Donnerstag, 20. September 2018
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Basketballer des TSV Wolnzach stecken in der Vorbereitung - Viele Neuerungen vor der neuen Saison

Puzzlearbeit und körperliche Stärke

Wolnzach
erstellt am 12.09.2018 um 18:27 Uhr
aktualisiert am 12.09.2018 um 22:04 Uhr | x gelesen
Wolnzach (PK) In etwas mehr als zwei Wochen, am 30. September, beginnt für die Basketballer des TSV Wolnzach die zweite Saison in der 2. Regionalliga. Die Vorbereitung läuft derzeit auf Hochtouren, personell hat sich im Sommer etwas getan. Zudem darf sich der TSV freuen: Wolnzach tritt in der Süd-Staffel an.
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Rückkehrer Iman Etedali (am Ball), Torben Degner (links) und Peter Maischak wollen mit dem TSV Wolnzach in der zweiten Regionalliga-Saison angreifen.
Rückkehrer Iman Etedali (am Ball), Torben Degner (links) und Peter Maischak wollen mit dem TSV Wolnzach in der zweiten Regionalliga-Saison angreifen.
Urban
Wolnzach
Im Urlaub in den USA und Kanada hat sich bei Mike Urban eine wichtige Erkenntnis ergeben: "Ich habe gemerkt, dass ich bereit bin für eine neue Wolnzacher Regionalliga-Saison." Für die TSV-Basketballer ist das ein positives Signal, schließlich ist Urban als akribischer und ehrgeiziger Trainer bekannt. Auch Co-Trainer Dominic Terlutter bleibt.

Im Kader dagegen hat sich einiges verändert: Ole Alsen und Filip Schinhammer haben das Team verlassen. Schinhammer erhielt die Chance für Vilsbiburg in der 1. Regionalliga zu spielen, diese wollte er nutzen. "Für ihn war die Konstellation so, dass es nur noch dieses Jahr logistisch klappt. Ihm stehen bei uns danach alle Türen offen", sagt Urban. Johannes Wießnet tritt seine Referendariatsstelle in Wasserburg an und wird wohl seine sportliche Zukunft dort suchen und finden. Die Vorbereitung bestritt er aber in Wolnzach. Alexander Jureczek spielt zukünftig aus beruflichen Gründen vermehrt für die Zweite Mannschaft. Sven Leichtl und Stefan Fuchs sind aktuell noch angeschlagen. Tobias Ziehe wird aus familiären und beruflichen Gründen kürzertreten, will aber weiterhin der Ersten Mannschaft helfen.

Natürlich gibt es aber auch frisches Blut im TSV-Kader. Aufbauspieler Iman Etedali kehrte aus seinem Auslandsjahr zurück. "Er will sich seinen Platz erkämpfen", sagt Urban. Ähnlich ist es bei U20-Flügelspieler Florian Beerlage, der vom MTV Ingolstadt zum TSV kam und auch schon in der Junioren-Basketball-Bundesliga aktiv war. Ebenfalls aus Ingolstadt kam der erfahrene Außenspieler Guillaume Lemon. Zudem ließ Urban in der Vorbereitung auch die Talente aus der eigenen Jugend ran - Simon Wildgruber und Felix Ried durften vorspielen. "Wir wollen sie im Blick behalten und sie im Training mit aufnehmen", sagt Urban. Leo Hurzlmeier hat sich in der Vorbereitung empfohlen: "Er hat sich als kompletter Spieler gezeigt." Hurzlmeier, bisher Leistungsträger und Topscorer der Zweiten Mannschaft, wird zukünftig in der Regionalliga auflaufen. Auch Marco Hoffmeister, wie Hurzlmeier zuletzt in der Zweiten aktiv, wird in der neuen Saison für die Erste Mannschaft spielen. Allerdings hat er sich zuletzt am Sprunggelenk verletzt. Grundsätzlich ist beim TSV aber ein Trend erkennbar: "Wir wollen wieder auf unsere Nachwuchsspieler setzen, das war zuletzt manchmal etwas schwieriger", bestätigt Urban.

Geblieben sind außerdem Peter Maischak, Valerian Zenk, Alexander Hoffmeister, Torben Degner, Leonhard Biersack, David Eichmüller, Tobias Fuchs und Kapitän Lukas Kappelmaier. Auf Urban wartet nun die wichtigste Arbeit: Der Feinschliff des Kaders. Dies geschieht in Absprache mit Sascha Steinbach und Joe Thaler, den Trainern der Zweiten beziehungsweise Dritten Wolnzacher Mannschaft. "Da bauen wir das Puzzle wieder zusammen", meint Urban. "Mit der derzeitigen Truppe können wir sehr zufrieden sein", freut sich der Trainer. "Wir hatten ausschließlich gute Trainings und menschlich passt es." Auch Zenk, der vor seinem zweiten Jahr beim TSV steht, spricht positiv über die Vorbereitung: "Wir haben intensiver im Ausdauerbereich gearbeitet und den Spaß wiedergefunden."

Das letzte Punktspiel der Wolnzacher fand Mitte April statt, danach gab es drei Monate Pause. Vorgaben gab es keine, auf individuelle Trainingspläne wurde verzichtet."Sie sollten sich unbedingt regenerieren und abschalten." Das habe sehr gut funktioniert. Auch weil sich die Mannschaft nicht zurücklehnte. "Die Jungs waren fleißig, haben sich in Eigenregie oft zum Zocken getroffen." In der Vorbereitung setzte Urban auf neue Reize: "Wir waren zum Beispiel im Sand am Beachvolleyballfeld und im Leichtathletikstadion. Ich wollte, dass die Jungs etwas Anderes sehen als nur die Halle." Ende August lud Urban zu einem einwöchigen Trainingslager des TSV mit insgesamt 21 Einheiten. In Sachen Kondition will Urban die Belastung anders steuern, um Verletzungen zu vermeiden. In der vergangenen Saison hatte der TSV immer wieder mit Blessuren und Ausfällen zu kämpfen: "Wir müssen ein Programm hinkriegen, um unsere physische Qualität zu verbessern und dann auch zu konservieren."

Auch spielerisch soll es Veränderungen, möglichst Verbesserungen geben: "Es ist eine andere Mannschaft", sagt Urban und erklärt: "Wir wollen die Spieler besser in ihre Rollen bringen. Dazu müssen wir testen - schon in der Vorbereitung, nicht erst in der Saison." Die Spieler seien aggressiver und selbstbewusster. Zudem kehrte das Team zu einem altbekannten Spielsystem zurück. Einige Spieler, die in der Vorsaison noch Probleme hatten, "sind dadurch aufgetaut", sagt Zenk.

Am vergangenen Wochenende gab es ein Vorbereitungsturnier in Wolnzach. Für den TSV ging es gegen drei Regionalligisten, dabei gab es zwei Niederlagen gegen die BG Leitershofen (37:48) und den späteren Finalisten Bayreuth II (38:56). Die beste spielerische Leistung gelang beim 45:32-Sieg gegen die DJK Neustadt "Wir waren im ersten Spiel verschlafen und vielleicht ein wenig überheblich", meinte Urban. Im ersten Testspiel Anfang September hatte Wolnzach noch einen deutlichen 88:57gegen das Bayernliga-Team aus Regensburg gefeiert. Vor allem offensiv war bei dem Turnier am Wochenende ordentlich Sand im Wolnzacher Getriebe. Nur 9,3 gezogene Freiwürfe pro Spiel bei 16,3 Ballverlusten und einer Dreierquote von 23 Prozent verdeutlichen die Probleme.

Große Ziele will Urban nicht ausgeben, nach Platz acht in der Vorsaison soll möglichst schnell erneut der Klassenerhalt geschafft werden. Auf emotionaler Ebene will Urban einen Sprung nach vorne machen: "Wir wollen das Umfeld spielerisch noch mehr mitreißen, für noch mehr Leidenschaft sorgen." Alle hätten den Anspruch, besser abszuschneiden als im Vorjahr. "Das sollte in den Köpfen auch das Hauptziel sein, genauso wie den Spaß mitzubringen", sagt Zenk.

Der TSV ist aus der Nordstaffel in die Süd-Division gewechselt. "Gott sei Dank", wir Urban sagt. Lange Auswärtsfahrten wie beispielsweise nach Dresden, Leipzig oder Chemnitz gehören damit der Vergangenheit an. Eine Zerreißprobe, die Mannschaft und Verein in der Vorsaison gut gemeistert haben. Dafür wartet in dieser Saison unter anderem das Derby mit den Green Devils Schrobenhausen. Sportlich ist die Liga schwierig einzuschätzen: "Wir müssen hart arbeiten. Die Staffel ist vielleicht schwächer, dafür liegt alles sehr nah beieinander." Kleinigkeiten könnten entscheidend sein. Dafür will Urban jetzt arbeiten: "Wir wollen früh bereit sein, früh angreifen."
Kevin Reichelt
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