Samstag, 15. Dezember 2018
Lade Login-Box.

Boxclub Neuburg veranstaltet erstmal seit 2008 wieder ein Bierzeltboxen auf dem Volksfest

Junge Kämpfer für eine alte Tradition

Neuburg
erstellt am 03.08.2018 um 19:18 Uhr
aktualisiert am 20.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Lange Jahre war es eine gern gesehene Tradition, dann schlief es ein, jetzt ist es wieder da: das Bierzeltboxen. Im Zuge des 75. Neuburger Volksfestes engagiert sich auch der Neuburger Boxclub und veranstaltet an diesem Sonntag einen Wettkampftag mit zehn bis zwölf Paarungen.
Textgröße
Drucken
 
Fotos: S. Hofmann
Neuburg
Hinter dem Neuburger Boxclub, der mit 70 Lenzen fast so alt wie das Volksfest selbst ist, liegen einige turbulente Jahre. Häufige Wechsel im Vorstand ließen keine Kontinuität aufkommen, für viele Einheimische war der Verein von der Bildfläche verschwunden. Doch es gibt ihn noch und es geht ihm gut. Immer dienstags und freitags wird in der altehrwürdigen Fünfzehner-Turnhalle trainiert. Freitags sind viele Kinder und Jugendliche dabei, auch zahlreiche Mädchen und Frauen, worüber Vorsitzender Arnold Grochla besonders stolz ist. Seit rund zweieinhalb Jahren ist er Chef des Vereins, ihm zur Seite als Stellvertreter steht Adam Klakus, der seit bald 20 Jahren den Nachwuchs trainiert.
 
Fotos: S. Hofmann
Neuburg



Während am Dienstag gegen halb neun abends die Boxer in der Halle schwitzen, die den Neuburger Club am Sonntag vertreten werden, sprechen Grochla und Klakus über die vergangenen anderthalb Jahre, während derer, von der Idee bis zur Umsetzung, viele ehrenamtliche Arbeitsstunden in die Ausrichtung des Bierzeltboxens gesteckt wurden. Angefangen hat alles mit einer Ahnung der Vorstandsmitglieder. "Wir haben Mitte 2017 angefangen, unseren Nachwuchs zusammen mit Sportwart Sieggi Bundesmann auf Turniere und Wettkämpfe zu schicken", berichtet Vorsitzender Grochla. Von einer Veranstaltung im Bierzelt in diesem Sommer war damals allerdings noch nicht die Rede. "Die Idee kam erst bei unserer Weihnachtsfeier letztes Jahr auf. Es wurde einfach mal Zeit, dass wir in Neuburg wieder etwas machen", so der Vereinschef weiter. "Wir sind dann auf die Stadt Neuburg und das Ordnungsamt zugegangen und haben angefragt, ob das denn möglich wäre", berichtet Grochla. Bei den Veranstaltern des Volksfestes hat der Boxclub damit sicher offene Türen eingerannt, denn seit Jahren versucht man von offizieller Seite, dem steten Attraktivitätsverlust in den Augen der Bevölkerung und den schwankenden Besucherzahlen durch besondere Programmpunkte entgegenzuwirken.
 
Fotos: S. Hofmann
Neuburg



Ab Januar war klar, dass es Festzeltkämpfe geben wird. Für den Boxclub bedeutet dies in erster Linie, dass er in die Tasche greifen muss. Nicht nur Werbeplakate kosten Geld, sondern es muss auch ein mobiler Ring angemietet werden, und die Boxer von außerhalb, die an diesem Sonntag in Neuburg antreten werden, müssen bezahlt werden. "Wir machen das alles ohne Sponsor", erklärt Vereinschef Grochla. "Wir mussten ja bei null anfangen. Hoffentlich können wir in Zukunft jemanden motivieren, uns finanziell zu unterstützen." Die Ausgaben im Vorfeld seien der Hauptgrund, warum die Veranstaltung am Sonntag Eintritt kostet. Erwachsene zahlen neun Euro, Jugendliche ab zwölf Jahren fünf Euro. Auf ihre Kosten sollen die 300 bis 400 Zuschauer, auf die man beim Boxclub hofft, dann bei bis zu zwölf Kämpfen kommen. "Man weiß ja nie, ob alle Begegnungen stattfinden können. Manchmal verletzt sich jemand oder kann aus anderen Gründen nicht antreten", sagt Trainer Adam Klakus. Er verspricht auf jeden Fall engagierte Kämpfe der fünf Neuburger. Für den Ausrichter treten am Sonntag die Brüder Flamur (14 Jahre) und Selim Maliqi (15), Moritz Schultz (15) und die beiden 19-jährigen Hossein Mahmudi und Sahid Bayat an. Jeder von ihnen wird über drei Runden mit seinem Kontrahenten im Ring stehen, die Dauer eines Durchgangs variiert dabei dem Alter der Boxer entsprechend. "Wir vereinbaren das am Sonntag kurz vor dem Kampf", so Trainer Klakus.
Die hoffnungsvollen Talente des Neuburger Boxclubs: (von oben links nach unten rechts) Flamur Maliqi, Hossein Mahmudi, Selim Maliqi, Martin Schultz und Sahid Bayat sind im Volksfestzelt die Lokalmatadore. Sie bekommen jeweils einen Gegner vom Boxclub Weißenburg, gegen den sie sich behaupten wollen.
Die hoffnungsvollen Talente des Neuburger Boxclubs: (von oben links nach unten rechts) Flamur Maliqi, Hossein Mahmudi, Selim Maliqi, Martin Schultz und Sahid Bayat sind im Volksfestzelt die Lokalmatadore. Sie bekommen jeweils einen Gegner vom Boxclub Weißenburg, gegen den sie sich behaupten wollen.
Fotos: S. Hofmann
Neuburg



Zusätzlich zu den fünf Wettbewerben mit Neuburger Beteiligung wird es noch zwei Schwergewichtskämpfe und zwei Frauenkämpfe geben. Von Letztgenannten ist Trainer Klakus begeistert. "Ich hab schon ein paar der Frauen kämpfen gesehen. Mein lieber Scholli", schwärmt er. Als Unterstützer konnten die Neuburger Boxer außerdem ihren ehemaligen Vorsitzenden, die lokale Schwergewichtslegende Wolfgang Köhler, gewinnen. Er wird am Sonntag als Ringsprecher auftreten und die Kontrahenten ankündigen.
 
Fotos: S. Hofmann
Neuburg



Einlass zum Boxtag im Lanzl-Festzelt ist am Sonntag um 9.30 Uhr. "Ich hoffe sehr, dass die Veranstaltung angenommen wird. Wir möchten Neuburg damit etwas geben", sagt BCN-Chef Grochla.
Sebastian Hofmann
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!