Montag, 10. Dezember 2018
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Nachwuchshoffnung Frederic Funk sichert sich deutschen Meistertitel beim Ingolstädter Triathlon

Es hat gefunkt

Ingolstadt
erstellt am 10.06.2018 um 21:29 Uhr
aktualisiert am 11.06.2018 um 19:50 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Der Ingolstädter Triathlon stand gestern ganz im Zeichen der forschen Nachwuchsathleten: Bei sommerlichen Temperaturen und vor Tausenden Zuschauern an der Strecke sicherten sich bei den erstmals in der Donaustadt ausgetragenen deutschen Meisterschaften der Elite über die Mitteldistanz der 20-jährige Frederic Funk und die 22-jährige Luisa Moroff die Titel. Vorjahressieger Lukasz Wojt hatte früh Probleme, rettete am Ende aber Rang drei ins Ziel. Mitfavorit Niclas Bock erlebte einen schwarzen Tag.
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Nach 1,9 Kilometern im Wasser, 86,3 Kilometern auf dem Rad und 20,2 Kilometern auf der Laufstrecke hatte Funk es geschafft: Der Wahl-Nürnberger kürte sich beim neunten Ingolstädter Triathlon zum Deutschen Meister über die Mitteldistanz. Entsprechend glücklich war der erst 20-Jährige im Ziel: "Ich bin einfach nur megahappy. Ich wollte den Titel, jetzt habe ich es geschafft. Das werde ich erst einmal genießen", sagte Funk, der nach 3:44:47 Stunden die Ziellinie überquert hatte. Auf Rang zwei kam am Ende nach einer starken Laufleistung der Baden-Württemberger Patrick Reger (3:47:55), Vorjahressieger Lukasz Wojt aus Frankfurt erwischte einen gebrauchten Tag, rettete letztlich aber den dritten Platz ins Ziel (3:51:47).
Andrea Lange
Ingolstadt
Zu Beginn des Rennens hatte Wojt das Feld im Wasser erwartungsgemäß dominiert. Der ehemalige Olympia-Schwimmer benötigte für die 1,9 Kilometer im Ingolstädter Baggersee 23:26 Minuten. Funk folgte eine Minute dahinter (24:47), der Ingolstädter Sebastian Mahr, der am Ende mit der Gesamtzeit von 3:54:12 Stunden Fünfter wurde, wechselte als Dritter auf die Radstrecke (25:27).

Kurz darauf bekam Wojt Probleme. "Ich habe schon beim Radfahren gemerkt, dass das ganz schwer wird. Beim Laufen ging es mir dann richtig dreckig", berichtete der 36-jährige Deutsch-Pole im Ziel. "So wie das Rennen lief, bin ich echt zufrieden - und auch stolz. Denn ich habe es trotzdem durchgezogen. Das war definitiv die härteste Mitteldistanz, die ich gemacht habe", meinte Wojt weiter. Zudem widerfuhr dem Frankfurter auch noch Pech: Im Wasser verlor er kurzzeitig die Orientierung. "Ein Streckenposten meinte, ich soll abbiegen, aber ich war mir hundertprozentig sicher, dass ich weiterschwimmen muss. Am Ende habe ich wohl 100 Meter Umweg gemacht."

Der Vorjahressieger wurde schließlich auf dem Rad bald von Funk überholt, ging aber noch als Zweiter auf die Laufstrecke. Mahr hatte seinen dritten Rang auf dem Rad ebenfalls verloren und war zurückgefallen. Auch der zweite aussichtsreiche Ingolstädter im Starterfeld, Markus Stöhr, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einige Minuten Rückstand auf die Spitze. Er wurde am Ende Gesamtsiebter und Deutscher Meister in seiner Altersklasse M25 (3:58:56).

Funk setzte sich in der Folge auf dem Rad weiter ab - und wechselte schließlich mit drei Minuten Vorsprung auf den 20,2 Kilometer langen Rundkurs um den Baggersee. Zwar war der spätere Sieger auf der abschließenden Laufstrecke am Ende in 1:16:41 Stunden vier Minuten langsamer als der zweitplatzierte Reger, der in 1:12:55 Stunden die schnellste Laufzeit des Tages hinlegte - aber der Vorsprung des 20-Jährigen sollte reichen.

"Der Schlüssel zum Erfolg war heute das Radfahren. Im Laufen hätte ich das Rennen heute sicher nicht gewonnen", meinte Funk im Ziel. Wojt musste schließlich noch Reger passieren lassen. "Ich habe mich nur noch von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation gerettet, mir dort alles über den Kopf geschüttet, was ging. Und einfach gehofft, dass keiner mehr kommt", schilderte der Frankfurter.

Reger war derweil mit seinem zweiten Platz am Ende voll und ganz zufrieden. "Wenn mir einer vor dem Rennen das Podium angeboten hätte, hätte ich das sofort unterschrieben. Dass es jetzt sogar Platz zwei geworden ist, ist natürlich super", meinte der 22-Jährige, der vor allem die Stimmung an der Strecke hervorhob: "Die Strecke ist richtig cool, weil man die Konkurrenz an den ganzen Wendepunkten immer sieht. Aber vor allem die Zuschauer waren toll, die haben mich unglaublich gepusht", sagte der neue deutsche Vizemeister.

Zum tragischen Helden des Rennens wurde Mitfavorit Bock. Der Sieger der Sprintdistanz des vergangenen Jahres übersah auf der Radstrecke eine Wendemarke, bemerkte das Missgeschick zu spät und musste einen 30 Kilometer langen Umweg fahren. Damit waren seine Siegchancen und der Traum vom Titel dahin.

Ihren großen Traum erfüllen konnte sich hingegen Moroff. Die 22-Jährige aus dem baden-württembergischen Darmsheim feierte am Ende einen überlegenen Sieg bei den Damen in einer Zeit von 4:26:14 Stunden. Hinter ihr kam die einzige weitere Starterin in der Elite, Silvia Felt-Balbach aus Weinheim, auf Rang zwei (4:32:53). Kurios: Die schnellste Gesamtzeit des Tages legte ein andere Dame hin: Julia Ertmer aus Darmstadt überquerte die Ziellinie nach 4:19:07 Stunden. Allerdings hatte Ertmer in der Altersklasse und nicht bei der Elite gemeldet. Sie durfte daher beispielsweise mit Neoprenanzug schwimmen, Moroff nicht - ein klarer Nachteil.

Auf der Olympischen Distanz siegte bei den Herren Martin Gebhard (Altenfurt, 1:57:00) vor Hagen Brosius vom MTV Ingolstadt (2:00:49) und Jakob Heindl (München, 2:01:16). Bei den Damen triumphierte Henrike Güber (Neufahrn, 2:15:41) vor Franziska Krull (Würzburg, 2:16:02) und Josefine Rutkowski (Meiningen, 2:18:35). Auf der Sprintstrecke holte Lukas Michels den Sieg (Pullach, 1:00:23), Zweiter wurde Manuel Lohr (Landshut, 1:01:17), Dritter Luis Stadler (Ingolstadt, 1:01:28). Bei den Damen war Jana Lehnert (Thalmässing, 1:08:52) die Schnellste. Theresa Schludi (Ingolstadt, 1:08:53) wurde Zweite, Kristin Röck (Roth, 1:10:15) kam auf Rang drei. Die angeschlagen in den Wettkampf gegangene Hohenwarterin Nicole Bretting musste ihr Rennen in der Altersklasse 45 aufgeben. Insgesamt waren mehr als 2600 Athleten auf die Strecke gegangen - ein neuer Teilnehmerrekord. Entsprechend zufrieden war Organisator Gerhard Budy: "Es lief alles perfekt."