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Fußball-Bezirkstag beschließt Einführung der B-Klassen

erstellt am 09.05.2010 um 18:44 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 13:09 Uhr | x gelesen
Röthenbach/Pegnitz (HK) Die Delegierten des Fußballkreises Neumarkt/Jura haben sich nicht durchgesetzt: Mit der deutlichen Mehrheit von 117:33 Stimmen beschloss der mittelfränkische Fußball-Bezirkstag am Freitagabend in Röthenbach/Pegnitz die Einführung der B-Klassen.
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Die Führungsmannschaft des Fußballbezirks Mittelfranken für die nächsten vier Jahre: Bezirksvorsitzender Uwe Kunstmann, Bezirksschiedsrichterobmann Gerhard Pech, Bezirksspielleiter Ludwig Beer, U30-Vertreter Sven Laumer, Bezirksjugendleiter Bernd Hautsch und der neue Vorsitzende des Bezirksausschusses für Frauen- und Mädchenfußball, Paul Breuer (von links). - Fotos: J. Münch
Mit dieser Entscheidung folgte der Bezirkstag dem Antrag des Fußballkreises Erlangen/ Pegnitzgrund, der sich bereits bei seinem Kreistag mit 98- prozentiger Mehrheit für die Einführung der B-Klassen ausgesprochen hatte. "Der Tod für unsere Vereine ist nicht die B-Klasse, sondern der aktuelle Spielbetrieb", rief Kreisspielleiter Max Habermann den insgesamt 172 Delegierten in seinem Plädoyer vor der Abstimmung zu. Sowohl finanziell als auch sportlich sei die jetzige Situation mit so vielen zweiten Herrenmannschaften in den A-Klassen nicht mehr zu ertragen. Um die Vereine zu schützen und das sportliche Niveau zu erhöhen, gebe es keine andere Lösung als die Einführung der B-Klassen. "Wir müssen die ersten Mannschaften wieder weitgehend von den Reserven wegbringen", so Habermann.

Auf einem ganz ähnlichen Ansatz basierte der Gegenantrag aus dem Fußballkreis Neumarkt/Jura, den Michael Hollweck vom SV Höhenberg beim Bezirkstag nochmals vorstellte: "Mit unserer eigenen Reservemannschaft haben wir katastrophale Erfahrungen im aufstiegsberechtigten Spielbetrieb gemacht, und zwar sportlich wie wirtschaftlich." Mit den finanziellen Einbußen, den Wettbewerbsverzerrungen vor allem am Saisonende und der Gefährdung gewachsener Vereinsstrukturen begründete der Höhenberger Vereinsvorsitzende seine Bitte, die B-Klassen abzulehnen und auf Kreisebene den alten Reserven-Spielbetrieb wiederherzustellen. Doch beide Wünsche blieben unerfüllt: Selbst von den 39 Delegierten des Fußballkreises Neumarkt/Jura stimmten nicht alle gegen die B-Klassen. Und sogar nur zehn Stimmen gab es für die Rückkehr zum alten Reserven-Spielbetrieb.

"Um diese Entscheidung zu akzeptieren, sind wir Demokraten genug", sagte Franz Bradl vom TSV Mörsdorf, der beim Bezirkstag nicht nur am Tisch von Michael Hollweck saß, sondern auch zu seinen Mitstreitern auf Kreisebene gegen die B-Klassen zählte. "Aber spätestens, als bekannt wurde, dass es keine geheime Abstimmung gibt, war uns klar, dass unser Antrag nicht durchgeht", sagte der Mörsdorfer Vereinsvorsitzende. Angesichts der deutlichen Mehrheitsverhältnisse nach den Kreistagen sei er zwar nicht wahnsinnig enttäuscht über das Ergebnis der Abstimmung. Doch bei einer geheimen Abstimmung hätte es wohl besser ausgesehen, und in der Sache hält er die Einführung der B-Klassen weiterhin für den falschen Schritt. "Aber jetzt warten wir erst einmal ab, nach welchem Modus in der nächsten Saison gespielt werden soll."

Auf welche Art und Weise die B-Klassen eingeführt werden, bleibt den einzelnen Kreisen vorbehalten. Dennoch will Bezirksspielleiter Ludwig Beer die Umsetzung bereits in wenigen Wochen mit dem erweiterten Bezirksspielausschuss besprechen, damit die B-Klassen in allen drei mittelfränkischen Kreisen schon in der neuen Saison an den Start gehen können. "Da zögern wir jetzt nichts mehr raus", so Beer. Das erste Jahr könne zwar durchaus etwas schwierig werden, doch da müsse man erst einmal Meldebögen der Vereine abwarten, die noch bis zum 26. Mai abgegeben werden können.

Was den Fußballkreis Neumarkt/Jura betrifft, so liegt bereits seit mehreren Wochen ein Vorschlag auf den Tisch, wie die B-Klassen möglichst reibungslos umgesetzt werden können. Dieses Modell sieht fünf A-Klassen und fünf B-Klassen statt der bisherigen zehn A-Klassen vor. "Wenn wir es jetzt schaffen, dass wir die meisten zweiten Herrenmannschaften in die B-Klasse bringen, dann bekommen wir auch wieder einen richtigen Reserven-Spielbetrieb", sagte Kreisspielleiter Anton Pfahler nach dem Bezirkstag. Doch das funktioniere nur, wenn zumindest ein Großteil aller zweiten Herrenmannschaften freiwillig den Abstieg aus der A- in die B-Klasse antritt. "Wenn nicht, müssen wir uns was einfallen lassen." Zum Beispiel ein Qualifikationsjahr, in dem sich die jetzigen zehn A-Klassen in zehn B-Klassen verwandeln, deren Teams in der nächsten Saison um den Einzug in die neuen A-Klassen kämpfen.

Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes hat jedenfalls schon grünes Licht für das mögliche Modell im Kreis Neumarkt/Jura gegeben. Obwohl er stets eine pyramidenähnliche Anordnung der Spielklassen favorisiert, hätte Rainer Koch nichts gegen eine Variante mit fünf A-Klassen und fünf B-Klassen einzuwenden. "Es dürfen nur nicht weniger B-Klassen als A-Klassen werden", sagte Koch auf Nachfrage des HK. "Sonst hätten wir ganz schnell den nächsten Zirkus mit großen Fahrtstrecken in den B-Klassen." Mit der eindeutigen Abstimmung beim Bezirkstag hat sich das Thema für den BFV-Präsidenten aber noch nicht erledigt. "Jetzt müssen die Entscheidungen erst noch vollzogen werden. Da werden wir genau hinschauen und den Prozess begleiten. Aber da lassen wir jetzt nicht locker."

Von Jochen Münch
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