Mittwoch, 20. Juni 2018
Lade Login-Box.

Nach dem Abstieg aus der Eishockey-Bayernliga steht der EC Pfaffenhofen vor schwierigen Wochen

"Wir planen für die Landesliga"

Pfaffenhofen
erstellt am 12.03.2018 um 15:01 Uhr
aktualisiert am 27.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Auf den EC Pfaffenhofen warten nach dem bitteren Ende der Bayernligasaison mit dem Abstieg nach der Niederlage im letzten Saisonspiel am Sonntagabend viele Fragen. Abteilungsleiter Alexander Dost ist sich bei einer Sache sicher: Der ECP will wieder angreifen.
Textgröße
Drucken
Wenige Sekunden nach Ertönen der Schlusssirene: Abteilungsleiter Alexander Dost (3. von links) dreht sich ab, mehrere Spieler wie Kenneth Matheson (vorne) sinken zu Boden, andere wenden sich ab.
Wenige Sekunden nach Ertönen der Schlusssirene: Abteilungsleiter Alexander Dost (3. von links) dreht sich ab, mehrere Spieler wie Kenneth Matheson (vorne) sinken zu Boden, andere wenden sich ab. Der sportliche Abstieg ist in diesem Moment sicher.
Reichelt
Pfaffenhofen

Es ist das Ende einer bitteren Saison. Als die Spielzeit startete, schielte der ECP auf Rang acht und die damit verbundene Teilnahme an den Play-offs. Nach unzähligen unnötigen Niederlagen in der Hauptrunde stand gegen Ende des Jahres fest: Es geht in die Abstiegsrunde. Wieder einmal. Zum fünften Mal in Folge. Klar ist: Es wird eng. Nur die besten Drei der acht Teams qualifizieren sich für die Bayernliga. Der Start verläuft alles andere als optimal, nach fünf Spiele stehen die IceHogs mit drei Niederlagen auf Rang sechs. Anschließend aber läuft es: in den acht Spielen vom sechsten bis zum 13. Spieltag holen die IceHogs sieben Siege, schieben sich auf Rang eins vor. Doch dann das letzte Spiel gegen Schweinfurt. Sieg oder Abstieg - heißt für beide Teams. Schweinfurt setzt sich durch. Aufgrund des besseren Überzahlspiels, aufgrund eines überragenden Keepers, aufgrund jeder Menge Glück im Abschluss - das entscheidende Tor ist eine Bogenlampe. Von dem Platz an der Sonne auf den ungeliebten Rang vier in nur 60 Minuten. Abstieg aus der Bayernliga. Nach 31 Jahren, in denen die IceHogs immer mindestens in dieser Liga gespielt haben. "Es ist bitter, aber es ist jetzt so. Wir haben das entscheidende Spiel nicht gewinnen können. Wir müssen das hinnehmen", sagt Abteilungsleiter Alexander Dost einen Tag nach der Niederlage. Der Abteilungsleiter, in den vergangenen Wochen auch für das Team an der Bande verantwortlich, hat am Geschehen zu knabbern. "Ich habe wenig geschlafen." Direkt nach der Schlusssirene kämpfte er mit den Tränen, seine Emotionen konnte und wollte er nicht zurückhalten. Zu bitter ist der Abstieg.

Alles will er aber nicht an der einen Niederlage festmachen: "Wir hatten 14 Spiele Zeit. Natürlich hatten wir die Todesgruppe, aber das wussten wir." Mit Moosburg, Buchloe und eben dem ECP sind alle drei Bayernligisten in der Verzahnungsrunde C abgestiegen. "Wir haben alles versucht. Wir haben mit zwei Spielern nachgelegt", erinnert Dost. Die beiden Kanadier Dillon Duprey und Kenneth Matheson sorgten für mehr Qualität, mehr Kadertiefe. "Ohne die beiden wäre es noch schwieriger gewesen. Wir wären nie so weit gekommen. Da wäre es uns eher wie Moosburg ergangen", ist sich Dost sicher.

Bitter aus Sicht des ECP: Kurz bevor die IceHogs die entscheidende Niederlage kassierten, hatte die U 14 die Bayerische Meisterschaft der Landesligisten errungen. Es war der nächste Höhepunkt in einer Reihe an diesjährigen Erfolgen für die Jugend. Nur die Männer, die Erste Mannschaft, hat es nicht gepackt. "Wir sind sportlich abgestiegen. Wir planen für die Landesliga", sagt Dost.

Natürlich, im Eishockey gibt es oft noch Verschiebungen, kurzfristige Nichtantritte oder Nichtzulassungen. Und auch wenn die Tür noch nicht endgültig geschlossen ist, es gibt aktuell keine Anzeichen, dass der Bayerische Eishockey-Verband die Bayernliga aufstocken möchte. Die Meldefrist für die Vereine ist am 1. Juni, dann prüft der BEV die Vereinsangaben. Die Vereine müssen eine U 7-, eine U 9- sowie eine dritte Jugendmannschaft stellen. Erst danach wird festgelegt, wer in der Bayernliga spielt. Wer in einem Falle der Aufstockung oder der Nichtzulassung anderer Vereine nachrückt, ist noch nicht klar. Allein deshalb muss Dost für die Landesliga planen, es bleibt nichts anderes übrig. "Darauf verlasse ich mich nicht." Die Planungen sollen aber erst nach der Hauptversammlung am 23. März beginnen. Da soll Dost als Abteilungsleiter wiedergewählt werden, dann kann die "Mission Wiederaufstieg", wie er sagt, starten.

Auf den Abteilungsleiter wartet dann aber ein Haufen Arbeit: Noch ist unklar, welche Spieler bleiben. Erste Gespräche habe es gegeben, Grundlage war hier aber immer die Bayernliga. "Erste Prämisse war der Klassenerhalt, darauf war alles ausgerichtet", gibt Dost zu. Auch in Verhandlungen mit neuen Trainern war die Bayernliga die Gesprächsbasis. Das alles steht nun auf der Kippe.

Dost will für die im Oktober startende Landesligasaison "eine schlagkräftige Truppe mit ähnlichem Etat aufstellen". Große Sponsoreneinbrüche erwartet er nicht. "Ich würde gerne einen Großteil der Spieler halten, verstärkt mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs." Allerdings warnt Dost davor, die Landesliga zu unterschätzen. "Es geht nicht nur mit Jungen, die Qualität ist in der Landesliga nicht wesentlich niedriger." Ziel sei der Wiederaufstieg, so schwierig das auch sein wird. "Wir spielen, um den höchstmöglichen Erfolg zu erreichen", sagt Dost.

Der Abteilungsleiter will sich dafür einsetzen, dass in der Landesliga eine Begrenzung auf maximal zwei ausländische Spieler pro Team eingeführt wird. So wie zuletzt in der Bayernliga. "Dafür tritt der ECP ein. Sollte es die Regelung nicht geben, müssen auch wir die Optionen prüfen." Bis dahin will Dost aber erst einmal alles sacken lassen, verarbeiten und die Neuwahl abwarten.

Am Dienstag kommt das Team noch einmal zusammen, räumt gemeinsam die Kabine aus. Am Wochenende folgt ein gemeinsamer Ausflug. Nicht in Hochstimmung, sondern wohl eher in gedämpfter Atmosphäre. Es ist der endgültige Schlussakt einer am Ende historischen Saison.

Kommentar

Seit der Saison 1987/1988 hat der EC Pfaffenhofen immer mindestens in der Eishockey-Bayernliga gespielt. Nach 31 Jahren wird sich dies, sollte nichts Unerwartetes mehr geschehen, im kommenden Winter ändern. Landesliga also. Der Abstieg ist bitter, zumindest in der Entstehung.

Aber es kommt, so ehrlich muss man sein, auch nicht absolut überraschend. Der ECP spielt seit Jahren gegen den Abstieg. Der neue Modus der Verzahnungsrunde erhöhte die Gefahr erheblich. Statt nur eines festen Absteigers gibt es plötzlich fünf Plätze, die nicht mehr zur Teilnahme an der Bayernliga berechtigen. Aber genau davon, von Auf- und Abstieg, lebt der Sport. Und es ist und bleibt eben Sport. So dramatisch der Verlauf letztlich auch war und für Verein und Spieler ist, ein Abstieg ist keine Tragödie. Der ECP muss die Landesliga jetzt annehmen, sich darauf einstellen und kann dann womöglich auch die Bayernliga in Angriff nehmen. Das Niveau ist nicht wesentlich schlechter, das haben die IceHogs am eigenen Leib in der Verzahnungsrunde erfahren.

In den letzten Wochen der Saison haben Mannschaft und die Verantwortlichen alles gegeben und viel richtig gemacht. Genau das macht den Abstieg auch so bitter. Vorzuwerfen hat sich aber niemand etwas. Die Schuldfrage ist nicht zu klären. Und es wäre auch nicht förderlich, wenn der Abstieg jetzt zu Zerwürfnissen im Verein führt. Denn nur dann würde der Abstieg dem ECP wirklich schaden. | Kevin Reichelt

Kevin Reichelt
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!