Mittwoch, 21. November 2018
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Die Regionalligisten sind zu ihren Auswärtsspielen teils mehr als 400 Kilometer unterwegs

Reiselust und Reisefrust

Ingolstadt
erstellt am 07.09.2018 um 21:51 Uhr
aktualisiert am 24.09.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Mit 284 Kilometern einfacher Fahrstrecke steht für den FC Ingolstadt 04 II an diesem Samstag die weiteste Auswärtsfahrt der gesamten Saison an.
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Mit dem Mannschaftsbus durch ganz Bayern: Für die Auswärtsspiele in der Regionalliga legt der FC Ingolstadt II Fahrten nach Aschaffenburg, Burghausen oder Rosenheim zurück.
Mit dem Mannschaftsbus durch ganz Bayern: Für die Auswärtsspiele in der Regionalliga legt der FC Ingolstadt II Fahrten nach Aschaffenburg, Burghausen oder Rosenheim zurück.
Bösl
Ingolstadt
Der Weg führt die Jungschanzer bis nach Aschaffenburg, das nur 40 Kilometer von Frankfurt am Main entfernt ist.

Angesichts der über vierstündigen Busfahrt hört man manch einen Spieler, Verantwortlichen oder mitreisenden Fan förmlich jetzt schon stöhnen. Anna Knauer würde darüber nur müde lachen. Die Schernfelder (Landkreis Eichstätt) Radsportlerin hat nämlich erst vor einem Monat 260 Kilometer zurückgelegt - allerdings nicht mit einem motorbetriebenen Gefährt, sondern mit dem Fahrrad. Gemeinsam mit ihrem Vater und Trainer Ernst Knauer radelte sie zu ihren Großeltern nach Mellrichstadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Nach neun Stunden und 19 Minuten kamen die beiden an. "Ihr könnt uns verrückt, dumm oder was auch immer nennen. Aber das Ziel zu erreichen, waren alle Leiden wert", schrieb Knauer in den sozialen Medien.

Auch die Ingolstädter werden die lange Anreise gerne in Kauf nehmen, wenn sie ihr Ziel erreichen, nach der Partie mit etwas Zählbarem im Gepäck die Heimreise antreten zu können. Dabei sind die 284 Kilometer zu einem Auswärtsspiel nur "Mittelmaß", weil der FC Ingolstadt 04 II auf der Landkarte der Regionalliga Bayern ziemlich zentral angesiedelt ist. Da haben die Aschaffenburger in unmittelbarer Nähe zur hessischen Grenze oder die Rosenheimer im Alpenvorland schon ganz andere Wege zurückzulegen. Beide Teams trennen beispielsweise 427 Kilometer. Das ist dann schon eine halbe Weltreise für ein Fußballspiel.

Nach Burghausen, das an das Nachbarland Österreich grenzt und 50 Kilometer vor Salzburg liegt, haben die Aschaffenburger eine ähnlich weite Fahrtstrecke (430 Kilometer), nach Schalding-Heining im bayerischen Wald sind es 410 Kilometer. Wohlgemerkt: alles einfache Fahrtstrecken. Demnach müssen die Aschaffenburger für ein Fußballspiel mit Hin- und Rückfahrt des Öfteren 800 Kilometer und mehr zurücklegen.

Es gibt aber auch ein paar Derbys. In Franken trennen die beiden Zweitligavertretungen aus Fürth und Nürnberg gerade einmal 15 Kilometer und die Münchener Vereine des FC Bayern, SV Heimstetten oder VfR Garching haben es nur rund 20 Kilometer zum jeweiligen Gegner. Für die Truppe um Trainer Tobias Strobl ist die Fahrt zum VfB Eichstätt ein Derby: Hier sind nur 29 Kilometer zurückzulegen.

Im Durchschnitt muss die Ingolstädter U21 zu den 17 Auswärtsspielen in der vierthöchsten deutschen Spielklasse 128 Kilometer abspulen. Die weitesten Anreisen sind nach Aschaffenburg (284), Schweinfurt (217) und Schalding-Heining (193). Die kürzesten Entfernungen nach Eichstätt (29), Pipinsried (51) und Garching (66).

Und weil an diesem Samstag (14 Uhr) die weiteste Auswärtsreise ansteht, haben sich die Ingolstädter für eine Übernachtung vor Ort entschieden. "Ansonsten müssten wir bereits um 7 Uhr morgens losfahren", sagte FCI-Trainer Strobl. Schließlich müsse man auch den Ferien-Rückreiseverkehr berücksichtigen. Die Tücken einer langen Auswärtsreise. Die 120 Kilometer lange Fahrt in zwei Wochen nach Buchbach sollte wieder ohne Übernachtung zu bewerkstelligen sein.
Norbert Dengler
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