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VfB Eichstätt die Sensationsmannschaft der Liga

Eichstätt
erstellt am 21.06.2010 um 18:50 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 12:48 Uhr | x gelesen
Eichstätt (wbg) Seit mittlerweile 47 Jahren gibt es die Fußball-Landesliga Süd, doch erst zum vierten Mal in ihrer Geschichte stand nach dem letzten Saisonspieltag noch kein Meister fest.
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Eichstätt: VfB Eichstätt die Sensationsmannschaft der Liga
 
Eichstätt
Letztmals war dies 2004 der Fall, als der MTV Ingolstadt im letzten Spiel seiner Vereinsgeschichte gegen den BCF Wolfratshausen 5:2 nach Verlängerung gewann und in die Bayernliga aufstieg, um dort dann als FC Ingolstadt 04 weiter für Furore zu sorgen. Der Trainer beim MTV heiß damals: Erich Hock. Und auch diesmal sorgte der mittlerweile 68-jährige Trainerfuchs dafür, dass die Saison in die Verlängerung ging.

Hock schaffte mit dem VfB Eichstätt nicht nur den erstmaligen Aufstieg in die Landesliga, sondern setzte sich nach 34 Spieltagen auch an die Tabellenspitze – punktgleich mit dem SV Heimstetten. Im Entscheidungsspiel vor 1500 Zuschauern in Gersthofen unterlagen die Domstädter allerdings mit 1:2 – und scheiterten mit ihrer Sensationsmannschaft anschließend in der Bayernliga-Relegation. Sowohl für Hock, als auch für seinen Heimstettener Kollegen Vitomir Moskovic war schon vorher klar, dass ihre Zeit bei ihren Klubs zu Ende geht. Hatte Hock seinen Abschied schon zur Winterpause angekündigt, scheiterten Moskovics Vertragsverhandlungen Anfang Mai – und seine Schützlinge schienen den Aufstieg noch zu verspielen. Satte fünf Punkte Vorsprung verloren die Heimstettener in den letzten drei Partien noch auf die Eichstätter.

Während sich die Heimstettener also über den Abschied nach oben freuten, herrschte bei den künftigen Bezirksoberligisten TSV Großhadern, TSV Eching und 1. FC Sonthofen natürlich Trauer. Wobei sich die Großhaderner lange mit diesem Gedanken vertraut machen konnten. 108 Gegentore standen am Ende für den einzigen Vertreter aus der Landeshauptstadt zu Buche, schlechter waren bislang nur der SV Lohhof (2001/02) mit 131 sowie der SV 1880 München (1983/84) und der FC Lauingen (1986/87) mit jeweils 111 Gegentreffern.

Vom Abstieg verschont blieb der FC Pipinsried, der trotz 42 Punkten in die Abstiegsrelegation musste und sich dort mit 1:0 gegen den schwäbischen BOL-Vizemeister SC Bubesheim durchsetzte. In der nächsten Saison sind Bayernliga-Absteiger TSG Thannhausen (6 Landesliga-Jahre) und Aufsteiger TSV Kottern (7 Landesliga-Jahre) wieder dabei, während aus der oberbayerischen BOL mit dem FC Unterföhring und dem FC Gerolfing zwei echte Neulinge hinzukommen.

Ein historischer Wert in der abgelaufenen Spielzeit war die Zahl von 65 790 Zuschauern. Nie zuvor kamen weniger Besucher zu den Landesliga-Spielen. Auch in der Zuschauertabelle ganz oben: der VfB Eichstätt mit durchschnittlich 418 Besuchern; der TSV Gersthofen (333) und der FC Gundelfingen (313) sorgten ebenfalls für vernünftige Heimspiel-Kulissen, während die Auftritte von Wacker Burghausen II nur auf wenig Gegenliebe stießen. Lediglich 91 Zuschauer kamen hier im Schnitt, obwohl die Oberbayern gerade im Frühjahr überzeugen konnten und die Wacker-Talente zwischenzeitlich sogar 898 Minuten ohne Gegentor blieben.

Bestes Heim- und Vorrundenteam war der SV Heimstetten (46 beziehungsweise 39 Punkte), auswärts holte der FC Affing (33) die meisten Zähler – und die durchschnittlich 20,3 Jahre alten "Fohlen" des FC Augsburg II (37) waren die Besten in der Rückrunde. Schlusslicht in allen diesen Wertungen war der TSV Großhadern. Trotzdem hielten die Münchner an ihrem Trainer Martin Wildgruber fest. Während andernorts die Stühle wackelten – und bei fünf Klubs auch fielen. Letzte Saison war der FC Augsburg II am Ende der Fairplay-Wertung zu finden, diesmal hat sich das Blatt gedreht. Lediglich einen Platzverweis mussten die Fuggerstädter hinnehmen und sind damit das fairste Landesliga-Team. Dicht gefolgt vom FC Gundelfingen und vom VfB Eichstätt, während der SV Pullach und der TSV Gersthofen jeweils zehn Mal in Unterzahl zu Ende spielen mussten. Beim TSV Schwabmünchen schaffte es allein Andreas Rucht, vier Mal mit Gelb-Rot vom Platz zu fliegen.

Von Walter Brugger
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