Freitag, 20. Juli 2018
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Teil 5 der Triathlon-Kolumne: Für eine bessere Rumpfstabilität trainiert DK-Journalist Christian Missy mit Eigengewicht

Trainieren wie ein Fallschirmjäger

Ingolstadt
erstellt am 13.07.2018 um 18:40 Uhr
aktualisiert am 14.07.2018 um 22:13 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Um für die Strapazen während eines Triathlons gerüstet zu sein, hat DK-Journalist Christian Missy eine Kraftsporteinheit zur Stärkung der Rumpfstabilität absolviert. Trainiert wurde in Seilen mit dem Eigengewicht.
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Nun geht es um die Kraft: DK-Journalist Christian Missy bleibt auf dem Weg zu seiner ersten Triathlon-Teilnahme nichts erspart. Nach eineinhalb Monaten gezielter Vorbereitung wächst bei ihm aber die Zuversicht.
Nun geht es um die Kraft: DK-Journalist Christian Missy bleibt auf dem Weg zu seiner ersten Triathlon-Teilnahme nichts erspart. Nach eineinhalb Monaten gezielter Vorbereitung wächst bei ihm aber die Zuversicht.
Foto: Budy
Ingolstadt
Ich betrete den Ort, an dem alles begann, mit einem unguten Gefühl in der Magengegend. Ende April startete die Vorbereitungsphase auf meinen ersten Triathlon. In genau diesem Ingolstädter Fitnessstudio. Damals stand ein Laktattest auf dem Programm. Ich rannte mir die Seele aus dem Leib - es war der Aufgalopp für die folgenden Wochen: Laufen in der Sommerhitze, Schwimmen im Ingolstädter Baggersee, Radfahren bergauf und bergab. Ich habe mich an dieses Dreigestirn der Qual gewöhnt, heute kommt eine vierte Komponente hinzu.

Rumpfstabilität ist wichtig, erklärt mir Gerhard Budy, der Organisator des Bühler Beilngries Triathlons, an dem ich Ende August teilnehmen werde. "Warum denn?", frage ich. Es ist der Versuch Zeit zu gewinnen. "Die Körperhaltung und die einzelnen Bewegungen sind beim Laufen genauso entscheidend wie beim Radfahren", erklärt Coach Budy. Auf dem Fahrrad sitzend brauche man eine gute Körperspannung. Und beim Laufen gehe es darum, den Oberkörper aufrecht zu halten.

Der Theorieteil fällt recht kurz aus, es geht sofort zur ersten Übung. Ich soll meine Füße in die Schlaufen an den Seilenden legen und Liegestützen machen. Das gesamte Körpergewicht stemme ich nun mit meinen Armen. Allein die Stellung halten ist ungemein anstrengend, den Oberkörper nach unten und wieder nach oben zu drücken ein Kraftakt. "Zehn Wiederholungen", sagt Budy. Bevor die nächste Übung angesagt wird merke ich, dass auch die Pausen diesen Namen nicht verdienen.

Denn die Füße hängen ja weiterhin in der Luft. Der gesamte Oberkörper befindet sich jederzeit unter Spannung. Mich beschleicht das Gefühl, dass genau das der tiefere Sinn dieser Art des Krafttrainings ist. In der nächsten Übung soll ich die Knie unter die Brust ziehen und dann eine Liegestütze ausführen. "Zehn Wiederholungen", sagt Budy. Danach darf ich die Füße aus den Schlaufen nehmen, der Personaltrainer erklärt mir, wie dieses Schlingentraining entstanden ist.

Amerikanische Soldaten haben diese Trainingsmethode entwickelt, weil ihnen im Einsatz Geräte fehlten. "Sie wollten fit bleiben und haben deshalb mit ihrem Eigengewicht trainiert", erklärt Budy. "Die Seile haben sie von den Fallschirmen genommen." Nicht nur Fallschirmjäger trainieren heute so, auch die Navy Seals, die Spezialeinheiten der US-Kriegsmarine, stählen so ihre Muskeln.

Bei der nächsten Übung muss ich - Kriegsdienstverweigerer, kein Zivildienstleistender, weil kurz zuvor die Wehrpflicht abgeschafft wurde - auf den Fersen stehen, mich an den Seilen festhalten und mich nach hinten fallen lassen. "Ellenbogen durchstrecken und dann den Körper nach oben ziehen", sagt Budy. "Das trainiert den Bizeps. Zehn Wiederholungen." Man bekommt ein ganz anderes Gefühl für das eigene Körpergewicht, wenn man es komplett ohne Abstoßen vom Boden oder einer Wand nach oben drücken oder ziehen muss. Nach dieser Übung hänge ich nicht nur im Wortsinn in den Seilen. Anschließend darf ich die Übungen, die Budy mir gezeigt hat, eigenverantwortlich durchleiden. Kniebeugen, Halteübungen, Armtraining - die Vorboten des Muskelkaters spüre ich noch vor Verlassen des Fitnessstudios.

Was ich aber auch spüre sind erste Anflüge von Selbstvertrauen. Ich habe rund eineinhalb Monate vor dem Start beim Beilngrieser Triathlon alle Komponenten beisammen. Die drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen kann ich ohne Vorbelastung ohne größere Probleme über die geforderte Distanz absolvieren, langsam aber sicher vervollständigt sich meine Ausrüstung, über die kleineren und größeren Tücken hat mich Coach Budy aufgeklärt. Jetzt heißt trainieren, eine Einheit mit allen drei Einheiten am Stück fehlt mir noch. Es fühlt sich trotzdem nach Schlussspurt an.
Christian Missy
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