Montag, 18. Juni 2018
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Nach dem Spielabbruch in Schalding/Heining geht es für FC Pipinsried wieder vor das Sportgericht

Keine Lust auf Neuansetzung

Pipinsried
erstellt am 16.04.2018 um 21:40 Uhr
aktualisiert am 02.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pipinsried (SZ) Nach dem Abbruch des Auswärtsspiels beim SV Schalding-Heining wartet man beim FC Pipinsried zum zweiten Mal in dieser Fußballsaison auf ein Urteil des Sportgerichts. Eine Neuansetzung der Regionalligapartie würde zu erheblichen Terminproblemen führen.
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Natürlich fällt es auch Roman Plesche nicht gerade leicht, die außergewöhnliche Situation angemessen zu beurteilen. Dass ein Zuschauer am Rande eines Fußballspiels kollabiert und wiederbelebt werden muss, kommt (Gott sei Dank) nicht häufig vor. Dass danach über einen Spielabbruch und seine Folgen diskutiert werden muss, noch seltener. "Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass uns das egal wäre. Das Wichtigste ist, dass der Zuschauer überlebt hat und es dem Mann wieder besser geht", sagt Plesche. Trotzdem müsse man die Situation nach dem Spielabbruch von Schalding auch ein Stück weit nüchtern beurteilen.
Und da kommen Plesche sowie seine Pipinsrieder inzwischen zu einem etwas anderen Fazit als noch am Freitagabend, an dem Schiedsrichter Christopher Schwarzmann das Match in der 79. Minute beim Stande von 1:0 für den FCP zunächst unter-, dann komplett abbrach. Die Gesamtsituation sei der Grund gewesen, so Schwarzmann in einem Statement. Und auch mit den Lichtverhältnissen wäre es schwierig geworden.

Die Gäste hatten die Entscheidung zunächst akzeptiert - gezwungenermaßen, "da der Schiedsrichter ja die Parteien vor vollendete Tatsachen gestellt hat, bevor er wusste, was mit dem Zuschauer ist", sagt Plesche. Der zweite Punkt, über den sich der Sportliche Leiter der Gelbblauen im Nachhinein grübelt: Es habe "zehn bis fünfzehn Minuten" gedauert, bis Notarzt und Sanka auf dem Sportgelände eintrafen. Dies sei schon ein wenig verwunderlich, meint Plesche. Zum einen aus gesundheitlicher Sicht - aber eben auch, weil es doch in der Regionalliga Auflagen gibt, wegen denen der FC Pipinsried auf seinem eigenen Sportgelände ja vor Saisonbeginn extra einen Platz für Rettungswägen errichten musste.
Unter anderem diese Punkte wird der Verein nun in seiner Stellungnahme anführen. Denn es ist klar, dass Plesche und der FCP gegen eine Neuansetzung sind. Nicht (nur) wegen der drei Zähler, die der Aufsteiger wohl in Schalding mitgenommen hätte (Plesche: "Wir hätten das Spiel gewonnen") - sondern vor allem wegen der Terminproblematik, die ein weiteres Nachholmatch auslösen würde. Am heutigen Dienstagabend kickt der SV Schalding-Heining beim FC Augsburg II, der FCP hätte hingegen Zeit. Am nächsten Dienstag jedoch empfangen die Pipinsrieder den FC Bayern München II zum Nachholspiel, eine Woche später geht es zum FC Ingolstadt II. Die Samstage dazwischen sind sowieso normale Spieltage - und eine Nachholpartie in der letzten Regionalligawoche oder nach dem regulären Saisonende wäre Wettbewerbsverzerrung. Kurzum: Der FCP müsste dann wohl ein weiteres Match unter der Woche (donnerstags?) - und wohl oder übel vier Partien innerhalb von acht Tagen absolvieren. "Das wäre schon heftig", sagt Plesche: "Zumal ja noch die zweistündige Fahrt nach Schalding unter der Woche hinzukäme."
Bis eine solche Entscheidung aber feststeht, dauert es wohl noch mindestens ein paar Tage. Neben dem FCP werden auch der SVS und der Unparteiische eine Stellungnahme abgeben. Anschließend wird zum zweiten Mal in dieser Saison - nach dem Heimspiel gegen Greuther Fürth II, das mit 2:0 für den FCP gewertet worden war - das Sportgericht über eine Partie mit Pipinsrieder Beteiligung entscheiden. "Wir können jetzt nur abwarten. Das Beste wäre natürlich, wenn wir bis dahin schon so viele Punkte sammeln, dass es nicht unbedingt auf das Schalding-Spiel ankommt", sagt Plesche. Regulär geht es für den FCP am Samstag, 21. April, mit einem Auswärtsmatch beim FV Illertissen weiter (Anstoß 14 Uhr).
Matthias Vogt
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