Samstag, 15. Dezember 2018
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Zwischenfazit: Für den VfR Neuburg wird das Restprogramm in der Landesliga schwer

Ein Durchmarsch ist unwahrscheinlich

Neuburg
erstellt am 07.12.2018 um 18:25 Uhr
aktualisiert am 07.12.2018 um 21:21 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Zwischenzeitlich hatte so mancher Fan schon von kommender Saison in der Bayernliga geträumt. Doch das wird wohl - vorerst - Wunschdenken lila-weißer Fußballherzen bleiben. Die Kicker des VfR Neuburg haben eine erstaunliche Hinrunde in der Landesliga Südwest gespielt. Leichter wird es aber nicht werden. Ein Zwischenfazit.
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Eine Saison für die Vereinschronik spielt die aktuelle erste Mannschaft des VfR Neuburg derzeit in der Landesliga.
Eine Saison für die Vereinschronik spielt die aktuelle erste Mannschaft des VfR Neuburg derzeit in der Landesliga.
S. Hofmann
Neuburg
VOR DER SAISON

Die Spielzeit 2017/2018 war für die Mitglieder und Freunde des VfR Neuburg von Superlativen geprägt. Nachdem man in der Saison davor noch knapp am Aufstieg gescheitert war und in der Relegation nach zwei Partien gegen Oberweikertshofen die Segel hatte streichen müssen, war das Ziel diesmal klar: Der VfR Neuburg wollte wieder um die Spitze mitspielen. Zwar stapelte Trainer Christian Krzyzanowski in seinen Äußerungen stets tief, doch bewies seine Mannschaft letztlich, dass sie das Zeug zum Landesligateam hatte. Am Ende der Saison standen 22 Siege, sieben Unentschieden und nur eine Niederlage. Mit 73 Punkten auf dem Konto hatte man einen gehörigen Abstand zum ewigen Verfolger aus Gersthofen, der in der Endabrechnung auf 66 Zähler kam und letztlich über die Relegationsrunde nicht nachziehen konnte.

Vor Beginn der aktuellen Spielzeit erhielt der VfR Neuburg zahlreiche Verstärkung: Mit Robert Zisler, Mehmet Ödzemir (beide kamen vom FC Ehekirchen), Pascal Schittler, Niklas Golling (beide JFG Neuburg U19), Marco Friedl (TSV Rain), Erik Pickl (FC Gerolfing), Dennis Karmann (TSG Untermaxfeld), Dominic Schröder (FC Ingolstadt II), Dominik Jozinovic (SC Ried) und Florian Ihring (SV Manching) rückte gleich ein halbes Team an, das eine Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern war. Als Edeltransfer sollte sich schnell Schröder herausstellen, der trotz seiner damals 19 Jahre schon Regionalliga- und sogar Junioren-Bundesliga-Erfahrung vorweisen konnte.

DIE VORBEREITUNG

Schnell zeigte sich aber, dass nicht alle Neuzugänge auch in der Saison auf dem Platz stehen würden. So verletzte sich Erik Pickl bereits in der Vorbereitung, als er sich einen Kreuzbandriss zuzog - was im Fall des 21-Jährigen tragisch ist, hatte er doch gerade erst eine schwere Verletzung auskuriert und wollte nach zwei Jahren Zwangspause wieder die Fußballschuhe schnüren. Auch Dennis Karmann, der schon einmal beim VfR gespielt hatte, konnte nur bedingt eingesetzt werden, genauso wie Robert Zisler. Karmann machte kein Pflichtspiel für die Neuburger, Zisler bislang nur eines für die erste Mannschaft. Angreifer Florian Ihring strich nach dem fünften Saisonspiel die Segel ob des Konkurrenzkampfes und wechselte nach Gaimersheim.

Insgesamt sieben Testspiele trug der VfR Neuburg zu Hause oder auf fremdem Rasen gegen unterschiedlich starke Gegner aus. Den Abschluss bildete ein 7:0-Kantersieg gegen den TSV Rain II.

DER STARKE START

Das erste Spiel der Saison 2018/2019 durften die Lila-Weißem im heimischen Brandlstadion austragen. Gegner war der SV Cosmos Aystetten, der die Vorsaison auf Platz acht beendet hatte. Letztlich endete die Partie mit einem leistungsgerechten 2:2-Remis und damit dem ersten Tabellenpunkt für Aufsteiger Neuburg. Das erste Landesliga-Tor der Brandlkicker seit 40 Jahren erzielte Kapitän Sebastian Habermeyer. Die Partie sollte auch der Auftakt zu einer Serie sein, die niemand für möglich gehalten hatte. Denn die folgenden sieben Begegnungen beendete der Liganeuling stets als Sieger. So schaffte es der VfR Neuburg, sich gegen Spitzenteams wie Türkspor Augsburg (aktuell Tabellenzweiter), den FC Memmingen II (Rang sechs), den SC Olching (Rang vier) oder Egg an der Günz (Rang sieben) durchzusetzen.

Bezeichnenderweise war es Mitaufsteiger Garmisch-Partenkirchen, der diese Serie beendete und den Neuburgern die erste Niederlage (0:3) beibrachte. Nicht unerwähnt darf in dieser Phase aber auch der blamable Auftritt gegen den FC Gundelfingen bleiben. Die Neuburger ließen sich gegen den mittelmäßigen und spielerisch limitierten Ligakonkurrenten (Rang 15) mit 0:1 sang- und klanglos aus dem Pokalwettbewerb werfen.

EIN PLATZ AN DER SPITZE

Nach der kurzen Unterbrechung durch eine Niederlage ging es aber äußerst erfolgreich weiter. Es folgten vier weitere Liga-Siege, durch die sich die Neuburger vom 11. bis einschließlich 13. Spieltag zum zweiten Mal an die Tabellenspitze schossen. Danach sollten allerdings harte Wochen folgen: Angreifer Ray Bishop verletzte sich und fiel über einen Monat aus, Torjäger Alexander Müller musste das Team berufsbedingt verlassen und kam nur noch sporadisch zum Einsatz und Angreifer Marco Friedl schien - wie schon seit Saisonbeginn - weiterhin den eigenen Ansprüchen und seiner Topform hinterherzuhinken. Als mit Sebastian Habermeyer auch noch der Führungsspieler ausfiel und auch Ersatzkapitän Daniel Eisenhofer mit Knöchelproblemen passen musste, fehlte dem Team plötzlich der Leitwolf.

GRAUE WOCHEN

Rainer Meisinger und Matthias Riedelsheimer versuchten mit ihrer Erfahrung, die entstandenen Lücken zu füllen, waren mit ihren Bemühungen aber nur bedingt erfolgreich. Zwar hielten sie die Mannschaft zusammen und traten als Anführer auf, doch ging ihnen dadurch auch eine gewisse Leichtigkeit verloren und die zusätzliche Energie fehlte anderswo auf dem Platz. Die Verletztenliste und die fehlenden beziehungsweise überstrapazierten Führungsspieler schlugen sich auch in den Ergebnissen nieder: Zwischen 29. September und 17. November trugen die Neuburger sieben Partien aus und verloren davon gleich fünf. Schon zu Beginn dieses Zeitraums gab es das Aufeinandertreffen mit dem Spitzenteam aus Landsberg, das sich den Wiederaufstieg in die Bayernliga zum Ziel gesetzt hatte. Die Partie verloren die Neuburger mit 0:2. Auch Mannschaften, die der VfR Neuburg noch in der Hinrunde geschlagen hatte, gingen auf einmal als Sieger vom Platz. Nach und nach wurde das Lazarett aber kleiner und mit Abdel Abou-Khalil kam spät im Jahr ein Regionalliga erfahrener Stürmer zum VfR Neuburg. So fanden die Lila-Weißen für das Kalenderjahr 2018 mit einem 2:1-Sieg gegen den SC Olching noch ein versöhnliches Ende.

DER WINTER

Auch in der kalten Jahreszeit wird bei den Neuburgern der Ball nur kurz ruhen. Schon nach Neujahr steht nämlich eine Titelverteidigung an: Am 5. und 6. Januar kicken die Lila-Weißen beim traditionellen Hallenturnier der Schiedsrichtergruppe Neuburg erneut um den Gesamtsieg mit. Sollten die Neuburger die Gruppenphase am 5. Januar überstehen, werden sie sich tags darauf in zwei Mannschaften teilen müssen, denn an jenem Sonntag ist der VfR Neuburg auch für die Vorrunde der Schwäbischen Hallenmeisterschaft in der Gruppe N gelistet. Gegner in der Turnhalle in Meitingen werden der TSV Aindling und der FC Affing sein.

DAS RESTPROGRAMM

Zwölf reguläre Partien und zwei Nachholspiele stehen für den VfR Neuburg vom 2. März bis zum letzten Spieltag am 18. Mai noch auf dem Programm. Während die Partie gegen den SV Cosmos Aystetten bereits auf den 22. April terminiert wurde, steht ein Nachholtermin für das ausgefallene Match gegen den SC Oberweikertshofen noch aus. Mit aktuell neun Punkten Rückstand auf das Spitzenteam aus Landsberg, das allerdings den regulären Spielplan bis zur Winterpause schon abgearbeitet hat, geht die Verfolgungsjagd weiter. Vom Tabellenbild her kommen die Gegner bunt gemischt zum VfR Neuburg respektive der VfR Neuburg zu den Gegnern. Größter Brocken ist der Ligaprimus, zu dem die Neuburger am 32. Spieltag reisen. Jene Partie könnte entscheidend in der Meisterfrage sein, so sich der VfR Neuburg bis dahin in der Spitzengruppe halten kann. Die letzte Partie der Saison bestreiten die Lila-Weißen zu Hause gegen den aktuell fünftplatzierten SC Ichenhausen.

EINE PROGNOSE

Der VfR Neuburg wird am Ende der Saison höchstwahrscheinlich nichts mit dem Aufstieg zu tun haben. Ein ähnlich erfolgreicher Lauf wie zu Beginn der Spielzeit ist nicht beliebig reproduzierbar, denn einige Kicker haben in dieser Phase am Limit, manche sogar über ihre Verhältnisse gespielt. Dass vor Beginn des Restprogramms noch ein oder mehrere Transferkracher vermeldet werden, ist unwahrscheinlich, denn über den Punkt Spielerfinanzierung soll es bei den Neuburgern hinter den Kulissen bereits zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein. Und im Umkehrschluss liegt genau das Problem des VfR: Denn in der Landesliga gibt es Teams, die im Winter nachrüsten werden, die wesentlich finanzkräftiger sind. Allen voran Landsberg und Türkspor Augsburg öffnen wahrscheinlich die Portmonnaies, aber auch dem SC Olching werden Bayernliga-Ambitionen nachgesagt, die es lieber früher als später zu erreichen gilt.

Für die Neuburger wird eine Platzierung hinter der Spitze herauskommen, auf der sich für die Saison 2019/2020 aufbauen lässt.
Sebastian Hofmann
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