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Schernfelder Radprofi Anna Knauer holt Deutschen Meistertitel im Omnium

Kurz vor Jahresende ein Erfolgserlebnis

Schernfeld
erstellt am 22.12.2015 um 17:35 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 12:53 Uhr | x gelesen
Schernfeld (EK) Nach den Rückschlägen zuletzt nun wieder ein Erfolgserlebnis für Anna Knauer. Bei den Deutschen Meisterschaft im Scratch und Omnium holte die Schernfelderin im Omnium den Titel und wiederholte damit die Platzierung des Vorjahres. Im Scratch wurde sie Zweite.
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Schernfeld: Kurz vor Jahresende ein Erfolgserlebnis
Wieder in Tritt: Anna Knauer steigerte sich gewaltig und gewann den Omnium-Titel bei der DM. - Foto: Rothfoto
Schernfeld

Der erste Wettkampf im Omnium wurde gleichzeitig als Deutsche Meisterschaft im Scratch ausgetragen. In einem mit hoher Geschwindigkeit angegangenen Rennen konnte Charlotte Becker (Team Hitec Products) das Feld überraschen und schnell eine halbe Runde herausfahren. Knauer nutzte den Vorteil des Windschattens und sicherte sich mit einem perfekten Sprint und mit 20 Zentimeter Vorsprung die Silbermedaille vor Stephanie Pohl (RSC Cottbus).

In der zweiten Disziplin, der 3000 Meter Einerverfolgung, folgte ein dramatischer Einbruch. Mit einer Zeit von 3:50 Minuten blieb sie weit unter ihren gewohnten Zeiten. Die Folge: Ursachenforschung - Sitzposition analysieren - Material besorgen - das alte Rad wieder aufbauen - Testfahrten vorbereiten. Wichtig war aber vor allem für ihren Coach, die Sportlerin wieder positiv auf den nächsten Wettkampf vorbereiten.

Knauer nutzte die drei Stunden Pause, sich neu zu orientieren. Gut vorbereitet und mit dem Ziel, ihren Titel zu verteidigen, ging sie an den Start des Ausscheidungsfahrens. Erneut brachte erst der Sprint zwischen Stephanie Pohl und Anna Knauer die Entscheidung. Knauer schob ihr Vorderrad vor Pohl über die Ziellinie, sicherte sich weitere 40 Punkte und beendete den ersten Tag auf Platz drei der Gesamtwertung. Auf Twitter postete Knauer: „Es wird ein harter Kampf morgen, aber ich werde nicht aufgeben und versuchen, meinen Titel zu verteidigen.“

Der zweite Tag begann wieder mit Schrauben und Testen. Eine Stunde vor dem 500-Meter-Zeitfahren erhielt Knauer einen neuen Vorschlag zur Wahl des Materials. Doch auch das war verbunden mit einem neuen Aufbau des Rades. Die Testfahrten machten aber zuversichtlich für das Rennen, in dem Knauers Bestzeit auch über die letzte Starterin hinaus Bestand hatte. Die Folge: 40 Punkte und Platz zwei in der Gesamtwertung.

Diese Dominanz in den Speeddisziplinen bestätigt Knauer auf der fliegenden Runde. Mit diesem Sieg platzierte sie sich punktgleich mit Charlotte Becker (beide 170 Punkte) an der Spitze. 16 Punkte dahinter lauerte Stephanie Pohl, die im Punktefahren als Einzeldisziplin aktuell Weltmeisterin ist.

Eine spannende Ausgangslage also für den letzten Wettbewerb: Bereits nach drei Runden sprang Pohl aus dem Feld heraus und machte sich auf den Weg, eine Runde und somit 20 Punkte herauszufahren. Sie musste hart kämpfen, schaffte aber trotzdem, das Feld zu überrunden. Damit ging sie auch in der Gesamtwertung in Führung. Noch 86 Runden waren zu fahren und nur noch drei Fahrerinnen hatten die Chance auf den Titel, zwei weitere die Chance auf einen Podestplatz. Jeder Sprint wurde zum Showdown. Mieke Kröger, die Mannschaftsweltmeisterin im Zeitfahren (Velocio Sram), versuchte die Flucht nach vorne. Ihre Stärke im Zeitfahren forderte die Konkurrentinnen.

Sieben Runden vor Schluss hatte sich Knauer Punkt für Punkt in den Wertungen nach vorne geschoben. Dann unternahm Pohl einen erneuten Versuch, mit einem Rundengewinn die Entscheidung zu erzwingen. Doch Knauer, die alle Entwicklungen im Feld mit ihrer Erfahrung aus dem Weltcup immer im Blick hat, setzte sich ans Hinterrad von Pohl und verhinderte eine alleinige Führung. Schon vor der Überquerung der Ziellinie konnte sie jubelnd den Arm in die Höhe strecken.

„Ich wusste, dass meine starken Disziplinen noch kommen, habe mühsam die Punkte gesammelt. Der Titel ist der Hammer“, sagte Knauer, die Mitte Januar beim letzten Weltcup in Hongkong und Anfang März bei der WM in London das Olympia-Ticket für Rio endgültig sichern möchte.

Eichstaetter Kurier
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