Dienstag, 22. Januar 2019
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Daniel Brodmeier gewinnt im September WM-Gold - und verlässt dann das Nationalteam

Keine dritte Olympiateilnahme

Sportschiessen
erstellt am 04.01.2019 um 19:25 Uhr
aktualisiert am 21.01.2019 um 03:34 Uhr | x gelesen
Fehlende MotivationArbeit, Familie und einfach mehr Freizeit statt Olympia in Tokio und Weltcups in Neu-Delhi, Peking, Rio, Minsk und München: Der Niederlauterbacher Sportschütze Daniel Brodmeier erklärt den Rücktritt aus der Nationalmannschaft.
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Drei Goldmedaillen konnte sich Sportschütze Daniel Brodmeier dieses Jahr sichern. Zweimal gewann er bei der Deutschen Meisterschaft, einmal sogar bei der Weltmeisterschaft. Jetzt tritt er zurück.
Drei Goldmedaillen konnte sich Sportschütze Daniel Brodmeier dieses Jahr sichern. Zweimal gewann er bei der Deutschen Meisterschaft, einmal sogar bei der Weltmeisterschaft. Jetzt tritt er zurück.
Foto: Lisa Haensch
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Damit verzichtet er auf eine mögliche Teilnahme an seinen dritten Olympischen Spielen. "Der Aufwand wäre so groß, dass ich es mit meinem beruflichen Werdegang nicht vereinbaren kann", sagt der 31-Jährige. "Für die mentale Herausforderung musst du leidensfähig sein. " Mit dem Gefühl im Hinterkopf, die berufliche Karriere und das Privatleben zu vernachlässigen, sind Topleistungen auf diesem Gebiet nur schwer möglich. "Am Ende ist es ein Hobby. Hätte ich so halbscharig weitergemacht, hätte es für ganz vorne nicht gereicht. " Gewehr-Bundestrainer Claus-Dieter Roth respektiert Brodmeiers Rücktritt. "Aus menschlicher Sicht kann ich seine Entscheidung nachvollziehen", sagt Roth. "Aber er war der beste Gewehrmann, den wir in Deutschland hatten. "

Gekrönte Rückkehr
Dabei hat Brodmeier durchaus ein starkes Jahr. Nach den Olympischen Spielen 2016 nimmt sich Brodmeier eine Auszeit. Ein Jahr später kündigt er seine Rückkehr an, die sich aufgrund einer Ellbogenverletzung verzögert. Am 4. September ist klar: Brodmeier ist zurück - und besser denn je. Im südkoreanischen Changwon gewinnt er mit Christoph Kaulich und Maximilian Dallinger, der ebenfalls für die Niederlauterbacher Sportschützen schießt, die Gold-Medaille bei der WM im 50-Meter-Liegendschießen mit dem Kleinkaliber-Gewehr. Es ist ein historischer Triumph: "Es ist das erste deutsche WM-Gold im Herren-Team. Das ist doch schon ganz gut. "

Zeit für die familie
Jetzt ist es trotzdem Zeit für etwas Anderes. "Auf was ich mich freue, weiß ich noch gar nicht", sagt Brodmeier. "Ich werde einfach arbeiten und Zeit mit der Familie verbringen. " Und ganz sein lassen will er es mit dem Schießen auch nicht. In der Luftgewehr-Bundesliga will er weiter für Niederlauterbach an den Schießstand treten. Auch an Bayerischen und Deutschen Meisterschaften will er weiter teilnehmen. "Wenn ich es jetzt professionell hätte machen wollen, hätte ich kündigen müssen. " Und das will er nicht. "Ich höre mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge auf", sagt er. "Ich habe dem Sport viel zu verdanken und habe es mir nicht leicht gemacht. " Zu schön sind die Erinnerungen an die Olympischen Spiele in London und Rio. Ein fünfter und ein vierter Platz stehen für Brodmeier zu Buche. "Soviel Aufmerksamkeit bekommt man beim Schießen sonst nie. Aber auch viele kleinere Wettkämpfe haben mir gefallen. Und ich habe viele Länder gesehen. " Brodmeiers Rücktritt Mitte Dezember kommt dennoch überraschend. Sein verletzter Arm macht immer weniger Probleme. Nach seiner Verletzung hat er sich - verglichen zu den Leistungen vor seiner Auszeit - im Liegend- und Stehend-Anschlag sogar noch einmal verbessert. "Ich habe meine persönlichen Rekorde übertroffen", sagt Brodmeier. Aber Familie und Beruf sind ihm nach langer Überlegung dann doch wichtiger als der Stress eines Spitzenathleten. kvr/str
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