Mittwoch, 19. September 2018
Lade Login-Box.

Der Landtagsabgeordnete Karl Straub steigt am 16. Juni in den Ring - die Vorbereitung läuft

"Die Aufgabe ist groß"

Pfaffenhofen
erstellt am 17.05.2018 um 18:36 Uhr
aktualisiert am 02.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Karl Straub hat sich viel vorgenommen. In weniger als einem Monat traut sich der Landtagsabgeordnete der CSU in den Boxring. Bei der Gladiator-Fight-Night am 16. Juni im Stadttheater Ingolstadt kämpft er gegen Karl Ettinger, Ingolstädter FDP-Stadtrat.
Textgröße
Drucken
Ohne Fleiß und ohne Schweiß kein Preis: Karl Straub schuftet derzeit für seinen ersten Boxkampf am 16. Juni im Ingolstädter Stadttheater. Neben der Technik beim Pratzentraining mit Trainer Maik Hofmann (links) stehen dabei auch Konditionsübungen wie Seilspringen an. Übungen mit dem Medizinball sollen für die nötige Explosivität sorgen, bringen Straub aber ganz schön ins Schwitzen.
Ohne Fleiß und ohne Schweiß kein Preis: Karl Straub schuftet derzeit für seinen ersten Boxkampf am 16. Juni im Ingolstädter Stadttheater. Neben der Technik beim Pratzentraining mit Trainer Maik Hofmann (links) stehen dabei auch Konditionsübungen wie Seilspringen an. Übungen mit dem Medizinball sollen für die nötige Explosivität sorgen, bringen Straub aber ganz schön ins Schwitzen.
Fotos: Reichelt
Pfaffenhofen
Karl Straub teilt aus. Karl Straub steckt ein. Jedoch nicht im Bayerischen Landtag in München. Nicht nur zumindest. Aktuell bereitet sich der Landtagsabgeordnete nämlich auf einen besonderen Schlagabtausch vor. Einen, der weniger von Argumenten und politischen Standpunkten geprägt sein wird, sondern von Cleverness, Kondition, Konzentration und vor allem Kraft. Der 46-Jährige wird am 16. Juni gegen Karl Ettinger boxen, beim Promikampf der Gladiator-Fight-Night. Dabei geht es vorrangig um einen guten Zweck. Beide dürfen einen bestimmten Betrag spenden. "Wir machen das für etwas Sinnvolles, das war mir wichtig", sagt Straub. Ettinger wird seinen Teil für den Tierschutz verwenden, Straub will einer Organisation, die sich für Kinder einsetzt, helfen.

"Die Aufgabe ist groß. Das wissen wir", sagt Maik Hofmann. Während Straubs Trainer spricht, plagt sich sein Schützling. In der Oyakata-Kampfschule in Ingolstadt trainiert Straub schon seit Ende 2016. "Hier trifft man viele andere, tolle Leute. Der soziale Hintergrund spielt überhaupt keine Rolle, so wie es im normalen Leben auch sein sollte", sagt Straub. "Ich gehe hierher, um ein ganz normaler Mensch zu sein." Bisher hat er hier, wo auch sein Sohn Jonas trainiert, allerdings ausschließlich K1-Kickboxen ausgeübt. Jetzt muss er eine Sportart neu lernen. "Vielleicht wäre es leichter gewesen, wenn wir bei Null angefangen hätten", sagt Hofmann. So müsse er viel umdenken, vor allem der Stand sei beim Boxen anders, erklärt Straub selbst. "Die Bewegung ist sehr unterschiedlich. Im Kickboxen steht man sehr frontal, im Boxen eher versetzt. Es ist also kein großer Vorteil", sagt Straub vor dem Training.
 
Fotos: Reichelt
Pfaffenhofen



Während der Einheit bleibt nicht viel Zeit zum Reden. In den Pausen muss Straub sich erholen, das Programm ist hart und geht an die Substanz. Schon nach der Aufwärmeinheit, bestehend aus Schattenboxen und Seilspringen, schnauft Straub. "Karl ist fleißig. Wenn er etwas will, dann macht er das auch richtig", lobt Hofmann, ergänzt aber auch: "Wir können zwei Jahre Training nicht in acht Wochen leisten, das geht nicht." Straub aber versucht es: Am Morgen steht er früher auf, geht zum Laufen. Am Abend ist er so oft wie möglich in der Kampfsportakademie. Nicht ohne Grund: Auf Straub und Ettinger wartet ein Kampf über vier Runden à zwei Minuten: "Das ist relativ heftig", sagt Straub. Dazu kommt, dass nicht mit Kopfschutz wie im Amateurbereich, sondern wie bei den Profis geboxt wird. "Ich bin mir sicher, wir beide wollen uns nicht blamieren."

Das werden sie sicherlich nicht, dafür werden die Trainer sorgen. Während Ettinger in der Gladiator-Kampfschule von Dardan Morina und seinem Bruder Gentian trainiert wird, kümmern sich Hofmann und Kickboxer Christoph Seitfeld in der Schule von Atila Dikilitas um Straub. Es ist also auch ein Fight zweier Ingolstädter Kampfschulen, die sich gut kennen und verstehen. Dikilitas hat Dardan Morina einst ausgebildet. "Konkurrenz sind wir nicht, gewinnen werden wir trotzdem", sagt Dikilitas und grinst. Straub meint: "So wie ich trainiert werde, wollen alle, dass ich gewinne."
 
Fotos: Reichelt
Pfaffenhofen



Dafür nimmt ihn Hofmann auch aus der gewöhnlichen Trainingsgruppe heraus. In einem separaten Trainingsraum mit aufgebautem Boxring geht es dann erst richtig zur Sache: Pratzentraining für Straub. Immer wieder sagt Hofmann die verschiedenen Schlagkombinationen an, Straub folgt und liefert ab. Mit links, mit rechts - der Linksausleger Straub muss sich viel bewegen, viel schlagen. Auch wenn er immer wieder kurz verschnaufen muss. Seitfeld und Hofmann müssen ihn aber auch mehrmals an die Deckung erinnern. In einer Sequenz muss Straub Seitfeld immer wieder in eine der Ringecken drängen und unter Druck setzen, in einer anderen muss sich Straub den Schlägen Seitfelds stellen. Austeilen und einstecken also. "Wir müssen möglichst viele Kombinationen und verschiedene Situationen durchgehen", erklärt Seitfeld.

Einen besonderen Gegner trägt Straub im Boxring dabei immer mit sich herum: den Mundschutz. "Es ist verdammt schwer, mit diesen Dingern zu atmen. Das geht eigentlich nur durch die Nase", sagt Straub. Umso erleichterter ist er, als die Boxeinheit vorbei ist. Endlich wieder normal durchschnaufen. Und vor allem tief.
 
Fotos: Reichelt
Pfaffenhofen



Verzerrtes Gesicht, angestrengter Blick, Schweißtropfen auf der Stirn und der Brust - man sieht Straub während des Trainings die Strapazen an. Jammern oder Stöhnen aber ist von ihm nicht zu hören. Auch nicht, als es um die Kondition geht. Sit-Ups und Liegestütze gehören ebenso dazu wie Übungen mit dem Medizinball. "Komm Karl, streng dich doch mal an", triezt Seitfeld den CSU-Mann, als der sich im Liegestütz befindet. "Zehn gehen schon." Und tatsächlich. Straub schafft auch am Ende des Trainings noch das Pensum. Auch wenn die Wadeln schon sichtlich zittern.

Zuletzt soll Straub den sechs Kilogramm schweren Medizinball immer wieder mit links und rechts gegen die Wand stoßen. Es geht um die Explosivität, die Wucht seiner Schläge. "Den darfst du mit nach Hause nehmen und weitermachen", sagt Seitfeld. Straub gehorcht. Leicht wird es ihm nicht gemacht, das nimmt er gerne in Kauf. "Natürlich will jeder gewinnen", sagt er. "Aber wenn es am Ende nicht klappt, dann gibt man sich die Hand. Es geht darum, dass man für sich selbst das Beste gemacht hat. Egal, ob Sieg oder Niederlage."
Kevin Reichelt
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!