Mittwoch, 21. November 2018
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Triathlet Markus Stöhr entscheidet 18. Ingolstädter Halbmarathon für sich

Ingolstadt
erstellt am 28.04.2018 um 22:41 Uhr
aktualisiert am 21.11.2018 um 09:15 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Heimsieg für Markus Stöhr: Der Triathlet vom ESV Ingolstadt hat am Samstag die 18. Auflage des Ingolstädter Halbmarathons dank eines starken letzten Rennviertels gewonnen. Er verwies den Landshuter Matthias Ewender und den zweiten Top-Favoriten, Sebastian Mahr aus Ingolstadt, auf die Plätze zwei und drei. Bei den Damen wurde Anna Schmidt aus Erlangen ihrer Favoritenrolle gerecht. Mehr als 2000 Läufer waren auf die Strecke gegangen.
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Markus Stöhr holte sich den Sieg beim Halbmarathon.
Florian Wittmann
Ingolstadt
"Ich freue mich riesig, das ist etwas ganz Besonderes", schnaufte ein erschöpfter, aber sichtlich glücklicher Markus Stöhr im Ziel. In 1:12:40 Stunden hatte der 28-jährige Triathlet zuvor die 21,1 Kilometer beim 18. Ingolstädter Halbmarathon als schnellster Läufer im Feld absolviert. Entscheidend war dabei vor allem sein starkes letztes Renndrittel gewesen. Stöhr und Traininsgspartner Sebastian Mahr hatten sich bei Kilometer zwölf gemeinsam abgesetzt. Doch nur wenig später musste Mahr seinen Kontrahenten und Freund schließlich ziehen lassen. Stöhr lief anschließend den Sieg nach Hause. "Ich wollte dann einfach meine Chance ergreifen. Ich bin froh, dass das aufgegangen ist“, sagte der Sieger im Ziel.

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Mahr – im Vorfeld als zweiter großer Top-Favorit auf den Sieg gehandelt – war nach dem Zieleinlauf hingegen bedient. In 1:14:05 Stunden kam er am Ende auf Rang drei und verpasste dabei sein Vorhaben, seine Zeit aus dem Vorjahr (1:11:47) zu unterbieten, klar. "Es ist ein Podiumsplatz. Besser war ich noch nie. Aber die Zeit ist natürlich überhaupt nicht dolle", sagte der 29-Jährige sichtlich angefressen. "Bis Kilometer 15 habe ich mich super gefühlt. Dann bin ich eingebrochen. Ich wollte es heute versuchen, es hat leider nicht geklappt. Aber auch aus so etwas muss man Motivation ziehen, weiterzuarbeiten", haderte der Triathlet vom SC Delphin Ingolstadt.

 

Fotostrecke: Halbmarathon Kilometer 15 bis 21
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Zweitschnellster bei sommerlichen Temperaturen wurde am Ende überraschend Matthias Ewender. Für den Landshuter blieb die Uhr bei 1:13:20 Stunden stehen. "Das war heute eine Frage der Erfahrung. Die anderen Jungs sind ganz schön losgeprügelt. Aber ich wusste: Es ist verdammt heiß und die Strecke ist schwer. Ich habe es ruhiger angehen lassen und mir das Rennen genau richtig eingeteilt." 

Fotostrecke: Halbmarathon 2018
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Ewender belohnte sich für eine beachtliche Aufholjagd. Denn in der Anfangsphase des Rennens hatte er nur eine Nebenrolle gespielt. An der Spitze setzte sich schnell ein Quartett – bestehend aus Stöhr, Mahr, dem Abensberger Mountainbiker Philipp Bertsch sowie dem Vorjahres-Vierten Burka Kedir aus München – ab. Die ebenfalls mit Podiumschancen ins Rennen gegangenen Julian Sterner (Wolkertshofen) und Martin Stier (Ingolstadt) mussten bereits nach zwei Kilometern abreißen lassen. "Wie sind sehr, sehr schnell angegangen. Zu schnell, am Ende", musste sich letztlich auch Mahr eingestehen. "Da haben sich die Jungs verführen lassen. Burka ist bekannt dafür, dass er so schnell angeht", kommentierte auch Veranstalter Roland Muck.

Kedir, Mahr und auch Bertsch bekamen so mit fortschreitender Renndauer Probleme, das Tempo zu halten. Nun schlug die Stunde von Ewender, der sich beharrlich Meter um Meter an seine Konkurrenten heranarbeitete – und schließlich bei Kilometer 19 auch den zweitplatzierten Mahr überholte. "Es hat wirklich riesigen Spaß gemacht. Ein großes Lob an die Zuschauer, die Stimmung hier in Ingolstadt ist immer einfach fantastisch", sagte Ewender im Ziel. Kedir landete am Ende wie im Vorjahr auf Rang vier (1:15:08), Bertsch auf dem fünften Platz (1:15:20).

18. Ingolstädter Halbmarathon

Hinter den Lokalmatadoren Martin Stier (1:18:08) und Sebastian Weigl (beide MTV Ingolstadt, 1:18:50) kam mit Julian Sterner aus Wolkertshofen ein ebenfalls stark eingeschätzter MTV-Läufer „nur“ auf Rang acht. "Ich hatte die 1:15 als Ziel, aber die Beine haben nicht mitgemacht. Ich bin schon ein wenig enttäuscht, ich hatte damit gerechnet, dass ich zumindest die ersten zehn Kilometer mit den Top-Leuten mithalten kann", sagte der 29-Jährige. "Ich habe dann aber schnell eingesehen, dass das nichts wird, und konnte so auch die Stimmung an der Strecke noch ein wenig mehr genießen. Und ein Platz in den Top-Ten ist am Ende ja in Ordnung", meinte Sterner.

Bei den Damen galt im Vorfeld die Triathletin Anna Schmidt vom LAC Quelle Fürth trotz ihres jungen Alters als Top-Favoritin. Und die 22-Jährige wurde dieser Rolle dann auch mehr als gerecht: In 1:27:06 Stunden sicherte sich die Neubrandenburgerin am Ende souverän den Sieg vor Melanie Stern (Team Erdinger Alkoholfrei, 1:33:02) und Diana Kurrer (Sport-IN-Lauftreff, 1:34:40).

Schmidt hatte sich erst einige Tage zuvor für einen Start in Ingolstadt entschieden. Dass es dann gleich mit dem Sieg klappte, überraschte sie am Ende selbst. "Ich war zuletzt einige Wochen verletzt und konnte gar nicht laufen. Das heute war als ein erster echter Belastungstest gedacht. Dass ich dann gleich mit einem Sieg rausgehe, ist natürlich toll", freute sie sich. Dabei war der zierlichen Sportlerin ihre Zeit am Ende fast noch zu langsam. "Eigentlich wollte ich um die 1:24 laufen. Es ist dann doch ein bisschen langsamer geworden, aber das war auch der Hitze geschuldet." Schmidt bedankte sich abschließend auch für die Unterstützung der Ingolstädter Zuschauer. "Die Atmosphäre hier ist perfekt. Die Leute an der Strecke motivieren dich total. Ich komme auf jeden Fall wieder", versprach sie.

Der Zielbereich füllte sich derweil mit immer mehr Läufern, die das Rennen beendet hatten. Manche ließen sich erst einmal im Schatten nieder, andere lagen sich in den Armen, wieder andere bevölkerten die Verpflegungsstände. Am Ende bewältigten 2127 Starter die Strecke. Überall waren erschöpfte, aber größtenteils glückliche Gesichter zu sehen. Auch Veranstalter Roland Muck war zufrieden. „Ich denke, wir haben heute ein spannendes Rennen gesehen und endlich wieder einen Ingolstädter Heimsieg erlebt. Der eine oder andere Läufer hätte es wahrscheinlich gern noch ein paar Grad kälter gehabt, aber so hatten wir natürlich unglaublich viele Zuschauer an der Strecke. Ich denke, am Ende hatten alle Spaß“, bilanzierte der Organisations-Chef. 

Anton Kostudis
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