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WM-Kolumne: Experte Karsten Wettberg analysiert die Mannschaften mit den größten Titelchancen

"Mein Top-Favorit ist Frankreich"

Riedenburg
erstellt am 12.06.2018 um 18:19 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 23:06 Uhr | x gelesen
Riedenburg (DK) Für die 32 Nationalteams, die bei der WM in Russland dabei sind, geht es nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern auch um viel Geld.
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Der Weltverband, die FIFA, wird an die Teilnehmer 344 Millionen Euro ausschütten! Bemerkenswert ist, dass etwa Spanien bei einem Titelgewinn je Spieler 800000 Euro, dagegen der DFB bei eine Titelverteidigung "nur" 350000 Euro für jeden Spieler ausschütten würde.

Der Austragungsort Russland ist aus politischen Gründen durchaus umstritten. Ein Boykott dieser Großveranstaltung würde nichts an der Politik des veranstaltenden Landes ändern, das lehrt uns die Geschichte. Die Verlierer waren immer die betroffenen Sportler - und die politischen Fronten haben sich verhärtet. Kritisch sehe ich auch die nicht gegebene Nachhaltigkeit bei den Sportstätten, weil dann der Bedarf in dieser Größenordnung nicht mehr besteht.

Aber nun zum Thema Sport: Wer sind bei dieser WM die Favoriten? Spanien, Brasilien, Frankreich und Titelverteidiger Deutschland werden auch von den meisten Experten genannt. Mein Top-Favorit ist Frankreich, einfach vom Potenzial her. Wer es sich leisten kann, auf einen Anthony Martial (Manchester United) und einen uns bestens bekannten Kingsley Coman vom FC Bayern zu verzichten, muss sehr, sehr stark sein. Nationaltrainer Didier Deschamps hat viele Einzelkönner in seinen Reihen, wie etwa Antoine Griezmann und Kylian Mbappé oder auch Paul Pogba. Wenn es dem Coach gelingt, aus diesen Klassespielern ein echtes Team zu formen, hat Frankreich hervorragende Chancen auf den Titel.

Brasilien ist wieder stark. Mit dem fitten Neymar und einer sehr spielstarken und disziplinierten Mannschaft gehören auch die Brasilianer zu den Teams, die sich Hoffnungen auf den Titel machen können. Man muss aber sehen, wie sich die 7000 Kilometer Reisestrapazen für die drei Spiele von und nach Sotschi auf Fitness und Stimmung auswirken. Die Selecaò muss in Rostow am Don gegen die Schweiz, in St. Petersburg gegen Costa Rica und in Moskau gegen Serbien antreten. Interessant: Theoretisch könnten Titelverteidiger Deutschland und Mitfavorit Brasilien schon im Achtelfinale aufeinandertreffen. Voraussetzung ist, dass eines der beiden Teams Erster und das andere Zweiter wird.

Spanien war, ist und wird wohl auch in naher Zukunft ein heißer Titelkandidat sein. Das Team um Trainer Julen Lopettegui hat im Testspiel gegen Deutschland einfach famos gespielt, vor allem, solange Andres Iniesta ( 34! ) auf dem Platz war.

Und was ist mit Deutschland? Unser Team zählt schon allein wegen des besten Kaders, den ein Bundestrainer je zur Auswahl hatte, zum engsten Favoritenkreis. Schließlich hat man in der Defensive mit dem "Bayernblock" um Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Mats Hummels und Jérome Boateng oder Niklas Süle eine eingespielte Abwehr. Um endlich Ruhe in den Kader zu bringen, wäre eine öffentliche Entschuldigung von Gündogan und besonders von Özil die beste Lösung gewesen, um ihre Dummheit endlich aus der Welt zu schaffen.

Dem Europameister Portugal, dem mit vielen Talenten gesegneten Belgiern und auch England traue ich den Titel noch nicht zu. Halt: Ich weiß natürlich, dass für Argentinien relativ wenig spricht, doch ihr Superstar Lionel Messi ist endlich einmal fit bei einer WM und für ihn spricht immer noch sehr viel. Gönnen würde ich diesem Dribbelkünstler, dass seine überragende Karriere endlich die Krönung bekäme. Es ist angerichtet, die Fußballwelt blickt gespannt nach Russland - und wir auch!
In diesem Sinne, bis dann
Euer Karsten.
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