Montag, 17. Dezember 2018
Lade Login-Box.

"Man muss einfach durchziehen"

erstellt am 20.03.2015 um 23:56 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 12:22 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (dk) Am Freitagabend hat Huberbua Alexander Huber im gut gefüllten Kletterzentrum Interessierte auf eine Reise durch seine Expeditionen mitgenommen. Alles unter dem Aspekt des Lichts der Berge.
Textgröße
Drucken
Alexander Huber
Sabine Olfen
Was gibt es Schöneres, als wenn nach einer durchfrorenen Nacht im Biwak die ersten Sonnenstrahlen am Horizont auftauchen und Körper und Geist erwärmen? Nicht viel, wenn man Alexander Huber glauben darf. Die Nacht am Cerro Torre war kalt. Bitter kalt. Im Kletter-Mekka Patagonien lag Schnee. Und außer der Kleidung am Körper hatten der 46-Jährige, sein Bruder Thomas und die beiden Kletterpartner nichts dabei. Also machte man es sich auf einem rund 40 Zentimeter breiten Felsvorsprung gemütlich. Über und unter einem 1500 Meter Steilwand. Aber was soll's. Der Blick ist unendlich. Unten am Fuße des Cerro Torre erstreckt sich der Nationalpark an der argentinisch-chilenischen Grenze. Ganz und gar nicht gemütlich ist die Route in den hohen Schwierigkeitsgraden. "Wenn du dauernd 11er vorgestiegen bist, ist die letzte Seillänge in einem 10er auch schon wurscht. Du musst einfach durchziehen", resümiert Huber über das schlussendliche Erreichen des Gipfels.
 
 

 
Eine weitere Expedition führte die Brüder nach Kanada, genauer gesagt, in die Arktis auf Baffin Island. Ziel des Ausflugs: der Mount Asgard. Da war schließlich noch ein Rechnung mit einem belgischen Kletterteam offen, das ihnen eine Route abspenstig gemacht hatte und erstbestiegen hat. Die Revanche ist geglückt, und um Mitternacht und vollem Sonnenschein erreichten die Hubers den Gipfel. 
 
Huberbuam
Neben den Projekten, die Alexander Huber mit seinem Bruder Thomas bewältigte, erzählte er noch von einem Soloprojekt an der Sonnenwand in Österreich. Die bestieg er mit einer Selbstsicherung. Ein Freund, der nicht in so hohen Schwierigkeitsgraden klettern kann, begleitete ihn und stieg die Routen mit Hilfsmitteln nach. Als beide oben angekommen waren, zauberte der Kletterpartner eine Getränkekiste aus dem Unterholz, die er am Tag vorher heimlich über einen anderen Weg dort deponiert hatte. 
Zum Schluss verriet er noch, wie die Aufnahmen zu den Filmen und Vorträgen entstehen. Mit welchen Hilfsmitteln die Kameraleute in die Wand gebracht und gesichert werden. Ein erfahrener Kletterer steigt vor und befestigt für Kameramann und Fotograf jeweils ein Seil. Die beiden steigen in die Wand ein und befinden sich immer oberhalb der Huber-Brüder. So entstehen die spektakulären Bilder.
 
Ganz wichtig war es Alexander Huber zum Ende des Streifzuges durch seine Erlebnisse noch zu betonen, dass es in den Bergen nicht immer um Höchstleistungen gehen muss. Die Berge halten für jeden das Passende parat. Das kann Spazierengehen oder Wandern sein, oder auch mit der Seilbahn auf den Gipfel fahren und sich dort den Kaiserschmarrn schmecken lassen. 
 
Trotzdem war das Fazit des Abends: "Immer schee festhalten und ned loslassn."
 
Sabine Olfen
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!