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Funk hofft auf nächsten Coup

Ingolstadt
erstellt am 08.06.2018 um 22:22 Uhr
aktualisiert am 08.06.2018 um 22:31 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (szj) Mit erst 20 Jahren zählt Triathlet Frederic Funk aus Unterwössen am Chiemsee noch zu den "Greenhorns" über die Mitteldistanz.
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Der Favorit von Triathlon-Veranstalter Gerhard Budy: Frederic Funk aus Unterwössen.
Der Favorit von Triathlon-Veranstalter Gerhard Budy: Frederic Funk aus Unterwössen.
Foto: privat
Ingolstadt
Doch schon bei seinem ersten Start über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer vor einem Monat deutete der Schützling von Roland Knoll aus Ingolstadt sein großes Potenzial an. Entsprechend selbstbewusst präsentiert sich Funk vor dem Triathlon Ingolstadt an diesem Sonntag. Trotz der starken Konkurrenz um Vorjahressieger Lukasz Wojt (siehe Interview) glaubt das Talent an seine Chance auf den deutschen Meistertitel.

"Einerseits will und muss ich über die Mitteldistanz noch lernen - aber der Titel wäre natürlich schön", sagt der älteste Sohn der beiden ehemaligen Profi-Triathleten Heike und Harald Funk, die in Ingolstadt von Anfang an dabei waren und heuer bereits zum neunten Mal starten. "Ich setze mir gerne hohe Ziele, denn ansonsten gibt man sich zu schnell mit einem zweiten oder dritten Platz zufrieden", ergänzt Funk, den alle nur "Fredi" nennen.

Bei seinem ersten Mitteldistanz-Wettkampf vor vier Wochen in Riccione/Italien musste Funk zwar mit einem dritten Rang vorliebnehmen - weil der Student der Wirtschaftsinformatik aber zum ersten Mal überhaupt über die zweitlängste Triathlon-Strecke startete, überraschte er sich damit selbst am meisten.

"Ich wusste nicht, was ich auf der Distanz drauf habe. Deswegen war ich relativ überrascht, dass es so gut lief", erzählt er. Sein Trainer dagegen hat ihm das Podium durchaus zugetraut. "Nach seinen Trainingsleistungen war das schon etwas abzusehen", sagt Knoll, der Funk seit 2011 am Bundesstützpunkt in Nürnberg unter den Fittichen hat.

Dabei fing die noch junge Karriere des Nachwuchssportlers schleppend an. Zwar absolvierte Funk bereits mit fünf Jahren seinen ersten Triathlon, an oberster Stelle stand zunächst aber der Fußballverein SV Unterwössen. "Anfangs hat mir Triathlon nicht viel Spaß gemacht", gesteht Funk. "Aber als ich 2010 meinen ersten Sieg geholt habe und 2011 in den Bayernkader aufgenommen wurde, hat sich das geändert. "

Knoll ist dennoch darum bemüht, seinen Schützling behutsam aufzubauen. "Ein richtig guter Athlet wirst du erst, wenn du dir die Wettkampfhärte auf den kurzen Distanzen holst", meint der Ingolstädter - und der 50-Jährige weiß, wovon er spricht, schließlich betreute er einst Top-Star Jan Frodeno und führte den Weltrekordhalter 2008 zu Olympia-Gold.

"Wenn man einen Ausnahmesportler wie Jan trainiert hat, fällt ein Vergleich schwer", meint Knoll, "aber ,Fredi' kann in Zukunft auf den längeren Distanzen erfolgreich sein. "Auf der Mitteldistanz in Ingolstadt, wo Funk 2013 die Sprintdistanz (0,75 km Schwimmen, 20 km Radfahren, 4,6 km Laufen) gewann, will der 20-Jährige das schon am Sonntag.