Hier der vorläufige Kader in alphabetischer Reihenfolge:
 

Tor

  • Bernd Leno
  • Manuel Neuer
  • Marc-André ter Stegen
  • Kevin Trapp

Abwehr

  • Jérome Boateng
  • Matthias Ginter
  • Jonas Hector
  • Mats Hummels
  • Joshua Kimmich
  • Marvin Plattenhardt
  • Antonio Rüdiger
  • Niklas Süle
  • Jonathan Tah

Mittelfeld und Angriff

  • Julian Brandt
  • Julian Draxler
  • Mario Gomez
  • Leon Goretzka
  • Ilkay Gündogan
  • Sami Khedira
  • Toni Kroos
  • Thomas Müller
  • Mesut Özil
  • Nils Petersen
  • Marco Reus
  • Sebastian Rudy
  • Leroy Sané
  • Timo Werner
 

Jobgarantie für Löw

 
Vor der Nominierung des Kaders wurde die Vertragsverlängerung von Joachim Löw als Nationaltrainer bekannt gegeben. Der Vertrag des 58-Jährigen, der noch eine Laufzeit bis 2020 hatte, wurde um zwei weitere Jahre bis 2022 verlängert. DFB-Präsident Reinhard Grindel hatte Löw zuletzt auch im Falle eines vorzeitigen Scheiterns bei der WM in Russland eine Jobgarantie ausgestellt. Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff, der Schöpfer der neuen DFB-Akademie, bleibt langfristig. Sein neuer Vertrag läuft nun bis 2024. 
 
In das erste WM-Trainingslager am 23. Mai geht der DFB mit dem erweiterten Kader. Den endgültigen WM-Kader muss Joachim Löw am 4. Juni dem Weltverband mitteilen - zwei Tage nach dem letzten Testspiel gegen Österreich. Dann wird sich zeigen, ob Manuel Neuer fit genug ist für das Projekt Titelverteidigung. Das erste Gruppenspiel bestreitet die DFB-Auswahl am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko.
 

Kommentar von Alexander Petri


Bundestrainer Joachim Löw hat am Dienstag verkündet, mit welchen Profis er die Titelverteidigung bei der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft schaffen will. Wie immer bei solchen Nominierungen gab es neben dem offenbar ebenso unvermeidlichen wie verzichtbaren Funktionärsgeplauder Härtefälle, Enttäuschungen und auch den einen oder anderen Überraschungskandidaten. Erwartbar war die Ausmusterung von André Schürrle und Mario Götze. Das Duo, das die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor vier Jahren im Finale von Rio gegen Argentinien zum Titel geschossen hat, wird in Russland fehlen - und das, obwohl sie mit 27 und fast 25 Jahren erst jetzt im besten Fußballalter sind. Selbst Löw, dessen Treue zu verdienten Nationalspielern bekannt ist, traut den beiden nach einer schwachen Saison mit Borussia Dortmund offensichtlich nicht zu, der Mannschaft bei diesem Turnier helfen zu können. Besonders für Götze - mit einem Talent gesegnet wie nur wenige andere Fußballspieler auf der Welt - ist die Ausbootung der Tiefpunkt seiner einst so verheißungsvollen Laufbahn. Seit dem WM-Finale 2014 lässt sich die Anzahl der überzeugenden Spiele des Mittelfeldakteurs an einer Hand abzählen, zudem warf ihn eine rätselhafte Stoffwechselerkrankung zurück.

In Interviews wirkt Götze - anders als etwa Bayerns Thomas Müller - seltsam unglaubwürdig, als müsse er sich mit braven Floskeln seines Selbstbewusstseins versichern. Vielleicht sollte Götze, der mit seiner Rolle als gerade volljähriger WM-Held nachvollziehbarerweise völlig überfordert war, die Nichtnominierung für die WM als Chance zum Neustart begreifen - womöglich bei einem Verein im Ausland. Denn es wäre zu schade, wenn das Siegtor im WM-Finale im Alter von 21 Jahren der letzte Höhepunkt in Götzes Karriere bleiben sollte.