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Nachdem Stefan Leitl bereits nach sechs Spieltagen und fünf Punkten beurlaubt worden war, konnte auch Alexander Nouri die Talfahrt nicht stoppen. Im Gegenteil: Der 39-Jährige übernahm die Mannschaft auf dem 15. Tabellenplatz und gab sie nach nur drei Zählern in acht Spielen auf dem letzten Rang wieder ab. Nun soll Jens Keller die Wende schaffen und ein komplett verunsichertes Team, das durch einen personellen Umbruch, Verletzungen und Systemwechsel gebeutelt ist, aus dem Tabellenkeller führen. Vor Kellers Premiere bei den Schanzern am Samstag (13 Uhr) beim SV Darmstadt 98 schauen wir, bei welchen Klubs sich die Trainerwechsel bislang ausgezahlt haben - und wo nicht.

Hannes Wolf Hamburger SV, Platz 1

5 Spiele, 13 Punkte: Mit Hannes Wolf (oben) ist der Hamburger SV noch ungeschlagen und hat die Tabellenführung in der 2. Bundesliga zurückerobert. Ob sich auch die anderen Trainerwechsel auszahlen, ist noch offen. Unten von links: Maik Walpurgis (Dresden), Torsten Lieberknecht (Duisburg), Michael Oenning (Magdeburg), Uwe Koschinat (Sandhausen) und Jens Keller (Ingolstadt).
5 Spiele, 13 Punkte: Mit Hannes Wolf (oben) ist der Hamburger SV noch ungeschlagen und hat die Tabellenführung in der 2. Bundesliga zurückerobert. Ob sich auch die anderen Trainerwechsel auszahlen, ist noch offen. Unten von links: Maik Walpurgis (Dresden), Torsten Lieberknecht (Duisburg), Michael Oenning (Magdeburg), Uwe Koschinat (Sandhausen) und Jens Keller (Ingolstadt).
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Eine fast blütenreine Weste kann Hannes Wolf bei den Hanseaten vorweisen. Der Nachfolger von Christian Titz gewann seit seiner Übernahme Ende Oktober vier von fünf Zweitliga-Partien, einzig beim Unentschieden gegen Union Berlin gab der Tabellenführer Punkte ab. Zudem führte der 37-Jährige den HSV ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Allerdings fielen die Erfolge meistens knapp aus: Bei den vier Liga-Siegen entschied der Absteiger nur eine Partie mit mehr als einem Tor Unterschied. Dies scheint aber eine Spezialität Wolfs zu sein: Schon in seiner Aufstiegssaison 2016/17 beim VfB Stuttgart siegte er 13-mal mit nur einem oder zwei Treffern Vorsprung. Seine wichtigste Maßnahme: Wolf setzte im Gegensatz zu Titz von Beginn an auf den bulligen Mittelstürmer Pierre-Michel Lasogga, der es ihm bereits mit vier Treffern und einer Torvorlage dankte.

Maik Walpurgis Dynamo Dresden, Platz 11 

 
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Rein tabellarisch fielen die Dresdner unter dem ehemaligen FCI-Trainer, der am fünften Spieltag auf Uwe Neuhaus folgte, zwar vom zehnten auf den elften Tabellenplatz zurück. Mit durchschnittlich 1,58 Punkten pro Spiel kann sich die Bilanz des 45-Jährigen aber durchaus sehen lassen. Der gebürtige Herforder schaffte es vor allem, seine Mannschaft nach der höchsten Niederlage der Vereinsgeschichte (1:8 beim 1. FC Köln) wieder aufzurichten. In den folgenden Partien gegen den FC Ingolstadt (2:0) und FC St. Pauli (1:1) holten die Sachsen vier Punkte.


Torsten Lieberknecht MSV Duisburg, Platz 15 

Elf Punkte aus sieben Partien lautet die Bilanz des langjährigen Trainers von Eintracht Braunschweig, der mit den "Zebras" zudem ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzog. Der 45-Jährige, der nach acht Spieltagen auf Ilia Gruev folgte, führte die Duisburger damit vom letzten Tabellenplatz auf Rang 15 - mit drei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Zuletzt kassierte der MSV allerdings eine empfindliche Heimniederlage gegen Holstein Kiel (0:4). Mit insgesamt nur 13 Treffern - sechs davon unter Lieberknechts Führung - ist der MSV die offensivschwächste Mannschaft der Liga.
 

Michael Oenning 1. FC Magdeburg, Platz 16

 
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Nach Jens Keller ist Michael Oenning am kürzesten im Amt. Erst seit zwei Spielen betreut der 53-Jährige den Aufsteiger. Bei seinem Einstand verpasste Oenning beim 2:3 in Fürth eine Überraschung, als sein Team bis kurz vor Schluss mit 2:1 führte. Danach folgte ein 0:0 gegen Bochum. Für Oenning, der in Magdeburg mit einer gegenüber der Drittliga-Meisterschaft kaum veränderten Mannschaft arbeiten muss, bedeutet das Engagement nach sieben Jahren Unterbrechung die Rückkehr in eine deutsche Liga. Nach seinem Aus beim Hamburger SV im September 2011 war der einstige Club-Trainer zuletzt seit Januar 2016 bei Vasas Budapest tätig.
 

Uwe Koschinat SV Sandhausen, Platz 17 

 
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Dem 47-jährigen ehemaligen Aushängeschild von Drittligist Fortuna Köln gelang mit dem Wechsel der Sprung in die 2. Bundesliga. Koschinats Einstand hätte nicht besser laufen können, denn mit dem 4:0 gegen den FC Ingolstadt feierten die Sandhäuser mit den ersten Toren vor eigenem Publikum auch den ersten Heimsieg der Saison. Danach ging es bei den Kurpfälzern zwar torreich weiter, aber es reichte in fünf Spielen zu keinem weiteren Sieg, sodass der Klub im Tabellenkeller festhängt. Der emotionale Trainer hat das Problem, dass mit Tim Kister und Tim Knipping die etatmäßigen Innenverteidiger verletzt ausfallen und Neuzugang Aleksandr Zhirov (Krasnoyarsk) auf dieser Position die Erwartungen nicht erfüllt.