Mittwoch, 21. November 2018
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18. Ingolstädter Halbmarathon bei sommerlichem Wetter: Läufer schwitzen, Zuschauer jubeln

Volksfest für ein paar Stunden

Ingolstadt
erstellt am 29.04.2018 um 20:21 Uhr
aktualisiert am 21.11.2018 um 09:30 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Volksfest in der Stadtmitte: Der Ingolstädter Halbmarathon lockte bei sommerlichen Temperaturen am Samstagnachmittag Tausende an die Strecke zwischen Start und Fußgängerzone. Dort wurde zweieinhalb Stunden angefeuert und geklatscht. Alternativ gab es Cappuccino oder Eis unter Schatten spendenden Sonnenschirmen. Manch einer nahm einen Sonnenbrand mit nach Hause.
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Trinken, trinken, trinken: Bei sommerlichen Temperaturen waren die Verpflegungsstände wichtiger als sonst.
Fotos: Hauser
Ingolstadt
Volksfeststimmung eine halbe Stunde vor dem Start auch auf der alten Donaubrücke: Musik aus Kopfhörern verkürzen bei vielen Teilnehmern die letzten Minuten. Mario macht seine KTM fertig, mit der er Kameramann Roland den kompletten Halbmarathon vor der Spitze des Feldes in die beste Position bringen wird. Das Führungsfahrzeug (natürlich aus Ingolstädter Produktion) steht bereit. Auch die Tempomacher für die Läufer, die sich 1:30, 1:45 oder 2:00 Stunden als Ziel gesetzt haben, sind fit. Auf den Rädern sitzen die Organisatoren wie Roland Knoll, der lieber mittendrin als nur dabei ist. Moderator Peter Maisenbacher, seit dem ersten Ingolstädter Halbmarathon dabei, scherzt mit Sportbürgermeister Sepp Mißlbeck, der an seinem Geburtstag Zeit findet, die Läufer um 17.30 Uhr auf die Strecke zu schicken. Hunderte Smartphones blicken Richtung Start. Und klar, Läufer machen Selfies mit dem Startbogen als Beweis, dass man schon besser ausgeschaut hat als nach dem Halbmarathon. Das Volksfest kann beginnen.
Fotostrecke: Halbmarathon 2018
Aus den Lautsprechern hallt der Hinweis, bei den hohen Temperaturen sollte man die 21 Kilometer langsam angehen, sonst würde einen bei der 15er-Marke der Hammer treffen. Die Spitzenläufer liefen übrigens pro Kilometer zehn Sekunden langsamer. Knapp 50 Teilnehmer haben sich den Tipp wohl nicht zu Herzen genommen oder zu wenig getrunken. Laut Björn Schäfer, dem Pressesprecher des BRK Ingolstadt, war es dennoch "ein verhältnismäßig ruhiger" Halbmarathon. Drei der Sportler mussten zur Beobachtung ins Klinikum.
Trinken, trinken, trinken: Bei sommerlichen Temperaturen waren die Verpflegungsstände (oben) wichtiger als sonst. Im Ziel verließen manchen Läufer dennoch die Kräfte (links). An der Strecke standen Zuschauer bis zum Schluss.
Im Ziel verließen manchen Läufer dennoch die Kräfte.
Fotos: Hauser
Ingolstadt


Volksfeststimmung herrscht auch auf den Wiesen und unter den schattigen Bäumen im Klenzepark, wo nach gut 70 Minuten der Sieger ins Ziel läuft. Wenn die Erstplatzierten schon geduscht, umgezogen und satt sind vom Pastabüffet, kämpfen sich viele Läufer mit vierstelliger Startnummer mit schmerzverzerrtem Gesicht, mit reduziertem Tempo oder gar humpelnd zielwärts. Aufgeben gibt es nicht, und die Zuschauer feuern auch die Langsamen und Letzten an. Sie brauchen und bekommen mehr Zustimmung als die Besten.

18. Ingolstädter Halbmarathon


Claus steht als Zuschauer in der Donaustraße: "Ich käme wohl nicht mal ordentlich von der Brücke weg", gibt er selbstkritisch zu. "Daher habe ich auch vor den Langsamsten den höchsten Respekt." Eine Riesentruppe an den Start schickt Airbus. 250 Teilnehmer in Borussia-Dortmund-farbenen Trikots sorgen auf der Strecke für gute Laune. Die Airbusler lachen, winken, rufen und unterhalten sich auch untereinander. Und wer schwächelt, weiß zwei Physiotherapeuten im Klenzepark als letzte Rettung.
Fotostrecke: Halbmarathon Kilometer 15 bis 21

Die Organisation bekommt - wie immer - ein dickes Lob. Sprecher Maisenbacher: "In Ingolstadt weiß ich alles perfekt vorbereitet, die Technik steht, hier geht nichts schief." Veranstalter Roland Muck dankte am Abend seinem "wie immer engagierten Team und den bewährten Helfern, ohne die so ein Halbmarathon nicht möglich wäre". Der Termin für das nächste Jahr ist übrigens schon fixiert: Es soll der 4. Mai sein.

Zu später Stunde künden nur noch ein paar Sperrgitter vom sportlichen Spektakel. Vor den Cafés und den Eisdielen ist Normalität eingezogen.

 
Oliver Konze
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