Basketball: Technisches Foul

Im Basketball kommen Disziplinlosigkeiten der Spieler dem Gegner zugute.
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Ingolstadt
Das Bepöbeln oder Anschreien eines Gegners gehört im Fußball inzwischen  leider zum Alltag. Davon abgesehen, dass das  weder auf dem Platz noch daneben etwas zu suchen hat, sind diese Disziplinlosigkeiten auch dem Spielfluss  alles andere als  zuträglich. Dabei gäbe es eine ganz einfache Lösung für dieses Problem – und der Basketball dient dabei als Vorbild. Denn lässt sich hier ein Spieler zu einer Provokation  hinreißen oder reklamiert er beim Unparteiischen eine Entscheidung zu heftig, erhält dessen Mannschaft ein sogenanntes Technisches Foul.  Die Folge: Der Gegner  bekommt einen Freiwurf zugesprochen und erhält zudem Ballbesitz.  Auf den Fußball ließe sich diese Regel analog übertragen. Leistet sich ein Profi eine Disziplinlosigkeit, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Freistoß zugesprochen und kommt damit in Ballbesitz.  Somit könnten auch Provokationen abseits des Spielgeschehens härter bestraft werden. Genügend Schiedsrichter sind inzwischen ja auf und neben dem Feld, um etwaige Vorfälle mitzubekommen. 
 

Handball: Netto-Spielzeit

Zwei Mal 30 Minuten beträgt die Spielzeit beim Handball - und bei Unterbrechungen wird die Zeit angehalten.
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Ingolstadt
Es ist ein stetig wiederkehrendes Schauspiel: Liegt in einem Fußballspiel eine von beiden Mannschaften vorn, rollt in der Schlussphase kaum noch der Ball. Die Ausführung von Freistößen und Einwürfen zieht sich in Unermessliche, hinzukommen immer wieder längere Behandlungs- und Verletzungsunterbrechungen. Dabei ist es für viele Fans mittlerweile schwierig zu sagen, ob der Kicker auf dem Rasen nun wirklich einen Krampf hat – oder aber gerade sein schauspielerisches Talent bemüht. Abhilfe kann hier eine Regel aus dem Handball schaffen: Denn dort schreibt das Regelwerk vor, dass die Schiedsrichter in bestimmten Situationen die Zeit anhalten sollen. Beispielsweise dann, wenn ein Spieler verletzt scheint oder aber  die Ausführung eines Freiwurfs verzögert wird. Zwingend erforderlich ist beim Handball das Zeitanhalten, wenn sich beide Schiedsrichter über einen Pfiff nicht einig sind und Rücksprache halten. Oder aber dann, wenn ein Spieler des Feldes verwiesen wird. Das im Fußball übliche „vom Platz schleichen“ und ewige Diskussionen um die Länge der Nachspielzeit würden bei Anwendung  dieser Regel bald der Vergangenheit angehören.
 

Hockey: Videobeweis-Challenge

WM-Lehrgang: Hockey-Herren spielen Remis gegen Irland WM-Lehrgang: Hockey-Herren spielen Remis gegen Irland
Im Hockey entscheidet nicht nur der Videoschiedsrichter, ob das Spiel angehalten wird.
© 2018 SID
Ingolstadt
n vielen Sportarten wird  der Videobeweis von den Schiedsrichtern und Fans als Hilfsmittel geschätzt. Der Fußball ist davon noch weit entfernt – auch weil eine elementare Frage im Regelwerk nur schwammig beantwortet wird:  Wann wird der Videoschiedsrichter vom Referee auf dem Rasen angefordert,  und wann darf er sich  selbst einschalten? Wenn „nach seiner Einschätzung ein offensichtlicher Fehler des Schiedsrichters vorliegt“, heißt es bei der Deutschen Fußball-Liga. Die Folge: Die Autorität des verunsicherten Unparteiischen wird untergraben. Im Hockey etwa ist man da schon weiter – und demokratischer: Dort können nur der Schiedsrichter oder eines der beiden Teams den Videobeweis anfordern. Ist ein Trainer oder Spieler der Meinung, dass es bei einem Tor, einem Siebenmeter oder einer Strafecke nicht regelkonform zugegangen ist, kann er den Videobeweis fordern. Bestätigt der Referee nach Konsultation des Videoschiedsrichters diese Meinung, behält die Mannschaft das Recht auf einen weiteren Videobeweis – andernfalls verfällt es. Ähnliche Regelungen gelten auch in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL und im Tennis. 
 

Rugby: Diskussionsverbot

Rugby-Spieler positiv auf elf Dopingsubstanzen getestet Rugby-Spieler positiv auf elf Dopingsubstanzen getestet
Rugby ist eine harte Sportart. Es wird dort jedoch viel seltener mit dem Referee diskutiert als beim Fußball.
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Ingolstadt
Es gibt wohl keine andere Sportart außer dem Fußball, in der die Spieler so viel mit dem Schiedsrichter diskutieren. Dabei sieht das Regelwerk des International Football Association Board (IFAB) ausdrücklich die Gelbe Karte bei „Protestieren durch Worte oder Handlungen“ vor – gezückt wird sie in der Realität  allerdings  nur in Extremfällen. Stattdessen sind nervende und zeitintensive Rudelbildungen um den Referee an der Tagesordnung, weil grundsätzlich jeder Spieler mit dem Schiedsrichter Kontakt aufnehmen darf.  Ganz anders im Rugby, wo es nur dem Kapitän erlaubt ist, mit dem Unparteiischen zu reden. „Die Trainer, Kapitäne und  Spieler sind verpflichtet, die Autorität der Offiziellen zu respektieren“, heißt es im Regelwerk, wobei der Kapitän als derjenige definiert wird, der „sich mit dem Schiedsrichter bespricht“. Der  Weltverband World Rugby hat  zudem Integrität, Leidenschaft, Solidarität, Disziplin und Respekt  als Grundwerte definiert. Überhaupt haben  im Rugby Reklamationen und  Theatralik absoluten Seltenheitswert – obwohl es auf dem Feld mindestens genauso ruppig zugeht wie beim Fußball.