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HG-Trainer Geier sieht trotz Sieglosserie Perspektiven für seine Bayernliga-Frauen

"Wir lassen uns nicht hängen"

Ingolstadt
erstellt am 09.11.2018 um 22:26 Uhr
aktualisiert am 15.11.2018 um 17:38 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Peter Geier, als Aktiver früher selbst in der 2. Handball-Bundesliga aktiv, hat derzeit kein leichtes Traineramt.
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Denkt langfristig: Für HG-Trainer Peter Geier steht die Entwicklung seiner Spielerinnen über dem Mannschaftsergebnis.
Denkt langfristig: Für HG-Trainer Peter Geier steht die Entwicklung seiner Spielerinnen über dem Mannschaftsergebnis.
Rimmelspacher
Ingolstadt
Mit der Frauen-Mannschaft der HG Ingolstadt wartet er nach sieben Spieltagen in der Bayernliga weiter auf den ersten Punktgewinn. Wie er mit der Situation umgeht und welche Perspektiven er sieht, verrät er im Gespräch.

Herr Geier, haben Sie sich schon geärgert, dass Sie nach dem Rückzug von Ottobeuren das Bayernliga-Spielrecht mit der HG noch einmal angenommen haben?
Peter Geier: Nein. Ich habe der Mannschaft früh signalisiert, dass die Saison eine psychische Herausforderung wird, weil wir möglicherweise relativ lange hinterherlaufen werden. Mir war klar, dass es dauert, bis wir uns nach den Abgängen als Mannschaft wieder gefunden haben. Wir denken da aber langfristig und nehmen die Situation an.

In der Vorwoche gab es mit dem 25:34 gegen den Vorletzten HSG Fichtelgebirge den nächsten Rückschlag. Wie würden Sie die Stimmung im Kader beschreiben?
Geier: Niederlagenserien gehen immer stark ans Selbstbewusstsein. Wir lassen uns aber nicht hängen und bereiten uns weiter ganz normal und konzentriert auf jede Partie vor. Die Gefahr lauert dann eher in den Spielen, wenn wir in engen Situationen vielleicht denken: ,Ach, wir haben eh' keine Chance. ' Dadurch sind wir zum Beispiel gegen Fichtelgebirge irgendwann zu passiv geworden.

Die Anpassung an die Liga dauert offensichtlich doch länger.
Geier: Grundsätzlich haben wir natürlich Qualität in den entscheidenden Positionen verloren. Die Hoffnung, dass wir durch die höhere Spielklasse attraktiv sind und sich Spielerinnen bei uns anschließen, hat sich so nicht erfüllt. Dann fällt uns auch ein bisschen auf die Füße, dass wir in den vergangenen Jahren keine stabile Nachwuchsarbeit aufbauen konnten, um uns aus den eigenen Reihen zu verstärken.

Torjägerin Melanie Pöschmann (pausiert) und Torhüterin Luise Hesse (Karriereende) haben große Lücken hinterlassen.
Geier: Ja. Hinzukommt, dass sich mit Simone Jens die beste Kreisläuferin der Liga studienbedingt im Ausland befindet. Die Qualität, die uns da verloren gegangen ist, konnten wir so schnell nicht kompensieren. Es war schon knapp, dass wir überhaupt starten konnten, weil wir lange Zeit gar keine Torhüterin hatten. Jetzt haben wir zwei neue, die aber noch nie in der Bayernliga gespielt haben. Pöschmann hat über Jahre regelmäßig zehn Tore gemacht und unser Spiel gelenkt. Das ist natürlich in den Köpfen. Marie Häusler, meine Tochter Sarah und einige andere übernehmen dafür jetzt mehr Verantwortung und sind auf einem guten Weg.

Befürchten Sie Abgänge? Wird sich der Kader im Winter verändern?
Geier: Also dass jemand aufhören will, ist überhaupt nicht der Fall. Vielmehr ist zu erwarten, dass der Kader wächst. Kurzfristig bekommen wir zum Beispiel eine Spielerin hinzu, die in Ingolstadt ein Praktikum beginnt. Außerdem haben wir gute Kontakte zu einer international erfolgreichen Spielerin, die uns sehr weiterhelfen würde. Und es besteht die Chance, dass uns Simone Jens in der Rückrunde aushelfen kann.

Wie steht es um Ihre Motivation in der aktuellen Situation?
Geier: Ich bin nicht der Typ, der nach ein paar Niederlagen sagt: ,Ich hab keinen Bock mehr. ' Dabei muss ich schon zugeben, dass ich in meiner Handball-Karriere eine solche Phase noch nicht erlebt habe. Was mich motiviert, sind die Spielerinnen, die alle Bock haben und ins Training kommen. Mein Anspruch ist einfach, dass ich jede meiner Mädels besser mache, damit wir langfristig alle einen Nutzen aus dieser Saison ziehen.

Und Sie nach einem Abstieg wieder in die Bayernliga zurückkehren?
Geier: Warum nicht? Zumal die Chance besteht, dass Melanie Pöschmann kommende Saison wieder dabei ist. Ziel ist, dass wir dann ein besseres Team sind.

Am Samstag (17 Uhr) müssen Sie mit der HG zum Dritten nach Zirndorf. Welche Ziele geben Sie aus?
Geier: Dieselben, wie zuletzt auch: Ich will sehen, dass wir aggressiv in der Abwehr sind und offensiv zunehmend clever agieren. Dann werden wir auch irgendwann Spiele gewinnen.

Das Gespräch führte Norbert Roth.
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