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Äthiopier gewinnt Ingolstädter Halbmarathon – Stöhr holt im Schlussspurt gegen Middelhoff Rang drei

Tulu läuft der Konkurrenz davon

Ingolstadt
erstellt am 27.04.2014 um 21:45 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 12:24 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Der Äthiopier Mitku Soboka Tulu hat den Ingolstädter Halbmarathon gewonnen. Der Athlet des PTSV Rosenheim verpasste mit einer Zeit von 1:07,14 Stunden zwar den Streckenrekord, sein Sieg war aber zu keiner Zeit gefährdet. Der Zweitplatzierte Hagen Brosius lag deutlich dahinter.
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Tulu war schon im Vorfeld als Favorit ausgemacht worden und dieser Rolle wurde der 33-Jährige auch gerecht. Früh setzte er sich vom Verfolgerfeld ab und lief die gesamte Strecke vorneweg. Rundum zufrieden zeigte er sich überraschenderweise trotzdem nicht: „Natürlich freue ich mich über den Sieg, aber ich habe mir eine Zeit zwischen 1:03 und 1:04 Stunden erhofft.“ Vor allem die Schotterabschnitte, wie etwa das Stück entlang des Baggersees, hätten ihm zu schaffen gemacht. Auf dem Asphalt sei es indes gut zu laufen gewesen. Auch das Wetter verhinderte wohl eine noch bessere Zeit des Äthiopiers. Denn auch wenn die Bedingungen für die Zuschauer bei strahlendem Sonnenschein ideal gewesen sein mögen, „zum Laufen war es etwas zu warm“, sagte Tulu.

Fotostrecke: Running Kids
Fotostrecke: Halbmarathon 2014


Der Zweitplatzierte Hagen Brosius, der unter den rund 3000 Läufern nach 1:09:09 Stunden ins Ziel einlief, drückte es noch deutlicher aus: „Zum Laufen war es extrem heiß. Aber ein Lob an den Veranstalter, die Versorgung mit Getränken während und nach dem Lauf war super.“ Mit seiner Leistung zeigte sich der Athlet des MTV Ingolstadt zufrieden: „Ich war schneller als letztes Jahr und das, obwohl ich jetzt berufstätig bin und nicht mehr profimäßig laufe.“ Natürlich hätte er gerne gewonnen, doch seine Hauptintension war es, Spaß zu habe und das Erlebnis Halbmarathon mit den anderen Läufern zu teilen. „Ich habe gehofft, lange mit einer kleinen Gruppe mitlaufen zu können, war aber recht schnell alleine.“ Positiv habe es sich für ihn ausgewirkt, dass gleichzeitig der Triplestaffel-Lauf stattfand. „Ich habe mich lange Zeit an einen Staffelläufer drangehängt und den Windschatten von ihm ausgenutzt“, schilderte er seine Taktik.

Ingolstadt: Tulu läuft der Konkurrenz davon
Auf der Zielgeraden: Mitku Soboka Tulu läuft die letzten Meter des Ingolstädter Halbmarathons unter strömendem Beifall der Zuschauer im Klenzepark. Der Äthiopier benötigte für die 21,1 Kilometer lange Strecke 1:07,14 Stunden und landete damit konkurrenzlos auf Platz eins. - Foto: Bösl
Ingolstadt

Während die Plätze eins und zwei also klar an Tulu und Brosius gingen, gab es ein dramatisches Finale zwischen Heiko Middelhoff (1:12,37 Stunden) und Markus Stöhr (1:12,35) um den dritten Rang. Die beiden MTV-Ahtleten lieferten sich einen packenden Schlussspurt, an dessen Ende Stöhr die Nase um zwei Sekunden vorne hatte. Dabei schien es lange Zeit sicher, dass Middelhoff die Bronzemedaille gewinnen würde. „Ich bin etwa ab Kilometer sieben in einer Dreiergruppe mit Matthias Ewender und Stöhr gelaufen, konnte mich dann absetzen, die letzten Kilometer ist Stöhr aber wieder herangekommen, weil ich nicht mehr zulegen konnte“, beschrieb Middelhoff. Letztlich gaben die besseren Sprintqualitäten Stöhrs den Ausschlag. „Etwas mehr habe ich mir schon erhofft und natürlich ist es ärgerlich, dass ich den dritten Platz noch abgegeben habe, aber das hake ich jetzt ab“, zog der Schrobenhausener Bilanz. Sein Konkurrent Stöhr zeigte sich nach dem Rennen natürlich sehr zufrieden: „Das war eine neue Bestzeit für mich“, sagte er. „Ich bin lange im Windschatten von Matthias Ewender gelaufen und konnte dann am Ende noch zulegen.“ Eine Begründung, warum er sich am Ende nicht gegen seinen Kontrahenten durchsetzen konnte, lieferte Middelhoff: „Ich bin zur Vorbereitung vor allem Strecken bis maximal 5000 Meter gelaufen, da ich bald bei den Bayerischen Meisterschaften antrete.“ Zudem sei er aufgrund von Verletzungen und Krankheit nicht optimal durch den Winter gekommen.

Der neben Sieger Tulu als Favorit gehandelte Äthiopier Kedir Burka konnte die Erwartungen nicht erfüllen und gab sogar während des Rennens auf. Miguel Lenz, Vorjahressieger des Ingolstädter Laufcups, landete auf dem achten Platz. Matthias Ewender, der lange mit Middelhoff und Stöhr gleich auf war, kam als Fünfter ins Ziel.

Auch wenn nicht alle Läufer es bis ins Ziel geschafft haben und einige sogar ärztliche Hilfe benötigten, lobten die meisten Teilnehmer die wieder einmal gute Organisation unter der Leitung von Roland Muck und Roland Knoll. „Wir sind mit dem Ablauf insgesamt zufrieden“, sagte Muck. Vor allem die Fußgängerzone sei proppenvoll mit Zuschauern gewesen, welche die Läufer immer wieder angefeuert hätten. „Das war schon toll für die Athleten“, sagte Muck. Allerdings sei es in der Innenstadt aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auch zu Problemen gekommen.

Alle Ergebnisse des Ingolstädter Halbmarathons finden Sie hier.
 
Von Christoph Enzmann
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