Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Deutschland verliert bei der Inline-Hockey-WM gegen Topfavorit USA knapp mit 4:5

Packender Auftaktkrimi ohne Happy End

Ingolstadt
erstellt am 01.06.2012 um 22:01 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 13:00 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Toller Auftakt in der Saturn-Arena, nur das Ergebnis stimmte nicht. Mit 4:5 unterlag Deutschland im ersten Spiel der Inline-Hockey-WM in Ingolstadt dem hohen Favoriten USA und bot trotzdem eine Klassepartie.
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Ingolstadt: Packender Auftaktkrimi ohne Happy End
Bot eine gute Leistung gegen die USA: Abwehrspieler Stephan Daschner. - Foto: Meyer
Ingolstadt

Der Respekt voreinander war auf beiden Seiten groß. „Wir haben uns intensiv auf diese Begegnung vorbereitet. Deutschland will besser abschneiden als zuletzt und spielt vor heimischen Publikum, das wird ein schweres Match prophezeite USA-Trainer Joe Cook, der als Spieler selbst zweimal Gold gewann und nun erstmals als Headcoach diesen Erfolg wiederholen will. Nach dem das deutsche Team die USA im Training beobachtet hatten, war aber auch hier fast Ehrfurcht spürbar. „Ich glaube, da müssen wir uns warm anziehen“, sagte Verteidiger Patrick Seifert, als er die schnellen US-Amerikaner sah.

Fotostrecke: Inline-Hockey-WM Freitag
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Nachdem das ehemalige Castingtalent Ramona Fottner aus Geisenfeld beide Nationalhymnen gesungen hatte, hielt die Partie hielt dann auch, was sie versprach. Dabei erwischten die Deutschen den besseren Start, im Besonderen Thomas Greilinger. Der Torjäger des ERC Ingolstadt nutzte seinen Heimvorteil, luchste in seiner Arena Rafael Rodriguez den Puck ab und schob ihn US-Goalie Nicholas Maricic eiskalt durch die Schoner – 1:0 nach 6:40 Minuten. Wenig später traf Michael Wolf noch den Pfosten.

Aber die Amerikaner ließen sich davon nicht beeindrucken. Bei den eingespielten Inline-Profis, die von Trainer Cook in einem fünftägigen Camp gecastet wurden, lief der Puck wie am Schnürchen. Immer häufiger nahmen sie DEB-Schlussmann Joey Vollmer unter Beschuss, doch der 32-Jährige hielt bravourös. Gegen Travis Noes Handgelenkschuss über die Fanghand in den Winkel war er jedoch machtlos – 1:1 (15.). Und die Amis drückten weiter. Pech für die Auswahl von Bundestrainer Georg Holzmann, dass Jose Cadiz nach einem verlorenen Bully nicht lange fackelte und noch vor der Halbzeitpause zum 2:1 einschoss (23.)

Mit Robin Riemel sorgte dann ein weiterer Lokalmatador für den Ausgleich. Bei einem Break lief der Pfaffenhofener, der zusammen mit Greilinger und Wolf für die Rolling Wanderers Germering in der Deutschen Inline-Hockey-Liga spielt, plötzlich alleine auf Maricic zu und hämmerte den Puck zum 2:2 unter die Latte (27.).

Die 2518 Zuschauer in der Halle waren begeistert und feuerten das Team nun immer wieder an. Aber das Team USA blieb brandgefährlich, und Patrick Lee brachte den Favoriten in der 35. Minute erneut in Führung. Mit atemberaubendem Tempo drängte der Rekordweltmeister nun auf die Entscheidung. Aber Deutschland hielt dagegen und wurde belohnt. Greilinger legte schön quer auf Florian Jung, der zum 3:3 einschoss (40.). Aber wieder schlugen die USA zurück. Shawn Gawrys nutzte mehrere Fehler in der DEB-Abwehr gnadenlos aus – 3:4 (43.). Der stärkste Amerikaner, Jose Cadiz, der mit unglaublichen Bewegungen begeisterte, sorgte dann nach einem Konter mit dem 3:5 für die Entscheidung (45.). Wolf gelang 82 Sekunden vor Schluss zwar noch das 4:5, doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr.

Wie ernst die Topteams das Turnier nehmen und wie dicht die Mannschaften leistungsmäßig in diesem Jahr zusammenliegen, zeigten andere Partien. Der fünffache Champion Schweden, der 2011 in Tschechien erstmals seit zehn Jahren ohne Medaille geblieben war, ließ einen 0:3-Rückstand gegen Finnland nicht auf sich sitzen und lieferte sich mit dem Nachbarn einen äußerst harten Kampf. Da die Referees nicht eingriffen, entwickelte sich eine eishockeyähnliche Partie mit vielen, oft unfairen Körperattacken. Am Ende siegte das Dreikronenteam noch mit 5:3 und etliche Spieler humpelten vom Feld.

Eine kleine Überraschung war auch der 5:4-Erfolg von Slowenien in der Verlängerung gegen Kanada. Selbst Titelverteidiger Tschechien kam nicht ungeschoren davon und musste gegen Aufsteiger Großbritannien ebenfalls in die Verlängerung, ehe Zdenek Kubica Treffer zum 5:4-Sieg gelang.

 

Ergebnisse, 1. Spieltag,

Gruppe A: Schweden – Finnland 5:3, Großbritannien – Tschechien 4:5 n. V.

Gruppe B: Kanada – Slowenien 4:5 n. V., Deutschland – USA 4:5.

Gruppe C: Australien – Kroatien 4:5, Bulgarien – Slowakei 0:21.

Gruppe D: Österreich – Japan 14:2, Neuseeland – Ungarn 3:7.

 


Die Redaktion von donaukurier.de wird zur Inline-Hockey-WM einen Blog pflegen. Pro Tag eine Folge, immer aus einem anderen Blickwinkel und immer von einem anderen Verfasser. Es wird der Redakeur mit Eishockey-Grundkenntnissen ebenso die WM besuchen, wie die Kollegin, die ausgemachte Eishockey-Expertin ist, oder der Fotograf, der sonst die Spieler des ERC durch den Sucher seiner Kamera verfolgt. Aktuelle Berichte rund um die WM und den Blog finden Sie auf www.donaukurier.de/inlinewm

Von Gottfried Sterner
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