Sonntag, 18. November 2018
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Kontrahenten im Aufwind

Ingolstadt
erstellt am 08.11.2018 um 23:12 Uhr
aktualisiert am 15.11.2018 um 17:36 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Im Regionalliga-Derby zwischen dem VfB Eichstätt und dem FC Ingolstadt II (14 Uhr) treffen zwei Klubs aufeinander, die von den vergangenen zehn Spielen jeweils nur eins verloren haben.
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Mit Spannung erwartet wird das Derby zwischen dem VfB Eichstätt und der Zweiten Mannschaft des FC Ingolstadt.
Traub
Ingolstadt

Wie ist die aktuelle Form?

VfB: Zu Hause sind die Eichstätter seit acht Spielen (sechs Siege und 2 Remis) bei einem Torverhältnis von 19:5 ungeschlagen; lediglich die Auftaktpartie war in die Hose gegangen. Dafür rächten sich „die Jungs“ am vergangenen Freitag eindrucksvoll und bezwangen den Meisterschaftsfavoriten FC Bayern München II im Rückspiel mit 3:0. Schon in den Wochen zuvor überzeugte die Elf von Trainer Markus Mattes, eilte von Erfolg zu Erfolg und setzte sich vorne fest. Nach dem Überraschungscoup in München gab der VfB-Coach seinen Schützlingen am Wochenende frei. „Das hatten sie sich verdient und jeder konnten den Sieg richtig auskosten. Doch seit Montag gilt die volle Konzentration dem Spiel gegen Ingolstadt“, sagt der 43-Jährige, der eine  intensive Partie erwartet: „Das ist so eine typische NLZ-Mannschaft: gut ausgebildet und auch körperlich robust, da sie täglich trainieren.“ Beim FCI zeigte das Formbarometer seit dem Trainerwechsel von Ersin Demir zu Tobias Strobl steil nach oben. Mattes: „Tobi legt auch viel Wert auf das Spielerische. Wir wissen, was uns erwartet.“

FCI: Im September blieb die Elf von Trainer Tobias Strobl mit vier Siegen und einem Remis gänzlich ungeschlagen. Im Oktober war nur der 1.FC Schweinfurt stärker als der FCI (1:4). Dass die Ingolstädter Mannschaft nicht mehr mit der vom Saisonstart zu vergleichen ist, als es in acht Partien (damals noch unter Trainer Ersin Demir) nur zu vier Zählern reichte, zeigt ein Blick auf die Tabelle der letzten zehn Partien. Ganze 21 Zähler holten die Donaustädter und belegen damit Rang zwei. Vor den Schanzern befindet sich nur ein Team – der VfB Eichstätt holte im selben Zeitraum satte 23 Punkte. Das 1:0 in der Vorwoche gegen den SV Wacker Burghausen markierte nicht nur Ingolstadts siebten Saisonsieg, für Strobl war es vor allem ein weiterer Schritt in der Entwicklung seiner Mannschaft: „Die Jungs heben sich selbst immer wieder auf ein neues Level. Das zeichnet diese Mannschaft aus“, beschreibt der Coach und blickt voraus: „In Eichstätt erwartet uns nun ein Hexenkessel und ein Spiel, in dem jede Mannschaft befreit aufspielen kann. Das wird für uns ein ganz besonderer Tag.“

So könnte die Startelf aussehen

VfB: Das Motto „Never change a winning team“ galt scheinbar zuletzt bei Trainer  Mattes, der gegen die Bayern-Amateure dieselbe Startformation auf das Feld schickte, die eine Woche zuvor  gegen die U 23 des 1. FC Nürnberg beim 3:1-Sieg eine überragende Leistung dargeboten hatte – und es besteht für ihn kein Anlass von diesem Grundsatz abzuweichen. „Wir werden wie immer das Abschlusstraining abwarten, aber wenn sich keiner verletzt, dann besteht kein Zwang zu rotieren“, sagt der VfB-Coach. Nichtsdestotrotz wären Maximilian Eberwein, Ralf Schröder oder Dominik Wolfsteiner eine Option für die Abwehr, Florian Grau, Julian Kügel oder Fabian Schäll Alternativen für die Offensive. „Die doppelte Besetzung auf mehreren Positionen ist momentan unser großer Triumph. Im Prinzip könnte jeder spielen, aber man darf halt nur elf Spieler aufstellen“, so Mattes. Jens Förtsch, Sebastian Graßl und Lucas Schraufstetter sind verletzt. Mögliche Aufstellung: Özhitay – Steinhöfer, Schmidramsl, Zant, Haas –  Federl, Fries, Schelle – Lushi, Scintu – Eberle.

FCI: Strobl kündigt an: „Welche Spieler aus der ersten Mannschaft zur Verfügung stehen, entscheidet sich erst am Freitagnachmittag.“ Auch der Einsatz von Torwart Fabijan Buntic ist fraglich. Im Abwehrzentrum spielen neben Kapitän Jonatan Kotzke, Lukas Gerlspeck und Paul Grauschopf. Den rechten Flügel dürfte wieder der zuletzt gelbgesperrte Gabriel Weiß bespielen, Michael Senger den linken. Im defensiven Mittelfeld hat Strobl die Qual der Wahl zwischen Thomas Kurz, Markus Pöllner und Thomas Keller, der aber auch eine Möglichkeit für den offensiven Part hinter den beiden Spitzen ist. Weitere Alternativen sind Nico Rinderknecht und Patrick Sussek aus dem Trainingskader der „Ersten“. Marcel Kosuch ist  angeschlagen. Im Sturm gilt es, den Platz neben Amar Suljic zu besetzen. Steht Top-Torjäger Fatih Kaya zur Verfügung, spielt er. Alternativen sind Patrick Hasenhüttl und Serhat Imsak.
Mögliche Aufstellung: FC Ingolstadt: Buntic - Weiß, Gerlspeck, Kotzke, Grauschopf Senger - Rinderknecht, Pöllner - Keller - Suljic, Kaya.  
 

Was hört man aus der Mannschaft?

VfB: Benjamin Schmidramsl ist nach der historischen Nacht von München schon längst wieder zur Normalität übergegangen. „Wenn man einem Job nachgeht, dann landet man ganz schnell im Alltag“, sagt der 32-jährige Spielführer und betont: „Die Mannschaft ist total bodenständig und arbeitet weiterhin hart an ihren Zielen. Denn wir alle wissen, dass man von den Erfolgen der Vergangenheit nicht zehren kann.“ Gegen die Nachwuchself aus der Schanz warte nun die nächste riesengroße Herausforderung auf die Jungs – auch wenn der FCI in der Fremde bei sieben Versuchen erst einmal gewinnen konnte. „Jeder, der dort spielt, kann mit dem Leder umgehen. Außerdem haben sie mit Tobias Strobl einen sehr guten Trainer, der seit seinem Amtsantritt eine hervorragende Arbeit leistet“, so Schmidramsl. Ob die vielen VfB-Spieler, die in Ingolstadt ausgebildet wurden, gegen ihren Ex-Verein besonders motiviert sein werden, vermag er nicht zu beurteilen und sagt nur so viel: „Daran sieht man, dass in Ingolstadt eine tolle Arbeit geleistet wird. Davon profitiert die ganze Region.“

FCI: FCI-Kapitän Kotzke und seine Teamkollegen freuen  sich auf das Derby: „Die Stimmung ist  super. Nicht nur wegen des Sieges gegen Burghausen, sondern weil wir grundsätzlich ein tolles Mannschaftsgefüge haben. Mit einem Erfolg im Rücken ist es aber natürlich immer leichter, ins nächste Spiel zu gehen“, erklärt der 28-Jährige, der eine besonderes Derby  erwartet.  „Da geht es immer ordentlich zur Sache und Eichstätt ist der erste Bayern-Verfolger. Wir wollen die Großen und die Spitzenmannschaften immer ärgern, wie wir es vergangene Woche auch geschafft haben.“ Der Leitwolf der jungen Schanzer Auswahl lobt dabei auch das Ingolstädter Trainerteam. „Sie haben uns immer super vorbereitet und finden vor jedem Spiel die richtigen Worte.“ Bei aller Vorfreude ist Kotzke jedoch auch bewusst, „dass wir nicht übermotiviert oder überhastet ins Spiel gehen dürfen“. Deshalb sei die hervorragende Punktausbeute der vergangenen zehn Ligaspiele kein Thema in der Ingolstädter Kabine. „Darüber reden wir eigentlich nicht. Wir sind einfach gut drauf und haben Selbstvertrauen.“
Norbert Dengler und Johannes Nusko
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