Donnerstag, 17. Januar 2019
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Speedway- und Quadfahrer aus sieben Nationen kämpfen beim "Drift on Ice" um den Sieg

Spektakel auf dem Eis

Pfaffenhofen
erstellt am 28.12.2018 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Für das Speedway-Comeback in Pfaffenhofen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Im Eisstadion steigt am Samstag, 5. Januar, die erste Auflage von "Drift on Ice" in der Kreisstadt.
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Spektakulär:  Der Finne Tero Aarnio ? hier beim Training auf einem zugefrorenen See ? weiß wie Speedway auf Eis aussehen muss. Er kämpft mit Fahrern aus sieben Nationen um den Sieg beim ?Drift on Ice? im Pfaffenhofener Eisstadion.
Spektakulär: Der Finne Tero Aarnio - hier beim Training auf einem zugefrorenen See - weiß wie Speedway auf Eis aussehen muss. Er kämpft mit Fahrern aus sieben Nationen um den Sieg beim "Drift on Ice" im Pfaffenhofener Eisstadion.
Taneli Miettinen
Pfaffenhofen
"Nach Pfaffenhofen kommen wir am 5. Januar mit einer starken Besetzung", kündigt Ronny Weis an. Der Organisator vom MC Eisdrifters Meißen muss es wissen: Schließlich veranstaltet sein Klub, unterstützt durch den MSC Pfaffenhofen, im Eisstadion das 44. Rennen dieser Art - und immer mit im Renngeschehen: Er selbst. Als Führender des siebten Pro Tec-Cups kommt der 40-Jährige in die Hallertau - hat er doch Ende November den Auftakt der Rennserie im sächsischen Freital bei Dresden gewonnen. So gilt Eisspezialist Weis am 5. Januar als eines der heißesten Eisen, wenn es um den Tagessieg geht. Was man dem Meißener jedoch nicht vorwerfen kann: Dass er sich schwache Konkurrenz eingekauft hätte:
  • Martin Smolinski (Deutschland - Gaststarter):Der Olchinger hält gewissermaßen die bayerische Fahne hoch. Frisch ausgestattet mit einem WM-Titel wird er in Pfaffenhofen erwartet: Im vergangenen Herbst nämlich, krönte er sich erstmals zum Langbahn-Weltmeister auf der Sandbahn. Zur Weltspitze zählt der 34-Jährige auf allen Bahnen - logisch, dass er in seinem Sport als deutsche Nummer Eins gilt. In Pfaffenhofen anzutreten ist für Smoli, wie ihn seine Fans nennen, eine Herzensangelegenheit: "Wenn es heißt, wir sollen in Bayern um den Kreis herum fahren, dann bin ich dabei. Dass dieses Spektakel nach Pfaffenhofen kommt, ist einfach spitze - ich hoffe, das könnte ein Anreiz für die Stadt sein, doch noch ein neues Stadion zu bauen", so der Oberbayer, der sicher eine große Fangemeinde mit in die Kreisstadt bringen wird. Dass er auch auf glattem Untergrund sein Bike beherrscht, hat Smolinski schon bewiesen: Zweimal gewann er die offene Britische Meisterschaft im Indoor-Ice-Speedway.
 
  • Richard Geyer (Deutschland):Trotz seines jungen Alters von 21 Jahren verfügt der Meißener über sehr viel Eis-Erfahrung. Auch in Pfaffenhofen gilt er deshalb als heißer Kandidat für das Tagesfinale.
 
  • Buddy Prijs (Niederlande): Zwei Zähler zum Auftakt vor den Toren Dresdens waren nicht nach dem Geschmack des Youngsters. Prijs zeigte bereits im vergangenen Winter seine Fähigkeiten und dürfte die Stellschrauben kennen, an denen er zu drehen hat.
 
  • Tero Aarnio (Finnland): "Ich bin hungrig und will es besser machen, als in Freital", versicherte der Finne während der Weihnachtsfeiertage. Stichwort Freital: Beim Event im November gab Aarnio sein Debüt auf deutschem Eis und belegte dabei Rang fünf. Ein wenig enttäuscht sei er darüber gewesen, gab der 34-Jährige zu: "Ich bin ja schon oft auf Eis gefahren, aber die verwendeten Reifen waren für mich neu - ich bekam einfach nicht den richtigen Grip und hatte zudem schlechte Starts." Den Finallauf zu erreichen, gab der Speedway-Profi als Marschroute für Pfaffenhofen aus, und hierfür kündigte er an, sich optimal vorzubereiten: Einen zugefrorenen See wolle er sich suchen, um intensiv zu trainieren: "Ich freue mich auf euer Meeting und will sichergehen, dass ich den Zuschauern eine gute Show bieten kann", so Aarnio.
 
  • Jacob Bukhave (Dänemark): Speedway-Fahrer aus Dänemark siegten in Pfaffenhofen sehr oft und auch einem Jacob Bukhave werden am 5. Januar gewisse Chancen auf den Einzug in das A-Finale eingeräumt. Der 25-Jährige blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück - unter anderem konnte er den niederländischen Goldhelm gewinnen.
Hält die bayerische Fahne hoch: Martin Smolinski aus Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Hält die bayerische Fahne hoch: Martin Smolinski aus Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck.
SR-Speed Performance
Pfaffenhofen

 
  • Sergey Malyschev (Russland):Der 30-Jährige hat mittlerweile seinen Wohnsitz nach Deutschland verlegt. Bei der "Drift on Ice"-Rennserie gehört er zu den Stammfahrern: Mit Podestplatz 3 startete er im sächsischen Freital in die Wintersaison.
 
  • Wojciech Lisiecki (Polen): Der 26-Jährige vertritt mit Polen, das Speedway-Land schlechthin. In Freital machte er mit Platz zwei auf sich aufmerksam.
 
  • Jim Terchila (USA - Gaststarter):Besonders gespannt sind die Organisatoren der Meißener Eisdrifter auf den Auftritt eines speziellen Teilnehmers: Mit Jim Terchila wird erstmals ein Drifter aus den USA eingeflogen und zwar ausschließlich für das Pfaffenhofener Rennen. Schon lange hatte man eine solche Aktion vor, wie Ronny Weis erklärt: "In Pfaffenhofen ist der Zeitpunkt gekommen - die Situation ist perfekt, weil es ja praktisch vor der Haustüre einen internationalen Flughafen gibt." Warum der Mann aus Indianapolis verpflichtet wurde, wird klar, wenn man die Hintergründe kennt: "Ice-Racing" hat in den Staaten seinen Ursprung - Winter für Winter locken zahlreiche Meetings die Fans in die Eishallen - hierbei wiederum ist Terchila eine feste Größe.

Auch im Rahmenprogramm erwarten die Organisatoren spannende Zweikämpfe. Besonders die Quad-Rennen sind bei "Drift on Ice"-Meetings kaum noch wegzudenken. Von 750ccm-Aggregaten werden die Vierräder befeuert, wobei sich die Teilnehmer in Vorläufen und einem Finallauf bekämpfen werden. Mit Spannung wird das Duell Stephan Bischoff gegen Matthias Hahnke erwartet. Der Deutsche Meister trifft auf den Vizemeister.

Auch der Nachwuchs soll die Gelegenheit bekommen, sich auf dem Pfaffenhofener Eis vor großer Kulisse zu präsentieren - heißt: Fünf Meißener Eigengewächse werden auf ihren 50ccm-Bikes um Punkte kämpfen.

Damit die Drifts stattfinden können sind hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit nötig. Extra-Eis in einer Stärke von vier bis fünf Zentimetern muss auf das Pfaffenhofener Eishockeyfeld gezaubert werden. In drei Nächten, beginnend ab dem Neujahrsabend, wird Wasserschicht um Wasserschicht per Schlauch aufgetragen - 25 Helfer werden sich die Nächte um die Ohren schlagen. Die genannte Schichtdicke ist notwendig, um sicherzugehen, dass die Linien für den Eishockey-Spielbetrieb unverletzt bleiben. Mit einem Abrieb von drei bis vier Zentimetern ist nämlich zu rechnen - heißt auch: Nach dem Rennen sind Eismeister Thomas Schönauer und sein Team gefragt ?per Eismaschine muss das "Zusatz-Eis" wieder Millimeter für Millimeter abgehobelt werden, denn schon am nächsten Vormittag soll wieder ein öffentlicher Schlittschuhlauf stattfinden.

Ablauf und Infos

  • 16.30 Uhr: Einlass in das Stadion (die Stadiongaststätte hat geöffnet)
 
  • 17.15 Uhr: Autogrammstunde mit den Teilnehmern
 
  • 18 Uhr: Fahrerpräsentation, im Anschluss Wertungsläufen
 
  • 20 Uhr: Siegerehrungen im Anschluss an den letzten Finallauf, danach Pressekonferenz und "After-Race-Party" in der Stadiongaststätte; die angegegeben Zeiten können sich kurzfristig ändernnTicketsituation: Weiterhin Verkauf an der Kasse des Eisstadions zu Zeiten des öffentlichen Schlittschuhlaufs (siehe Serviceseite). Ein begrenztes Kontingent an Eintrittskarten wird auch am Veranstaltungstag an der Abendkasse erhältlich sein.
Erhard Wallenäffer
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