Kein Tor bedeutet Liegestützen: FCI-Trainer Stefan Leitl lässt seine Profis pumpen.
Kein Tor bedeutet Liegestützen: FCI-Trainer Stefan Leitl lässt seine Profis pumpen.
Sterner
Reischach

Zumindest in der Theorie. In der Praxis klappt das nicht immer. Mal ist der Pass nicht präzise genug, mal stimmt das Tempo nicht, dann wieder mangelt es am Torabschluss, und zu guter Letzt steht ja auch noch ein Keeper zwischen den Pfosten, der im Fall Örjan Nyland seine Viererabwehrkette schon mal lautstark pusht. "Los Männer, zu null, kein Gegentor!"
Der FCI zieht an


Es steht auch etwas auf dem Spiel. Dafür sorgt schon Chefcoach Stefan Leitl, der stets kleine Anreize setzt. "Männer, ihr habt vier Versuche für ein Tor. Sonst gibt es 50 für mich", sagt Leitl. "Was 50? " fragt Stürmer Dario Lezcano, der während der vergangenen Tage in Reischach voll mitzieht und nicht den Eindruck vermittelt, dass er unbedingt von den Schanzern weg will. "Nicht 50 Euro, das tut dir nicht weh, 50 Liegestützen für deine Strandfigur", erklärt Leitl lachend.

Fotostrecke: Sommertrainingslager FCI
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Und los geht's. Erst müssen sich die sechs Angreifer den Ball sechsmal zuspielen, die vier Verteidiger verschieben derweil die Abwehrkette entsprechend. Dann geht es plötzlich schnell Richtung Tor, und die Angreifer suchen den Abschluss. Thomas Pledl versucht's, zieht den Ball aber knapp am Torwinkel vorbei.
Nach jedem Durchgang legen die Akteure eine kurze Pause ein, alles läuft nach einem festen Plan und Zeitintervall ab. Leitl blickt auf seine Stoppuhr, nach rund 20 Sekunden geht es weiter. Sein Assistent Andre Mijatovic überprüft, ob die Angreifer ins Abseits laufen. "Alles okay, guter Versuch", lobt er. Leitl korrigiert derweil etwaige Fehlstellungen der Stürmer. "Was machst du außerhalb des Strafraums? Du gehörst in die Box! ", ermahnt er einen der Stürmer. Dann bekommt das Eigengewächs Patrick Sussek, mit 18 Jahren nach wie vor das Küken im Kader, Tipps. "Nicht so nahe am Strafraum, du bist kein Stürmer. Du sollst zwischen die Linien kommen", sagt Leitl.

Nächster Versuch. Tobias Schröck fängt den Ball ab, startet einen Gegenstoß und schließt mit einem Schuss in ein Minitor ab. Punkt für die Defensive.

Letzter Versuch. Guter Angriff über Christian Träsch und Robert Leipertz, doch Lezcano köpft über das Tor. Sieg für die Verteidiger, die Stürmer fallen auf den Boden, 50 Liegestützen. "Nico, vier Fehlpässe, du machst 100", sagt Leitl. Er kennt kein Pardon mit Youngster Rinderknecht. Zwei neue FCI-Kiebitze lachen schadenfroh und bannen alles auf ihre Handykameras. Dann kommt die nächste Gruppe.
 

In Kürze

  • Pause: Verteidiger Lucas Galvao musste gestern Nachmittag im Training passen. Der Brasilianer klagt über Probleme am linken Knie. Mannschaftsarzt Dr. Florian Pfab, der am Mittwoch ins Trainingslager anreiste, wollte ihn eingehender untersuchen.
  • Trainingsspiel: Erstmals spielten am Donnerstagnachmittag zwei komplette Teams im Training zweimal 20 Minuten gegeneinander. Neuzugang Thorsten Röcher mit zwei Treffern und Stefan Kutschke per Elfmeter schossen einen 3:1-Sieg von Team A heraus, Dario Lezcano traf für das Team B.
  • Fans: Plötzlich wurde es laut auf dem Trainingsgelände. 14 junge Tifosi aus einem Tennisnachwuchscamp skandierten Dario Lezcanos Namen und klatschten dabei rhythmisch. Den Paraguayer kannten sie von der Fifa-Playstation. Der FCI-Stürmer dankte es anschließend mit Autogrammen und Selfies.