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Triathletin Kristin Möller will über die Langdistanz unter die Top 10 – Ingolstädter Wettkampf dient als Vorbereitung

Auf dem Weg in die Weltspitze

Ingolstadt
erstellt am 02.06.2015 um 19:19 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 12:52 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (EK) Kristin Möller gilt beim Ingolstädter Triathlon (14. Juni) als Mitfavoritin auf der Olympischen Distanz. Vor Kurzem besichtigte sie mit Hobbysportlern die Wettkampfstrecke. Die Profisportlerin lebt seit vergangenen Herbst in Ingolstadt, der Wettkampf in wenigen Wochen dient ihr als Vorbereitung für die Europameisterschaft auf der Langdistanz. Die 31-Jährige will sich der Weltspitze annähern.
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Kristin Möller
Kristin Möller aus Ingolstadt gewann die Olympische Distanz des Ingolstädter Triathlons.
Luger/Imago (Archivfoto)
Ingolstadt

Mit einem übergroßen Weißbierglas – gefühlt mit Alkoholfreiem – steht sie im Zielbereich und lacht. Dass sie eben erst 21,2 Kilometer bei leichtem Nieselregen gelaufen ist, ist ihr nicht wirklich anzumerken. Stattdessen scherzt sie mit ihren Konkurrentinnen, posiert für Siegerfotos und saugt die Stimmung im Zielbereich im Klenzepark auf.

Möller hat vor einem Monat mit einem neuen Streckenrekord (1:16:44 Stunden) den Ingolstädter Halbmarathon gewonnen. Die 31-Jährige trat damit zum ersten Mal ins Rampenlicht, seitdem sie im November in die Schanz gezogen ist.

Dabei zählt Möller längst zu den besten Langdistanz-Triathletinnen des Landes. Dreimal gewann sie bislang über die Ironman-Distanz (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Schwimmen, 42,195 km Laufen), bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren wurde sie Dritte. Ihr bestes Ergebnis auf Hawaii, beim wohl berühmtesten Triathlon der Welt, datiert ebenfalls aus dem Jahr 2013, als sie auf dem 16. Platz landete.

Die Ansprüche der gebürtigen Geraerin sind nach vier Hawaii-Qualifikationen in Folge aber gestiegen. „Es ist nicht mein Anspruch, nach Hawaii zu fliegen und wieder um die Plätze 15 bis 20 mitzukämpfen“, sagte Möller kürzlich der „Ostthüringer Zeitung“.

Spätestens im kommenden Jahr will sie unter die Top-10 kommen. „Der Fokus liegt in diesem Jahr nicht auf der Ironman-WM, sondern darauf, sich der Weltspitze weiter anzunähern“, sagt sie.

Der Triathlon in Ingolstadt dient dafür gleichermaßen als Vorbereitung wie der Halbmarathon oder die 70.3-Wettkämpfe (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) in Brasilien (5.), Mallorca (5.) und St. Pölten (6.). Als vorläufiger Saisonhöhepunkt gilt die Langdistanz-EM in Frankfurt (5. Juli). „Das ist das erste große Etappenziel im Sommer“, so Möller. „Es wäre natürlich wieder schön, in Frankfurt aufs Podium zu kommen.“

Unterstützung erfährt die Profisportlerin von Trainer Roland Knoll. Der bayerische Landestrainer, der Jan Frodeno 2008 zum Olympia-Sieg und Sophia Saller 2014 zur U 23-Weltmeisterin führte, soll der ehemaligen Leichtathletin vor allem im Schwimmen zu schnelleren Zeiten verhelfen. „Ich will noch ganz gerne etwas gewinnen“, habe sie damals beim ersten Kennenlernen zu Knoll gesagt, der seinen Schützling als „typischen Leistungssportler“ beschreibt. „Sie lebt vielleicht zu oft in den Tag hinein“, scherzt er.

Dennoch oder gerade deswegen: Der Ingolstädter nahm die Aufgabe an, zum ersten Mal eine Athletin auf der Langdistanz zu betreuen. „Es war eigentlich schon nach dem ersten Training klar, dass er sich meiner annimmt. Ich bin eher ein ,Trainerkind’. Ich brauche das, dass mir jemand in die Hacken tritt“, so Möller.

Von Julian Schultz
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