Schanzer wollen torgefährlicher werden

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7.30 bis 8.45 Uhr: Frühstück. Das Trainerteam trifft sich in der Lounge zur Kurzbesprechung. Wer ist angeschlagen, wer soll im Training kürzertreten oder speziell belastet werden?

9.30 Uhr: Die Spieler spazieren zum 300 Meter vom Hotel entfernten Trainingsgelände des ASV Reischach mit den beiden Rasenplätzen. Manche nehmen ein Rad. Dann geht es ins Aufwärmzelt. Radfahren, Kniebeugen, Kreuzheben. Jeder Umfang, jeder Durchlauf ist genau beschrieben.

10 Uhr: Raus auf den Platz, kurze Ansprache von Chefcoach Leitl, dann wird sich in Gruppen aufgeteilt. Am Vormittag gibt es vier Übungsstationen. Fabian Gerber, der ehemalige FCI-Profi und jetzige Individualtrainer, übt mit acht Mittelfeldspielern sauberes Passspiel. "Es geht um Präzision", sagt Leitl. Zwei Teams postieren sich in zwei Vierecke, das äußere Quartett spielt mit links in die eine Richtung, das innere mit rechts in die andere. Danach wird gewechselt. Die zweite Gruppe, bestehend aus vier Innenverteidigern, übt derweil mit Ex-Abwehrspezialist Andre Mijatovic den Spielaufbau, weite gerade und diagonale Pässe.
Auf dem zweiten Platz kümmert sich der zweite Individualtrainer, Marcel Hagmann, um die Außenbahnspieler. Außen spielen sich zwei Akteure frei, flanken hoch nach innen in einen Zielkorridor oder passen flach in den Strafraum - zwei Mitspieler schließen in der Mitte ab. Sofort folgt die gegenüberliegende Seite. "Wir wollen schnell in die Tiefe spielen und mit dem ersten Kontakt eine präzise Flanke erreichen", definiert Leitl das Ziel der Übung.
Fotostrecke: Sommertrainingslager FCI
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Die letzte Gruppe, die Stürmer, übernimmt der Chefcoach selbst. Stefan Kutschke, Darío Lezcano und Youngster Fatih Kaya simulieren eine Spielsituation. "Spielt mit Druck und Tempo den Pass und schließt die nächste Aktion kontrolliert mit der Innenseite ab. Ich will nur das sehen", fordert Leitl. "Sauberer abschließen", moniert er nach einem Fehlversuch, "gut so, Kutsche", lobt er nach einem Treffer.

Auf dem Nebenplatz schuften derweil die drei Keeper mit Torwarttrainer Carsten Nulle. Im Vorbeigehen meldet die Nummer zwei, Marco Knaller, seine Ansprüche an. "Ich will wieder spielen. Die letzte Saison ist für mich nicht gut gelaufen, der Zeitpunkt des Wechsels war ungünstig. Ich will um die Nummer eins kämpfen", sagt der 31-jährige Österreicher.

11.15 Uhr: Der offizielle Teil ist beendet. Die Spieler dehnen sich noch, fahren Rad oder machen ein paar individuelle Spielchen. Beispielsweise Christian Träsch und Sonny Kittel, die sich mit großem Abstand den Ball zuschießen und dann in der Luft halten - technisch herausragend. Danach trotten die Profis einigermaßen abgekämpft Richtung Hotel.

12 Uhr: Empfang mit dem Hotelchef und Tourismusdirektor. Ein Mannschaftsfoto wird gemacht. Schließlich will auch Reischach für sich ein wenig Werbung mit dem deutschen Zweitliga-Klub machen.
Kurzbesprechung im Trainerteam: Vor der Nachmittagseinheit werden die letzten Korrekturen im Kollektiv besprochen.
Kurzbesprechung im Trainerteam: Vor der Nachmittagseinheit werden die letzten Korrekturen im Kollektiv besprochen.
Sterner
Trainingslager in Reischach



12.30 Uhr: Mittagessen, anschließend Mittagsruhe.

13.30 Uhr: Das Trainer- und Physioteam trifft sich zur Kurzbesprechung. Kaffee und Kuchen gibt es nach Wunsch.

14.30 Uhr: Die Trainer kehren auf das Gelände zurück, die nächsten Stationen werden aufgebaut, Hütchen gelegt, Stangen gesetzt. Der Videoanalyst baut seine Teleskopstange mit Kamera auf.

15 Uhr: Athletikcoach Jörg Mikoleit weist die Spieler ins 30-minütige Aufwärmprogramm ein, wieder Radfahren, Gewichte stemmen. Die FCI-Fans trudeln ein. Sieben sind es an der Zahl.


15.30 Uhr: Die Spieler gehen auf den Platz, es beginnt zu regnen. Geübt wird wieder in Gruppen. Zwei absolvieren einen Sprint- und Dribbelparcours mit abschließendem Torschuss. Die dritte spielt Zwei gegen Zwei mit Torschuss und Sprint. Immer wieder gibt es Lob und Aufmunterung. "Mach ihn rein", "zieh durch", "Beine oben halten", lauten die Kommandos der Trainer. Dazwischen ertönt Donnergrollen. Nach einer knappen Stunde ist die Einheit vorbei. Die Beine sind schwer, die einzelnen Übungen intensiv. Trotzdem fällt auf: Der letzte Neuzugang Lucas Galvao präsentiert sich als erstaunlich kompletter Spieler, robust, technisch gut und mit einem starken Schuss.

17 Uhr: Die Spieler kehren ins Hotel zurück. Massage oder Saunagang sind jetzt angesagt. Manchmal auch Tischtennis, Kicker oder Playstation.

19.30 Uhr: Abendessen. Vielleicht auch früher, weil um 20 Uhr das WM-Halbfinale in Russland beginnt. Das will schließlich kein Spieler versäumen.

23 Uhr: Bettruhe, wenn es kein Elfmeterschießen gibt.

 

FCI in Kürze

  • Wechsel: Die Schanzer haben den Japaner Takahiro Sekine für ein Jahr an den belgischen Erstligisten VV St. Truiden ausgeliehen. Der 23-jährige Mittelfeldspieler bleibt aber bei den Ingolstädtern bis 2021 unter Vertrag.
  • Angeschlagen: Die beiden Neuzugänge Charlison Benschop und Osayamen Osawe müssen aufgrund von Knieproblemen im Training kürzertreten. Benschop wird individuell aufgebaut, Osawe hatte im Testspiel gegen Kaiserslautern einen Schlag abbekommen, was eine Schwellung nach sich zog. 
  • Gewissenskonflikt: Vor dem WM-Halbfinale England gegen Kroatien steckt Agyemang Diawusie in einem Dilemma. Der Zimmerkollege von Fabijan Buntic fiebert nämlich mit den „Three Lions“. „Ich weiß, dass das Spiel sehr emotional für Bunti wird. Bisher war auch ich immer für Kroatien, aber jetzt schlägt mein Herz mehr für England. Sie spielen einen super Fußball, ich würde ihnen das Finale gönnen, auch weil ich Spieler wie Raheem Stirling und Marcus Rashford mag“, sagt Diawusie.