Montag, 10. Dezember 2018
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Landesliga: Matthias Riedelsheimer steuert zwei Treffer zum Neuburger 3:1-Sieg gegen Gundelfingen bei

Falscher Name führt zu Doppelpack

Neuburg
erstellt am 16.09.2018 um 22:35 Uhr
aktualisiert am 02.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Die Scharte aus dem Pokalwettbewerb hat der VfR Neuburg am Samstag im Punktspiel wieder ausgewetzt: Der Landesliga-Tabellenführer besiegte den FC Gundelfingen mit 3:1. Besonders freuen durfte sich Matthias Riedelsheimer, der einen persönlichen Meilenstein geschafft hat. Auf der anderen Seite müssen die Neuburger um Stürmer Ray Bishop bangen.
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Wie groß die Freude über Matthias Riedelsheimers (großes Bild) beide Treffer war, zeigt auch der Jubel, in den seine Mannschaftskameraden ausbrachen. Wenn Tore fallen, dann wollen Männer einfach kuscheln (oben). Das dritte Tore für den VfR Neuburg steuerte Marco Friedl (mittleres Bild, links) bei. Noch während das Spiel lief, kam der Sanka, um Ray Bishop in die Notaufnahme zu fahren.S. Hofmann
Wie groß die Freude über Matthias Riedelsheimers (großes Bild) beide Treffer war, zeigt auch der Jubel, in den seine Mannschaftskameraden ausbrachen. Wenn Tore fallen, dann wollen Männer einfach kuscheln (oben). Das dritte Tore für den VfR Neuburg steuerte Marco Friedl (mittleres Bild, links) bei. Noch während das Spiel lief, kam der Sanka, um Ray Bishop in die Notaufnahme zu fahren.S. Hofmann
Sebastian Hofmann, Hofmann, Sebastian, Neuburg
Neuburg
Landesliga Südwest
VfR Neuburg - FC Gundelfingen 3:1: Matthias Riedelsheimer ist wahrlich kein Torjäger. Aber in den vergangenen Jahren, die er hauptsächlich beim TSV Rain verbracht hat, hat er immer die eine oder andere Bude gemacht. Und wenn das nicht in der Regional- oder der Bayernliga passiert ist, dann eben mal, wenn er in der zweiten TSV-Mannschaft in der Bezirksliga aushalf. Aber in der vergangenen Saison, Riedelsheimers erster im Trikot des VfR Neuburg, wollte es einfach nicht klappen. Sehr oft hatte der 27-Jährige dabei auch Pech: Entweder brachte ein Verteidiger noch ein Bein dazwischen, oder die Torhüter erwischten seine Schüsse noch gerade so. Es sollte einfach nicht sein. Vom eigenen Neuburger Fanklub "Sechsundzwanzga" wurde Matthias Riedelsheimer deshalb schon auf den Arm genommen, im Internet gar als der "torungefährlichste Spieler der VfR-Vereinshistorie seit Herbert Zanker" bezeichnet. Doch am Samstag sollte sich alles ändern. Mit gleich zwei Treffern trug Riedelsheimer entscheidend zum 3:1-Sieg des VfR Neuburg über den FC Gundelfingen bei. Und Schuld war nur, wenn man VfR-Trainer Christian Krzyzanowski glauben darf, ein Schreibfehler. Auf dem Spielberichtsbogen stand nämlich nicht Matthias Riedelsheimer sondern der Name seines Bruders Florian, der beim BSV Neuburg spielt. "Ich hab' zu ihm gesagt: Das ist das Zeichen, heute triffst du!", scherzte VfR-Trainer Krzyzanowski.

Aber bis dahin sollte es ein holpriger Weg sein. Es lastete am Samstag ein gewisser Erwartungsdruck auf den Hausherren. Vereinsmitglieder und Fans rechneten damit, dass gegen Gundelfingen ein Sieg eingefahren würde. Nicht nur, weil der Tabellenerste den Tabellenvorletzten zu Gast hatte. Auch, weil die Neuburger in dieser Saison schon einmal gegen den FCG gespielt haben - und dabei kläglich verloren. Das 0:1 aus dem Pokalspiel Anfang August spukte wohl auch am Samstag noch dem einen oder anderen Neuburger Kicker im Hinterkopf herum. Denn so ließe sich zumindest der Auftritt der Hausherren während des ersten Spielabschnitts begründen. Ungewohnt unruhig und so gar nicht souverän, wie sie es hätten sein können, präsentierten sich die jungen Neuburger den 305 Zuschauern im Brandlstadion.
 
Sebastian Hofmann, Hofmann, Sebastian, Neuburg
Neuburg



So gab es während der ersten rund 20 Minuten kaum nennenswerte Szenen zu verzeichnen. "Wir haben uns da zu sehr im Klein-Klein verstrickt", analysierte VfR-Trainer Krzyzanowski nach der Partie. "Wir sind zu wenig zum Schießen gekommen." Gefährlich wurde es meist, wenn Interimskapitän Rainer Meisinger - sowohl Sebastian Habermeyer als auch Daniel Eisenhofer fielen verletzt aus - an den Ball kam. In der 19. Minute brachte er einen Eckball zielgenau auf Matthias Riedelsheimers Kopf, doch der Ball ging nur neben das Gundelfinger Tor. Drei Minuten darauf wuchtete Meisinger einen Schuss aus rund 23 Metern Entfernung zum Tor über die Latte. Einen sehenswerten Freistoß hämmerte der 23-Jährige, der im gesamten Spiel sehr viel mit seinen Mannschaftskameraden kommunizierte, in der 31. Minute auf das Gundelfinger Tor, doch Keeper Oliver Handschiegl parierte den Schuss sehenswert.

In der 39. Minute kombinierten sich der fleißige Marco Friedl und Niklas Golling in den gegnerischen Sechzehner, doch Handschiegl war wieder zur Stelle. Nach einer Meisinger-Flanke kam Ray Bishop für den Kopfball einen Sekundenbruchteil zu spät (41.). An der wohl größten Chance war ebenfalls Bishop beteiligt, der in der 43. Minute einen Pass des Gundelfinger Schlussmanns abgelaufen hatte, dessen Schuss von selbigem aber geblockt wurde. Der Ball kam zu Marco Friedl, der das Spielgerät aber aus dem Lauf heraus nicht richtig traf und es am leeren Tor vorbeischob.
 
Sebastian Hofmann, Hofmann, Sebastian, Neuburg
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Und mit ihrer einzigen Offensivchance machten die Gäste aus Gundelfingen im Gegenzug das 0:1: In der 44. Minute war Jonas Schneider durch einen hohen Ball an der Neuburger Abwehr vorbei - wobei dies stark nach einer Abseitsstellung roch -, spielte VfR-Keeper Dominik Jozinovic aus und versenkte den Ball zur Gästeführung im Neuburger Tor. Ganze vier Minuten Nachspielzeit gewährte Schiedsrichter Felix Scharf dem ersten Durchgang - was weitere Folgen für die Neuburger haben könnte. Denn plötzlich lag Ray Bishop mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden und konnte nicht mehr weiterspielen. "Ich hab' nicht gesehen, was passiert ist. Aber er ist wohl ohne Fremdeinwirkung im Rasen hängen geblieben und hat sich das Knie verdreht", berichtete VfR-Trainer Krzyzanowski. Mit dem Sanka ging es für den 22-Jährigen in die Notaufnahme, eine genaue Diagnose steht noch aus.

"In der Kabine habe ich der Mannschaft dann gesagt, dass wir ruhig bleiben müssen", berichtete Krzyzanowski von der Ansprache in der Halbzeitpause. Das Team nahm sich die Worte seines Trainers zu Herzen. In Abschnitt zwei nämlich wirkten die Neuburger konzentrierter und arbeiteten zielstrebiger auf ihren ersten Treffer hin. Matthias Riedelsheimers erster Treffer resultierte aus einem Eckball. Meisinger gab das Spielgerät herein, Dominik Schröder hielt nach einem Abpraller drauf, der Ball wurde wieder geblockt und sprang zu Riedelsheimer, der ihn lässig in die Maschen lupfte (59.). Durch den Ausgleich wurden die Gäste wieder aktiver und Dominik Jozinovic war es zu verdanken, dass es beim 1:1 blieb. Der Schlussmann rettete dreimal gegen Maximilian Braun das Remis (62./65.). Auf der anderen Seite hatten die Hausherren Pech, als der für Bishop eingewechselte Stefan Klink mit einem satten Schuss nur das Lattenkreuz traf (68.). Sauber herausgespielt war dann eine Szene, an deren Ende Riedelsheimers Treffer zum 2:1 stand. Den Schlusspunkt setzte Marco Friedl, der in der dritten Minute der Nachspielzeit - ebenfalls aus abseitsverdächtiger Position - das 3:1 schoss. Zuvor hatte Pascal Schittler eine große Möglichkeit ungenutzt verstreichen lassen.
 
Sebastian Hofmann, Hofmann, Sebastian, Neuburg
Neuburg



Durch den Sieg verteidigte der VfR Neuburg die Tabellenführung. Weil Verfolger Landsberg aber 5:0 in Oberweikertshofen gewonnen hat, ändert sich am Drei-Punkte-Vorsprung der Lila-Weißen nichts. Bereits am morgigen Dienstag hat der VfR Neuburg sein nächstes Heimmatch - allerdings kein Punktspiel. Zu einem Freundskick ist an diesem Abend der Regionalligist FC Ingolstadt 04 II zu Gast. Anpfiff ist um 17.30 Uhr.

VfR Neuburg: Dominik Jozinovic, Sebastian Stegmeir (85. Lucas Labus), Niklas Uhle (79. Pascal Schittler), Fabian Heckel, Kadir Aktas, Matthias Riedelsheimer, Dominik Schröder, Rainer Meisinger, Niklas Golling, Ray Bishop (46. Stefan Klink), Marco Friedl. - Tore: 0:1 Jonas Schneider (44.), 1:1 Matthias Riedelsheimer (59.), 2:1 Matthias Riedelsheimer (80.), 3:1 Marco Friedl (90.+3). - Schiedsrichter: Felix Scharf (TV Nabburg). - Zuschauer: 305.
Sebastian Hofmann
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