januar 2019 suspendiert
Kirsan Iljumschinow wurde bis Januar 2019 suspendiert
© 2018 SID

Der Schach-Weltverband FIDE hat seinen umstrittenen Präsidenten Kirsan Iljumschinow wegen Verstößen gegen die Ethik-Regeln bis Januar 2019 suspendiert. Dies teilte die FIDE am Freitag mit. Iljumschinow, ehemaliger Präsident der russischen Teilrepublik Kalmückien und seit 1995 FIDE-Vorsitzender, soll unter anderem dem Verband mit unwahren und provokativen Statements Schaden zugefügt, andere Vorstandsmitglieder diskreditiert sowie finanzielle Konflikte ausgelöst haben.

Iljumschinow ist seit Jahren umstritten. Unter anderem behauptete er, von Außerirdischen entführt worden zu sein. Zudem suchte er immer wieder die Nähe von Diktatoren. Während des libyschen Bürgerkriegs spielte er öffentlich mit dem später gestürzten Muammar al-Gaddafi Schach. Während des syrischen Bürgerkriegs besuchte er Machthaber Bashar al-Assad.

Seit 2015 steht Iljumschinow zudem auf der Sanktionsliste der USA. Er soll Geschäfte mit der Terrormiliz IS gemacht haben. Aufgrund dessen schloss die Schweizer Bank UBS Bankkonten der FIDE. Der Verband hat sich inzwischen von Iljumschinow distanziert.

Der Kalmücke kündigte unterdessen an, vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen die Suspendierung vorzugehen. "Ich gebe nicht auf. Ich werde nicht zurücktreten, ich werde kämpfen. Das ist eine rein politische Entscheidung", sagte er dem Fernsehsender REN TV und bezichtigte einige FIDE-Mitglieder, "nach der Pfeife der Amerikaner zu tanzen."

Die FIDE wählt im Oktober einen neuen Präsidenten. Iljumschinow hatte angekündigt, nicht erneut zu kandidieren und unterstützt den ehemaligen russischen Vize-Premierminister Arkady Dworkowitsch. Dieser tritt gegen den britischen Großmeister Nigel Short und den amtierenden FIDE-Vizepräsidenten Georgios Makropoulos (Griechenland) an.

Moskau (SID)
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