Historisches

  •  FC Ingolstadt: Der Audi-Sportpark ist ein schmuckes Stadion. Doch von einem Heimvorteil können die Schanzer  nicht wirklich reden. Von den 136 Punktspielen seit der Einweihung im Jahr 2010 gewannen sie gerade 46. Besonders krass ist die Bilanz, wenn man nur auf das jeweils erste Saisonspiel im Sportpark blickt:  acht Spiele, fünf Niederlagen, drei Unentschieden, kein Sieg. „Wir  haben unsere Zuschauer in der vergangenen Saison nicht mit tollem Fußball und guten Ergebnissen verwöhnt. Deshalb ist es uns wichtig, dass der Audi-Sportpark zu einer Festung wird. Wir wollen unsere Heimbilanz definitiv aufbessern und unbedingt gewinnen“, sagt Trainer Stefan Leitl vor der Partie. Hoffnung macht der Gegner. Von  13 Duellen  gegen die Mittelfranken gewannen  die Oberbayern sieben, nur vier Spiele gingen verloren. Seit 2011 sind die Schanzer gegen das „Kleeblatt“ sogar ungeschlagen (sechs Siege, zwei Unentschieden).
 
  • SPVGG Greuther Fürth: Helmut Hack leitete die Geschicke des Vereins mehr als 20 Jahre lang als Präsident. Seit Saisonbeginn ist der Macher des „Kleeblatts“, der 1995 die Fusion seines TSV Vestenbergsgreuth mit der finanziell darniederliegenden SpVgg Fürth vorantrieb, im fußballerischen Ruhestand – der 68-Jährige trat von allen Ämtern zurück. Für den Verein eine Zäsur, denn Hack war Manager, Geschäftsführer und oberster Repräsentant gleichermaßen. Doch kaum ist Hack weg, flammt eine alte Diskussion um den Begriff  „Greuther“ im Vereinsnamen, der Traditionalisten des dreifachen Deutschen Meisters (1914, 1926, 1929) schon immer ein Dorn im Auge ist, erneut auf. Sie wollen ihn loswerden. Als gäbe es nichts Wichtigeres für den Verein, der seit 1997 ununterbrochen im Profifußball zu Hause ist und die ewige Zweitligatabelle anführt. Im Vorjahr entging das „Kleeblatt“ nur knapp dem Abstieg.
 

Mannschaft

 
  •  FC Ingolstadt: Nach dem verlorenen Derby in Regensburg plant Leitl einige Umstellungen. Zuallererst kehrt Tobias Schröck, der zuletzt wegen eines Trauerfalls pausierte, in die Startelf zurück. Der Vizekapitän hatte in der Vorbereitung zusammen mit Konstantin Kerschbaumer gut auf der Doppelsechs harmoniert. Zudem liebäugelt der FCI-Trainer damit, Spielmacher Sonny Kittel von Beginn an zu bringen. „Er ist fit, ob es für 90 Minuten reicht, weiß ich nicht. Er wird aber wahrscheinlich von Anfang an spielen“, meint Leitl, der beim 25-Jährigen nach wiederholten krankheitsbedingten Pausen in der Vorbereitung noch Trainingsrückstand sieht. Aus diesem Grund ist Charlison Benschop, der jetzt zumindest das volle Programm absolviert, noch nicht im Kader. Eine Lanze bricht der Coach für Stürmer Dario Lezcano.  „Dario hat eine richtig gute Vorbereitung gespielt. Auch in Regensburg hat er sehr mannschaftsdienlich agiert, war agil und ist gut angelaufen. Es gibt keinen Grund, jetzt etwas zu ändern. Wenn er sich jetzt noch mit Toren belohnt, sind wir alle glücklich.

    Voraussichtliche Aufstellung: Knaller – Ananou, Matip, Gimber, Galvao – Schröck, Kerschbaumer –   Pledl, Kittel, Röcher – Lezcano.
 
  • SPVGG Greuther Fürth: Der Auftakt hätte für die SpVgg kaum besser laufen können. Beim 3:1 gegen den SV Sandhausen drehte das „Kleeblatt“ erstmals nach langer Zeit einen Rückstand und ging noch als Sieger vom Platz.  Neuzugang Daniel Keita-Ruel  glänzte als Doppeltorschütze. Dazu trugen die eingewechselten Daniel Steininger, der den dritten Treffer beisteuerte, sowie die  Neuzugänge David Atanga und Tobias Mohr jeweils mit einer Vorlage  zum Erfolg bei und drängten sich für die Startelf in Ingolstadt auf. Allerdings ist für Damir Buric  fraglich, ob er die angeschlagenen Spieler fitbekommt. Der Fürther Trainer klagt  in seiner Vierer-Abwehrkette gleich über drei Problemfälle. Nach den Innenverteidigern Marco Caligiuri und Mario Maloca ist auch Linksverteidiger Maximilian Wittek nicht komplett fit. „Er hat einen Schlag in den Rückenbereich bekommen und kann sich nicht frei bewegen“, sagt  Buric über den  22-Jährigen. „Wir wollen kein Risiko eingehen und werden das mit der medizinischen Abteilung genau besprechen. Wir sind  erst am Anfang der Saison“, meint der Kroate.

    Voraussichtliche Aufstellung: Burchert – Hilbert, Maloca, Caligiuri, Wittek – Gugganig, Omladic – Ernst, Green Reese – Keita-Ruel.
 

Das sagen Trainer und Spieler

  •  FC Ingolstadt: Die Niederlage zum Auftakt hat Leitl aufgearbeitet. Grund für große Kritik sah der FCI-Trainer dabei nicht. „Den einzigen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist, dass sie in den Momenten nicht da war, in denen wir das Spiel entscheiden konnten. Das ist bitter, weil ansonsten viele Dinge gut gelaufen sind“, meint Leitl im Rückblick. Der Österreicher Konstantin Kerschbaumer, der wie sein Landsmann Thorsten Röcher, seine Premiere im Audi-Sportpark feiert und von etlichen Verwandten aus der Heimat Besuch bekommt, verspricht Besserung. „Wir sind eine spielstarke Mannschaft und wollen das auch zu Hause zeigen“, sagt Kerschbaumer. Und Leitl meint: „Fürth spielt fast so wie im Vorjahr und  hat mit Nik Omladic einen technisch versierten Spieler, der der Mannschaft Halt gibt. Wir wissen, was auf uns zukommt und wo Fürth Schwächen hat.“
 
  • SPVGG Greuther Fürth: Der Anfang ist gemacht. Jetzt will Fürths Trainer Damir Buric den Startsieg vergolden, um von Anfang an gut in die Saison zu kommen. „Wir wollen da anknüpfen, wo wir aufgehört haben“, sagt der 54-Jährige. Allerdings hat der Fürther Trainer großen Respekt vor den Schanzern. „Da muss man hellwach sein. Wir müssen unglaublich gut stehen, uns gegenseitig helfen und in der Defensive auf höchstem Niveau spielen, sonst werden wir bestraft“, sagt Buric und warnt vor dem Gegner: „Wir wissen um die Qualität des Kaders von Ingolstadt. Da sind Spieler dabei, die vielleicht gar nicht spielen, aber in jeder anderen Mannschaft Stammspieler  wären.“ Falls er nicht auf seine angeschlagenen Kräfte zurückgreifen kann, versichert Buric einen Plan B und C in der Tasche zu haben. „Wir sind gut gewappnet und wollen unsere Stärken ausspielen“, meint auch  Mittelfeldspieler Julian Green.