Sonntag, 27. Mai 2018
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Jürgen Fuchs, einst Vierter in der Motorrad-WM, verschliss während seiner Karriere rund 50 Rennanzüge

Spätstarter aus Scheyern

erstellt am 16.05.2018 um 22:32 Uhr
aktualisiert am 16.05.2018 um 22:36 Uhr | x gelesen
Seine Geschichte klingt unglaublich - und doch ist sie wahr: Erst im Alter von 24 machte Jürgen Fuchs den Motorradführerschein - und fuhr nur wenige Jahre später um die Krone in der Weltmeisterschaft.
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Ein Rennanzug aus Jürgen Fuchs? erfolgreichster Saison: 1996 holte der Scheyrer in der Kluft der italienischen Firma Dainese vier Podestplätze in der Motorrad-WM und wurde Vierter der Gesamtwertung. Rund 50 Anzüge verschliss der 52-Jährige während seiner Karriere.
Ein Rennanzug aus Jürgen Fuchs' erfolgreichster Saison: 1996 holte der Scheyrer in der Kluft der italienischen Firma Dainese vier Podestplätze in der Motorrad-WM und wurde Vierter der Gesamtwertung. Rund 50 Anzüge verschliss der 52-Jährige während seiner Karriere.
Petri
"Es ist supergeil gelaufen und schön, sich zu erinnern", sagt der Scheyrer heute.

Zwar galt Fuchs schon mit 15 Jahren als Talent im Kartsport, doch seinem Vater fehlte als Spediteur die Zeit, den Junior zu fördern. So gründete dieser mit seinem Bruder zunächst eine Autoreinigungsfirma, ehe er eher zufällig zum Motorsport zurückfand: Bei einem Ausflug des Rennsportclubs Pfaffenhofen fuhr er auf einer Rennstrecke im ehemaligen Jugoslawien zum ersten Mal Motorrad - und war sofort Feuer und Flamme. "Ich hab' mir gleich eins gekauft und den Führerschein gemacht. " Die ersten Ausfahrten verliefen allerdings schmerzhaft. "Ich hatte viele schwere Stürze, aber zum Glück keine schweren Verletzungen", berichtet der heute 52-Jährige. Doch schon im dritten Jahr auf dem Bock wurde Fuchs überlegen Deutscher Meister - und stieg ohne Umwege in die WM der 250ccm-Klasse (heute Moto2) ein.

1995 wurde er auf einer Honda WM-Elfter, ein Jahr später schaffte er als Werksfahrer den Durchbruch. "Ich stand viermal auf dem Podest", erzählt Fuchs. In Assen raste er vor 200000 Fans nach dem im März überraschend verstorbenen Ralf Waldmann als Zweiter durchs Ziel, in der Gesamtwertung landete er hinter Motorrad-Legende Max Biaggi, Waldmann und Olivier Jacque auf Rang vier.

1997 wechselte Fuchs in die 500ccm-Klasse (heute MotoGP) - und lernte einen Beifahrer kennen: die Angst. "Ich bin wegen technischer Defekte fünfmal bei mehr als 300 Kilometern pro Stunde abgeflogen. Aber ein Rennfahrer ist ein Verdrängungskünstler", sagt Fuchs, der im Schnitt acht Rennanzüge pro Saison verschliss. "Damals hatten die noch keine Airbags wie heute", erklärt er. Ein Unfall beendete 1998 auch seine erfolgreiche WM-Karriere: "Auf dem Sachsenring habe ich den Fuß ins Hinterrad bekommen, ein Jahr war ich verletzt raus. "

Fuchs blieb der Szene sechs Jahre als Kommentator für Eurosport erhalten. Heute arbeitet er als Testfahrer für BMW und bietet ambitionierten Hobbyfahrern Fahrtechnikseminare an. "Ich fahre heute mehr Motorrad als damals", sagt er und lacht.

Es ist das primäre Erkennungsmerkmal in jedem Sport - das Trikot. Über die Jahre hinweg haben sich Beschaffenheit und Design stetig verändert, nur eines bleibt für immer: die Gedanken an die darin errungenen Erfolge. Alexander Petri
 
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