FC Ingolstadt 04 - 1. FC Heidenheim
Darío Lezcano (rechts) brachte die Schanzer in der 24. Minute per Flachschuss in Führung.
Armin Weigel (dpa)
Ingolstadt

Nur einmal in der Vereinsgeschichte hatten die Schanzer nach 17 Spieltagen eine noch schwächere Bilanz vorzuweisen. In der Saison 2011/12 hatte der FCI  ebenfalls nur  zehn Zähler geholt, war mit einem Torverhältnis von 19:39 Treffern aber noch etwas schlechter da gestanden als aktuell (16:33). Entsprechend eindeutig fiel gestern auch das Zwischenfazit der Ingolstädter aus.

„Die Note kann sich jeder selbst denken“, meinte Abwehrspieler Benedikt Gimber  nach dem zweiten Unentschieden in Folge und ergänzte: „Wir haben ein großes Stück Arbeit vor uns.“ Trainer Jens Keller meinte nach seiner Heimpremiere: „Wenn man Letzter ist in der Tabelle, können die Noten nicht gut ausfallen.“

Dabei ließ sich die Partie bei leichtem Schneefall gut an für die Gastgeber.  Der FCI, bei dem Paulo Otavio den wegen seiner Gelb-Roten Karte gesperrten Thorsten Röcher ersetzte, kontrollierte von Beginn an die Partie und ging verdient in Führung. Nachdem Konstantin Kerschbaumer (3.), Almog Cohen (9.) und Robert Leipertz (16.) noch zu unentschlossen waren, gelang Dario Lezcano (24.) das 1:0.  

FCI-Pressekonferenz nach der Partie gegen Heidenheim


Die Heidenheimer brachten gegen die aufgerückten Ingolstädter  den Ball nicht aus dem Strafraum.  Der erneut auffällige Marcel Gaus legte an der Strafraumgrenze auf   Lezcano ab, und der Angreifer schloss mit einem platzierten Flachschuss zum Führungstreffer ab. „Da haben wir tatkräftig mitgeholfen“, ärgerte sich Heidenheims Trainer Frank Schmidt über die Nachlässigkeit seiner Hintermannschaft.

Doch weil sich auch Torhüter Fabijan Buntic einen Aussetzer leistete, wäre Ingolstadt   wenig später beinahe um den verdienten Lohn der „sehr, sehr guten ersten Halbzeit“, so Keller,  gebracht worden. Buntic  spielte  Nikola Dovedan (37.) den Ball in den Fuß, der Heidenheimer bestrafte die Unachtsamkeit allerdings nicht und zielte knapp vorbei.  Weil auf der Gegenseite auch Leipertz (41.)  eine  präzise  Flanke von Gaus am Fünfmeterraum nicht traf,  ging es mit dem knappen Vorsprung in die Kabine.

In dieser musste bei Wiederbeginn auch Cohen bleiben. Der Kapitän handelte sich im ersten Durchgang nach einem rüden Einsteigen nämlich bereits eine (dunkel)gelbe Karte ein und hatte nach einem weiteren Foulspiel Glück, nicht schon frühzeitig vom Platz geflogen zu sein. „Es hat weh getan, dass ich ihn auswechseln musste. Uns hat dann der Taktgeber gefehlt“, stellte Keller fest, der Tobias Schröck nach knapp dreimonatiger Verletzungspause für Cohen brachte. 


 

Fotostrecke: FCI - Heidenheim 1:1
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Tatsächlich stimmte beim FCI nach dem Seitenwechsel kaum noch etwas. Von Minute zu Minute wurden die Gastgeber passiver, leisteten sich zu viele Fehler bei eigenem Ballbesitz und hatten Glück, dass Denis Thomalla (57.) freistehend aus elf Metern neben das Tor zielte. „Die Mannschaft hat Angst gehabt, etwas zu gewinnen“, sprach auch Keller die spürbare Verunsicherung seines Teams an und ergänzte: „Die Mannschaft ist noch nicht so weit.“

Zwar hätte Otavio (67.) nach einer scharfen Hereingabe von Frederic Ananou beinahe den zweiten Treffer nachgelegt, doch Ingolstadt bettelte nun förmlich um den Ausgleich – und kassierte diesen. Thomalla (77.) überwand Buntic mit einem Heber, nachdem der Angreifer kurz zuvor bereits einen  Konter kläglich ausgelassen und nur den Pfosten getroffen hatte (75.).    „Das war leider wieder ein Fehler von uns“, meinte Torschütze Lezcano. Dem Ausgleich war   ein schwacher Abschlag von Buntic sowie ein verlorenes Kopfballduell von Phil Neumann gegen Heidenheims Patrick Schmidt, der für den unauffälligen Ex-Schanzer Maurice Multhaup in die Partie gekommen war, vorausgegangen. 

Der Treffer zeigte nun  richtig Wirkung bei den Schanzern, die in der Folge sogar noch Glück hatten, die Partie nicht komplett aus der Hand zu geben. Buntic bewahrte seine Mannschaft gegen Dovedan (82.) und Thomalla (82.) aber immerhin vor der Niederlage. 

Dennoch: Nach nunmehr 13 Partien ohne Sieg treten  die Ingolstädter im Abstiegskampf weiter auf der Stelle und bleiben nach der Hinrunde auf dem letzten Tabellenplatz. „Das ist  Scheiße für uns. Wir brauchen in unserer Situation drei Punkte“, stellte daher auch Lezcano fest. Die nächste Chance dazu bietet sich beim Rückrunden-Auftakt am kommenden Samstag (13 Uhr, Audi-Sportpark) gegen Jahn Regensburg. 

FC Ingolstadt: Buntic - Ananou, Neumann, Gimber, Gaus – Cohen (46. Schröck), Kerschbaumer – Leipertz (76. Osawe), Kittel (87. Kutschke), Otavio - Lezcano.

Tore: 1:0 Lezcano (24.), 1:1 Thomalla (77.).

Schiedsrichter: Lasse Koslowski.

Zuschauer: 6965.
 

Zahlen des Spiels 

 

Torschüsse:
FC Ingolstadt: 13
1. FC Heidenheim: 15

Ballbesitz:
FC Ingolstadt: 54 %
1. FC Heidenheim: 46 %

Zweikampfquote:
FC Ingolstadt: 44 %
1. FC Heidenheim: 56 %

Passquote:
FC Ingolstadt: 74 %
1. FC Heidenheim: 72 %

Fouls:
FC Ingolstadt: 17
1. FC Heidenheim: 14

Laufleistung:
FC Ingolstadt: 120,35 km
1. FC Heidenheim: 119,36 km