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"Kann mir nicht vorstellen, dass Südkorea unsere Truppe gefährdet"

erstellt am 26.06.2018 um 18:09 Uhr
aktualisiert am 12.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
War das ein Bangen und Zittern bis in die Nachspielzeit und zum exzellenten Freistoßtor von Toni Kroos.
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Dem Spielverlauf nach war es ein verdienter Sieg unserer Mannschaft, denn wir hatten ein klares Plus an hochkarätigen Torchancen. Viel Glück hatte der Weltmeister in der 12. Minute, dass der Unparteiische Boatengs Einsteigen gegen den schwedischen Stürmer Berg nicht mit Elfmeter und Rot bestraft hat. Womöglich ein spielentscheidender Fehler, der das deutsche Team klar begünstigte.

Gefallen hat mit, dass Bundestrainer Jogi Löw viel mehr gecoacht hat. Und endlich reagierte er schon in der Halbzeitpause. Er brachte den Stuttgarter Mario Gomez für den schwachen Julian Draxler und machte so den Weg frei für Timo Werner auf der linken Seite. Dieser Wechsel zahlte sich aus, denn der vorher in der Mitte ziemlich wirkungslose Werner war von dem völlig überforderten Schweden Mikael Lustig (Celtic Glasgow) schon aufgrund seiner enormen Schnelligkeit kaum zu halten.

Wie geht es weiter? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der heutige Gegner Südkorea unsere Truppe ernsthaft gefährdet, wenn wir von Beginn an so spielen und kämpfen, wie das gegen die Schweden in der zweiten Halbzeit der Fall war. Wir müssen aber jegliche Form von Lethargie vermeiden und dürfen die flinken Asiaten nicht unterschätzen.

Welche Truppe wird der koreanische Coach Tae-Yong Shin gegen den Weltmeister ins Spiel schicken? Dass Südkorea ein Torwart-Problem hat, ist kein Geheimnis. Die Viererkette ist zwar kämpferisch stark, doch im Spielaufbau fehlerhaft. Gleiches gilt für das Mittelfeld, dem jegliche Kreativität fehlt, um die beiden schnellen Sturmspitzen, Hwang (RB Salzburg) und Son (jetzt Tottenham Hotspur), wirkungsvoll einzusetzen.

Hoffentlich hat unser Trainerteam die Lehren aus dem Schwedenspiel gezogen und lässt Reus zentral im offensiven Mittelfeld spielen. Die Viererkette vor Manuel Neuer dürften Kimmich, Rüdiger (oder Süle) sowie der genesene Hummels und Hector bilden.

Auf der Sechs und der Acht rechne ich mit Khedira und Kroos, weil Gündogan seine Chance nach der Einwechslung für den verletzten Rudy nicht genutzt hat. Und die Offensive? Für mich führt an Marco Reus in der zentralen Position kein Weg vorbei, weil er das bisher so vermisste Tempo ins Spiel bringt, sehr torgefährlich ist und auch gute Standards drauf hat. Und warum nicht Mario Gomez in der Sturmmitte von Beginn an? Den schnellen Werner auf der linken Seite, wie nach der Pause gegen Schweden. Und für den formschwachen Thomas Müller hätte Julian Brandt einen Einsatz von Anfang an verdient!

Die Koreaner haben bei allem Kampfgeist und Einsatzwillen einen großen Nachteil: von der Körperlänge her sind sie uns weit unterlegen und deswegen beim Kopfball arg benachteiligt. Dies muss der Weltmeister eiskalt ausnutzen, denn gerade durch Standards werden bei dieser WM die meisten Spiele entschieden.

Meine Aufstellung ist zugegebenermaßen sehr mutig, doch sollte der Weltranglistenerste so selbstbewusst sein, dass er den 57. dieser Rangliste mit schnellem Offensivspiel in die Schranken verweist. Unsere geschundenen Nerven haben es verdient, wieder einmal geschont zu werden. Kurioserweise würde selbst ein 2:1 Sieg nicht reichen, wenn gleichzeitig Schweden gegen Mexiko mit demselben Ergebnis gewinnen würde. Dann müsste das Los entscheiden! Das wünsche ich uns nicht, sondern einen klaren Sieg und einen schönen Abend. In diesem Sinne, Euer Karsten.
 
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