Montag, 10. Dezember 2018
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Nicole Bretting legt beim Regensburger Triathlon einen komplett schmerzfreien Wettkampf hin und gewinnt ihre Altersklasse

Zahnschiene gegen Achillessehnenbeschwerden

Regensburg
erstellt am 10.08.2018 um 22:49 Uhr
aktualisiert am 27.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Regensburg (rks) Nicole Bretting strahlte, war einfach nur glücklich.
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In Jubelpose: Nicole Bretting beim Regensburger Triathlon 2018.
In Jubelpose: Nicole Bretting beim Regensburger Triathlon 2018.
Foto: sportshot
Regensburg
Und ja, den obligatorischen Eisbecher gönnte sie sich nach dem Regensburger Triathlon ebenfalls. Allerdings lag es diesmal nicht nur am nackten Resultat an sich, dass die Hohenwarterin so toll gelaunt wirkte. Keine Frage, die 46-Jährige hatte sich in ihrer Altersklasse durchaus wieder überlegen durchgesetzt - aber weit wichtiger war für sie, dass sie schmerzfrei aus dem Wettbewerb in der oberpfälzischen Metropole herauskam. In rund zwei Monaten findet schließlich bereits der Ironman auf Hawaii statt - also die legendäre Triathlon-WM im Pazifik. Und da möchte Bretting heuer ja unbedingt ein gewichtiges Wort um den W45-Titel mitreden - was eben nur geht, wenn sie nicht von körperlichen Problemen geplagt wird.

Genauer ausgedrückt von Achillessehnenproblemen. Exakt solche waren ja im Juni, nach dem Triathlon in Ingolstadt, schuld gewesen, dass die W40-Weltmeisterin aus dem Jahr 2014 eine mehrwöchige Lauf-trainingspause einlegen musste. Wer die ehrgeizige Athletin kennt, der weiß, wie weh ihr das tat - beziehungsweise wie sehr es in ihr in dieser Zeit brodelte.

Umso gespannter war die 46-Jährige auf den Härtetest in Regensburg - das Ganze über die Mitteldistanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21,1 Kilometer Laufen). Dass es nun auch in der Oberpfalz, wie überall anders in Deutschland, tropisch heiß war - wohl müßig zu erwähnen. Bretting ließ sich hiervon aber nicht schocken, gerade das Schwimmen im offiziell 25,7 Grad Celsius warmen Wasser bereitete ihr sichtlich Spaß ("Ich fühlte mich bei dieser Badewannentemperatur pudelwohl"). Prompt erreichte sie bereits in der ersten Disziplin eine sehr gute Zeit (35:46 Minuten), das machte doch Lust auf mehr.

Die anschließende Radstrecke: aufgrund eines 15-prozentigen Anstiegs zu Beginn einer jeden von insgesamt vier Runden extrem kraftraubend. Trotzdem - oder gerade deswegen - genoss die Hohenwarterin auch diese 90 Kilometer. Dass der Parcours nicht komplett für den Verkehr gesperrt war - überhaupt kein Problem für sie: "Die Polizei sowie alle Helfer machten einen super Job, so war der Kurs bis auf ganz wenige Ausnahmen frei befahrbar. "

Anders ausgedrückt: Alle Triathleten konnten so richtig Gas geben. Und Bretting gab Gas, nach 2:23:06 Stunden auf dem Rad durfte sie bereits auf die Laufstrecke gehen. Lediglich die 20 Jahre jüngere Annika Timm aus Bamberg (2:19:33) schaffte in Regensburg das Kunststück, die 90 Kilometer mit dem Bike noch schneller zurückzulegen als die Hohenwarterin.

Allerdings musste die Oberfränkin dann, auf der letzten Disziplin, sehr schnell erkennen, dass sie Bretting nicht halten konnte. Ja, diese Bretting - die doch eigentlich Angst haben musste, ob ihre Achillessehne halten wird. "Normalerweise braucht sie immer ein paar Meter, bis sie sich an die Laufbewegung gewöhnt hat - aber nicht so jetzt in Regenburg, das Ganze zu meiner großen Überraschung", berichtet die Top-Triathletin aus dem Altlandkreis Schrobenhausen: "Ich konnte von Anfang an ohne einen Schmerz, ohne ein Ziehen laufen - und das blieb bis zum Schluss so. "

Weshalb die Achillessehnenbeschwerden nun plötzlich weg waren? Bretting hat da so eine Vermutung: "Der Grund liegt wohl in der für mich angepassten Zahnschiene, die ich seit Kurzem beim Sport trage. Die Schiene reguliert Verspannungen im Kieferbereich, was wiederum eine positive Auswirkung auf die komplette Körperstatik hat und somit verletzungsvorbeugend ist. " Wie sie darauf kam? "Mein Zahnarzt hat mich auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht und mir auch diese Schiene angefertigt", antwortet die Hohenwarterin.

So jedenfalls schaffte es die 46-Jährige fast mühelos, die nach dem Radfahren noch führende Timm schnell einzuholen. Zugegeben, von hinten stürmte anschließend die erst 32-jährige Elisabeth Maria Haas (MRRC München) heran und entriss Bretting doch noch den Sieg in der Damen-Gesamtwertung - "aber das war mir an diesem Tag fast schon egal", gibt die für den MTV Pfaffenhofen startende Topathletin zu: "Ich freute mich einfach nur über mein schmerzfreies sowie schnelles Laufen in Regensburg. "

Brettings Schlusszeit bei diesem Wettbewerb: 4:34:43 Stunden, 2:53 Minuten langsamer als die Siegerin. Ihre Altersklasse hingegen gewann die 46-Jährige souverän. Sowie eben komplett schmerzfrei. Und das stimmt doch wieder zuversichtlich für die Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii.
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