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Nach zweiwöchiger Trainingspause bereitet sich Albert Walter nun intensiv auf Großereignisse vor

Über den Klosterberg zur Topform

Fürth
erstellt am 12.02.2018 um 18:31 Uhr
aktualisiert am 28.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Fürth/Eulenried (PK) Albert Walter wird nicht müde. Der 78-Jährige Leichtathlet trainiert derzeit nach einer kurzen Pause wieder intensiv. Nach einer guten Leistung beim Senioren-Hallensportfest in Fürth nimmt Walter nun die Deutschen Meisterschaften ins Visier.
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Fürth: Über den Klosterberg zur Topform
Unterwegs in Mittelfranken: Beim Senioren-Hallensportfest in Fürth benötigte Albert Walter nur 2:50,85 Minuten für die 800-Meter-Strecke - eine Zeit mit der er extrem zufrieden war. - Foto: Privat
Fürth

Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, dazu ein unangenehmer Wind von der Seite: Wer bei diesen Bedingungen freiwillig draußen ist, ist selber schuld. Beziehungsweise ist ein leidenschaftlicher Sportler. So wie Albert Walter. Also ließ er es sich auch in der Vorwoche nicht nehmen, tapfer zum Hohenwarter Kosterberg zu kommen - und diesen dann forschen Schrittes hinaufzustürmen. "Grundlagentraining" nennt das der ehrgeizige Leichtathlet aus Eulenried.

Dass er hierbei mit Reinhard Bretting immer wieder einen fähigen Übungsleiter an seiner Seite hat - der 78-Jährige ist sehr froh darüber. "Er bremst mich übrigens sogar ein bisschen", verrät Walter, der in seiner langen Karriere ja schon einige Welt- beziehungsweise Europameistertitel sammelte: "Reinhard meint, dass ich fast schon zu viel mache."

Er nehme sich Brettings Fachmeinung durchaus zu Herzen, ist dankbar dafür. Natürlich: Der Eulenrieder hat weiterhin eine Menge vor, möchte noch ein paar große Ziele erreichen - aber das geht eben nur, wenn er topfit ist. Andererseits ist die Gefahr groß, dass durch Überbelastung sehr schnell für eine gewisse Zeit überhaupt nichts mehr möglich ist. So, wie erst vor Kurzem geschehen, als Walter aufgrund von Leistenproblemen eine zweiwöchige Trainingspause einlegen musste. "Ich wollte eigentlich beim Aichacher Dreikönigskauf an den Start gehen, habe mich dort auch bereits warm gemacht - und dann schoss es plötzlich hinein", erinnert er sich.

Mit dem Aufstellen eines neuen Deutschen M 75-Rekordes über die 800-Meterdistanz wird es deswegen in der laufenden Hallensaison nichts mehr. Aber immerhin läuft Walter schon wieder. Beziehungsweise befindet sich in der Vorbereitung auf baldige Großereignisse - wie etwa die Bayerischen Crossmeisterschaften am 25. Februar in Ruhstorf an der Rott bei Passau oder die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften vom 2. bis 4. März in Erfurt. Gerade in der Hauptstadt Thüringens hat der Mann aus Eulenried eine Menge vor, möchte dort mit etwas Glück bereits seinen 20. DM-Titel holen. "Diese Marke zu knacken, das wäre schon toll", verrät er mit einem Grinsen. Aktuell steht er übrigens bei 18 Triumphen bei nationalen Meisterschaften - was ja auch schon eine sensationelle Ausbeute darstellt.

Die derzeitige Form des 78-Jährige ist für ihn selbst "unerwartet gut". So schaffte er zuletzt, beim Senioren-Hallensportfest in Fürth, das Kunststück, die 800 Meter in nur 2:50,85 Minuten zurückzulegen - womit er nur 8,51 Sekunden am deutschen Rekord in seiner Altersklasse vorbeischrammte. "Ich habe diese Marke noch nicht vergessen, irgendwann möchte ich sie tatsächlich noch unterbieten", betont Walter. "Und dass sie schon jetzt, trotz der Trainingspause zuvor, nicht mehr weit weg war - das stimmt mich mehr denn je zuversichtlich, dass das noch klappt."

Beim "Münchner Stadioncross", einem Fünfkilometerlauf quer durch den Post-Sport-Park der bayerischen Landeshauptstadt, überraschte sich der Eulenrieder dann erneut selbst. "Bereits nach 22,36 Minuten kam ich hier ins Ziel - und war somit um rund eine Minute schneller als im Vorjahr", berichtet er nicht ohne Stolz. Schade nur aus seiner Sicht, dass hinterher das Knie ein bisschen schmerzte. Aber deswegen wieder mit dem Training aussetzen? Das kommt für Walter aktuell nicht in Frage.

Von Roland Kaufmann
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