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Kein Zugang: FC Pipinsried sperrt Medienvertreter aus

Eklat vor der Jahreshauptversammlung

Pipinsried
erstellt am 15.02.2018 um 20:19 Uhr
aktualisiert am 03.03.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Pipinsried (SZ) Journalisten sind am heutigen Freitagabend beim FC Pipinsried unerwünscht. Am gestrigen Nachmittag verschickte der Pressesprecher des Vereins, Hubert Fesl, eine E-Mail: "Es wird vorsorglich darauf hingewiesen, dass Pressevertreter zur Versammlung keinen Zutritt haben und beim Einlass abgewiesen werden."
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Pipinsried: Eklat vor der Jahreshauptversammlung
Verärgert: Die Ausladung aller Medienvertreter von der FCP-Jahreshauptversammlung war nicht mit Konrad Höß abgesprochen.
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Mit Noch-Präsident Konrad Höß war diese Aktion nicht abgesprochen. Der Gründungsvater des Vereins wurde erst von Medienschaffenden darauf hingewiesen. Seine erste Reaktion: "Ja spinnen denn die"

Er rief daraufhin seinen designierten Nachfolger Roland Küspert an und erfuhr von diesem: "Die neue Vorstandschaft wünscht sich das so." Er, Höß, hätte sich damit abzufinden. So berichtet es der 77-Jährige resigniert. Also die Konsequenz daraus: Höß, der PR-Stratege, der durch seine ständigen Schlagzeilen den Klub erst regional und schließlich überregional bekannt gemacht hat, tritt nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab.

Ob er nun heute Abend seine 51 Jahre als Vorsitzender Revue passieren lassen will, wie er ursprünglich geplant hatte, steht in den Sternen. Empfehlungen für den weiteren Kurs wird er sich wohl verkneifen. Nach dem Kassenbericht und den Berichten aus den Abteilungen steht die Neuwahl des Vorstands an - mit Küspert als einzigem Kandidaten für den Vereinsvorsitz. Eine Vorentscheidung über die Zukunft des FCP fällt mit der Verabschiedung der neuen Satzung - die alte stammt aus dem Jahre 1971. Höß-Sohn Reinhard, ein bekannter Münchner Jurist, hat das neue Werk ausgearbeitet. Vermutlich wird er es auch selber vorstellen. Einer der neuen Punkte: eine mögliche Ausgliederung der Regionalliga-Mannschaft in eine GmbH. Mehrheitsgesellschafter wäre dann vermutlich der Verein, zusammen mit zwei bis drei weiteren Personen - zu denen aber nicht Konrad Höß zählen wird, wie der Halbjahrundert-Vereinschef unserer Zeitung versicherte.

Höß junior wird wohl für die Vorteile einer derartigen Konstruktion werben, darunter steuerliche und haftungsrechtliche. Denn sollte die GmbH im schlimmsten Fall von einer Insolvenz betroffen sein (wegen Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit), wäre der Verein nicht tangiert; der Vorstand müsste nicht persönlich haften. Der jetzige Manager Roman Plesche betont: "Es geht ausschließlich um die Zukunft des Vereins, nicht um das Schicksal einzelner Personen."

Allerdings macht er sein künftiges Engagement und das des Spielertrainers Fabian Hürzeler vom Ausgang der heutigen Veranstaltung abhängig. Erst danach werden er sowie sein Kumpel entscheiden, ob sie in der kommenden Saison weiter in Pipinsried tätig sein werden, ließ Plesche gestern durchblicken. Dass es die Beiden in den Profifußball zieht, ist kein Geheimnis. Hürzeler hat laut Plesche schon jetzt ein Angebot vom DFB für den Nachwuchsbereich vorliegen. Eine Frage, die sich die Vereinsmitglieder daher stellen müssen, lautet: Wie ginge es nach einem Abschied Plesches und Hürzelers weiter?

Mit einem fußballerfahrenen Geschäftsführer wie dem Oberweikertshofener Abteilungsleiter Uli Bergmann hätte die "FCP GmbH" wohl dennoch eine Perspektive. In dessen jetzigem Verein hat man allerdings Zweifel, ob es überhaupt so weit kommt. "Dass sich so ein Konstrukt auf dem Land halten kann, ist sehr unwahrscheinlich", meint ein prominenter SCO-Fan. "Wir würden es jedenfalls sehr bedauern, wenn Bergmann uns und seine erfolgreiche Arbeit verlassen würde." Ein Lob, dass die Pipinsrieder als Empfehlung interpretieren können.

Von Horst Kramer
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